Nobelpreis Der Trick mit dem MagnetwiderstandSeite 2/2

Wie schon in den vergangenen Jahren geht der Physik-Nobelpreis an Forscher jenseits des Rentenalters, deren ausgezeichnete Leistung zwei Jahrzehnte zurückliegt. Peter Grünberg ist 68 Jahre alt, der Franzose Albert Fert 69. Nach dem Willen des Preis-Stifters Alfred Nobel sollte die höchste wissenschaftliche Ehrung eigentlich an solche Forscher vergeben werden, die "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben".

Im Bundesforschungsministerium hält man die Preisvergabe hingegen keineswegs für rückwärtsgewandt. Das Anwendungspotenzial des "Grünberg-Effekts" sei bei Weitem noch nicht erschöpft, erklärt Bundesforschungsministerin Annette Schavan eilig in einer Pressemitteilung, und hebt die Bedeutung für die Wirtschaft hervor: "Peter Grünberg hat mit seiner Entdeckung hochwertige Arbeitsplätze in Deutschland und weltweit geschaffen haben", sagt Schavan.

Größer noch als der wirtschaftliche Effekt dürfte der Prestigegewinn für die deutsche Forschungslandschaft sein. Zwei Physik-Nobelpreise innerhalb von drei Jahren, das sieht schon fast nach traumhaften amerikanischen Forschungsverhältnissen aus. Ob die Wissenschaftler hierzulande am Ende tatsächlich besser sind als ihr Ruf?

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 09.10.2007 um 15:43 Uhr

    an Herrn Grünberg.

    Aber warum muss denn schon wieder das Haar in der Suppe gesucht werden:
    Ob die Wissenschaftler hierzulande am Ende tatsächlich besser sind als ihr Ruf?

    Woher wissen denn kluge Journalisten, dass der Ruf deutscher Wissenschaftler nicht gut sei ? Ich bin selbst Physiker und erlebe auf internationalen Kongressen die Deutschen immer an vorderster Front und hoch angesehen von den Kollegen aus aller Welt.

    Dass bei uns Spitzenforschung meist aus außeruniversitären Einrichtungen kommt, hat nichts mit mangelnder Qualifikation der Forscher zu tun, sondern in erster Linie mit überbordender Bürokratie und miserabler Finanzaustattung vieler Universitäten.

  1. Der Nobelpreis an Herrn Grünberg (und Herrn Kert) - Gratulation (Insider haben schon länger damit gerechnet). Aber daraus irgendwelche Aussagen über den Zustand der deutschen Forschung oder die Güte der deutschen Forscher ableiten zu wollen, ist vermessen: Schließlich wird ein Effekt ausgezeichnet, der vor 20 Jahren entdeckt wurde. Wenn man schon aus diesem Nobelpreis etwas lernen will, dann dass vor 20 Jahren die deutsche Forschung besser war als ihr Ruf heute.

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  • Quelle ZEIT online, 9.10.2007 - 12:33 Uhr
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  • Schlagworte Wissenschaft | Naturwissenschaft | Physik | Nobelpreis
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