Birma Menschen verschwindenSeite 2/2

In der Hafenmetropole Rangun, die vergangene Woche Schauplatz von Demonstrationen zehntausender Mönche und Zivilisten war, blieb die Lage angespannt. Das Militär räumte einige Stacheldrahtbarrikaden fort. Durch die Straßen fuhren aber wieder Lautsprecherwagen, die die Menschen vor weiteren Protesten warnten.

Ein Major der birmanischen Armee hat den Schießbefehl auf Demonstranten nach eigenen Angaben verweigert und ist nach Thailand geflüchtet. Der 43-Jährige sprach am Mittwoch mit einer schwedischen Rundfunkstation und berichtete von seiner Flucht. Er habe gerüchteweise von 200 Toten bei den Protesten in mehreren birmanischen Städten gehört. Auch die US-Diplomatin Villarosa geht davon aus, dass die Zahl der Toten "sehr viel höher" liegt, als das Regime einräumt.

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Louise Arbour, verlangte in Genf von der Junta vollständige Aufklärung der Ereignisse. Hilfsorganisationen müssten zu den Internierten gelassen werden, "vor allem im Licht der nächtlichen Razzien und Einschüchterungen".

Die Ehefrau von US-Präsident George W. Bush, Laura, forderte die birmanische Militärjunta auf, den Weg für einen friedlichen Übergang des Landes zur Demokratie freizumachen: "Die USA denken, dass es Zeit für General Than Shwe und die Junta ist, beiseite zu treten und den Weg für ein vereintes Birma zu bereiten, das von rechtmäßigen Führern regiert wird", erklärte sie in einer Stellungnahme an den Außenausschuss des US-Senats.

Bundeskanzlerin Angela Merkel appellierte an China, zur Entschärfung der Krise beizutragen. "Ich hoffe, dass China seinen Einfluss in Birma nutzt, damit die notwendigen Bedingungen für ein gewaltfreies Demonstrieren und eine demokratische Entwicklung entstehen können", sagte Merkel der ZEIT . China werde "ein zunehmend wichtiger Partner, wenn es darum geht, Beiträge zu Konfliktlösungen zu leisten".

 
Leser-Kommentare
  1. Was geht Frau Merkel denn da wieder durch den Kopf? China soll seinen Einfluss auf Birma nutzen, damit sich das Land demokratisieren kann.

    China und Birma sind "Friends in crime" - beide sozialistisch und weit entfernt von Demokratie. Auch von gewaltffreiem Demonstrieren hält man in Beijing wenig. An solchen hohlen Phrasen hoher Politiker zeigt sich das Interesse der Welt an einer politischen Veränderung in Birma/Burma/Myanmar: Null.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT online, reuters, tso
  • Kommentare 1
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Schlagworte Ausländer | Birma
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service