Affäre Schlimmer, armer Uwe Barschel
Mord oder Selbstmord, Täter oder Opfer: Selbst 20 Jahre nach seinem Tod am 11. Oktober 1987 bewegt der Fall Barschel die Menschen. Auch einen Berichterstatter von damals.
Im Jahr 1987 war ich Korrespondent einer Nachrichtenagentur in Hamburg, zuständig für Norddeutschland. Mit Schleswig-Holstein hatte ich wenig zu tun: Ein flaches, unspektakuläres Land, seit Ewigkeiten von der CDU regiert, mit einer linken SPD als Dauer-Opposition, wirtschaftlich strukturschwach, interessant eigentlich nur für Touristen. Das gab keine Geschichten her.
Doch dann stürzte der Ministerpräsident während des Landtagswahlkampfs mit einem kleinen Flugzeug ab. Er überlebte als einziger, schwer verletzt.
Ich fuhr zu seinem ersten Wahlkampfauftritt nach seinem zehnwöchigen Krankenhausaufenthalt. In einer nüchternen Mehrzweckhalle in Neumünster erlebte ich zum ersten Mal jenen Uwe Barschel. Auf einen Krückstock gestützt ging er auf die Bühne. Fast regungslos nahm er den Jubel seiner Anhänger entgegen, winkte hölzern mit dem Stock dem Publikum zu. "Ich bin wieder da", verkündete er und dankte Gott, mit dessen Hilfe er den Kampf um seine Genesung überstanden habe. Und dann, bevor er seine Wahlkampfrede herunterspulte, gebrauchte er ein merkwürdiges Wort: die "Vorsehung". Die habe ihn bestimmt, das Unglück zu überleben.
Wofür aber hatte ihn die Vorsehung auserwählt? Um weiter zu regieren? Um das Land vor den bösen Sozis zu bewahren? Und warum hatte sie gerade ihn auserkoren? Weil er etwas Besonderes war, sich jedenfalls dafür hielt? Irritiert fuhr ich nach Hamburg zurück.
Drei Wochen später, eine Woche vor der Wahl, erschien der
Spiegel
mit einer ersten, vagen Geschichte über das, was wenig später als "Waterkantgate" über Deutschland hinaus Wellen schlug: Angebliche Machenschaften der Kieler Staatskanzlei gegen den SPD-Spitzenkandidaten Björn Engholm. Ungläubiges Staunen, doch die Fakten waren noch sehr dünn, es gab nur vorsichtige Andeutungen und Hinweise, offenbar aus der SPD selbst. Immerhin versprach es ein spannender Wahlkampfendspurt zu werden.
Am Samstag darauf, einen Tag vor der Wahl, platzte dann die Bombe. Vorab wurde bekannt, dass der Spiegel am Montag eine Titelgeschichte über die "schmutzigen Tricks" Uwe Barschels bringen würde. Kronzeuge: ein gewisser Reiner Pfeiffer, der selber die Schmutzarbeit erledigt habe, im Auftrag des Ministerpräsidenten.
Irgendwelche Bestätigungen waren nicht zu bekommen, die Republik und wir Journalisten rätselten, was hinter dieser Geschichte steckte und ob sie sich halten lassen würde. Perfide persönliche Angriffe unter der Gürtellinie gegen einen politischen Rivalen, ein nie dagewesener Skandal in der Bundesrepublik - voller Spannung warteten wir auf den Wahlausgang, der ganz im Zeichen dieser sich anbahnenden Affäre stand und der ein ebenfalls ungeahntes Ergebnis brachte: ein Patt im Landtag, die Mehrheit der CDU war gebrochen.
- Datum 11.10.2007 - 05:38 Uhr
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Besonders für Tote gilt:
"Wer im endgültigen Besitz der Wahrheit ist, kann nicht mehr mit dem andern richtig reden, - er bricht die echte Kommunikation ab zugunsten seines geglaubten Inhalts."
(Ich glaube, das wird dem Karl Jaspers nachgesagt. - Man sollte ihn, den weisen Mann, also nach Leben, Treiben, Sedierungsgewohnheiten, Auslands- udn Waffengeschäfte, Saufen und Tod und Interessen der Familien Barschel und Sowieso fragen. - Der würde wengistens keine Märchen und Schlupf- und Gewinngeschichten erfinden.)
müssen auch die sterben, die ihn verurteilt und fallengelassen haben. Und auch die, die ihm ihre Hilfe versagt haben, als er das Ziel von Agenten und Doppelagenten wurde. Und wenn es Leute gibt, die ihn umgebracht haben, auch die müssen sterben.
Meister Eckhard soll gesagt haben: "Die Strafe für eine Tat - ist die Tat selber."
Übertragungsfehler - ich bitte um Löschung.
Der Spiegel berichtet unter ANATOMIE EINES TODES
Der unwahrscheinliche Selbstmord des Uwe Barschel, über eine bislang ungewohnte Bandbreite. Die ZEIT hält sich bei diesem Thema noch ziemlich zurück. Deshalb gebe ich hier einige Ergänzungen zum allgemeinen Wissenstand hinzu.
Zum Spiegel 41 – 8.10.2007
ANATOMIE EINES TODES
Der unwahrscheinliche Selbstmord des Uwe Barschel
Das Titelblatt ist wie üblich der Kompass ins Geschehen. Natürlich ist es diesmal kein Überfall auf die Psyche, sondern ein sorgfältiges Anschleichen über die Hausmitteilung. Da fällt auf, dass es ein relativ junges und frisches Team ist, die offenbar freie Hand haben, selbst auch dann, wenn es um die Rolle des Spiegel selbst geht. Nicht dabei zu vergessen: Erich Böhme war die Wirkladung, Pfeiffer nur der Vorzündmechanismus.
Heinrich Wille ist SPD-Mitglied, kommt aus Kiel und unterliegt natürlich auch der seinerzeit gewünschten Betrachtung des Falls durch die Partei. Folglich muss einfach auch hier davon ausgegangen werden, dass die so genannte Nestbeschmutzung sich auf dessen Karriere ausgewirkt hätte. Wäre es anders, hätten die Ermittlungen auch bestimmte Fragen an Björn Engholm beinhalten müssen, doch das durfte nicht sein und unterbleibt auch heute noch, zumindest offiziell.
Wille selbst entstammt dem Kieler Kiez Milieu, war in der Halbwelt- und Szenekneipe „Fischerdeel“ beim Kieler Schloss schon eine gewisse Größe. Er war für viele dort „mein Kumpel vom Gericht“. Das ist nicht neu und außerdem ist er auch mir aus dieser Zeit im „Deel“ bekannt und ein alter privater Skatkumpel aus der Zeit als Wille noch in der Holtenauer Strasse neben „Palle“ wohnte, schräg gegenüber von meinem Bruder.
Die zuständige StA ermittelte schließlich erst, nachdem sie aufgrund der ständig wieder auflodernden und nicht enden wollenden Affären „nicht mehr umhin“ kam, also keineswegs um die ganze Wahrheit herauszufinden, sondern nur insoweit es nicht mehr zu umgehen war. Den Kompass dafür hatte schließlich der damalige Justizminister Dr. Klaus Klingner schon als Chef des 1. PUA entsprechend kompensiert und die Deviationstabelle angelegt.
General Ostendorf navigierte nach der Klingner Seekarte und wurde dann im Streit mit Wille von Justizminister Gerd Walter gefeuert. Walter selbst damals in familiärer Zwickmühle durch den Geliebten seiner Ehefrau die mit Lübecks Bürgermeister Boutellier ihr Leben teilte, stand schon genügend unter Feuer, und das hat auch mit Libyen und Giftgasanlagen zu tun. Der Parteifreund Peters aus Flensburg war beim dänischen Kältetechnikunternehmen „Sabroe“ mit seiner Lebensgefährtin tätig, aber auch beim LfV in Kiel. Von „Sabroe“ ging das Pärchen dann nach Lübeck und beide wurden bei der NGG Gewerkschaftssekretäre in Lübeck. Dauerkontakte in die Flensburger Szene hielt das Pärchen aber aufrecht, schließlich gab es über eine Zwischenperson Kontakte in den dänischen Militärgeheimdienst FET, wo es auch um Aufklärung von U-Boot-Deals, Mord an Barschel, Giftgasgeschäfte und um den SSW-Abgeordneten Karl Otto Mayer ging.
Während der Schubladenaffäre brachte ein Briefwechsel zwischen dem Flensburger und Peters den damaligen SPD- Landeschef Werner Kindsmüller auf den Plan, der Peters unbedingt angeraten hatte, mit dem Flensburger vorsichtig zu sein, „der ist unkalkulierbar“ und das könne weitere Probleme bereiten.
Im Zuge dieser Hintergrundturbulenzen waren SPD und Justiz permanent unter Druck geraten und irgendwann aus der stillhaltenden in die aktive Schadensbegrenzung übergegangen, also keineswegs freiwillig, sondern um Kontrolle zu behalten, wie es Norbert Gansel im U-Boot PUA vorgemacht hatte.
Wille versprach sich durch Ostendorfs Demissionierung offenbar dessen Thron zu erklimmen, doch stattdessen wurde Wille dann General Rex aus Kanzler Schröders Stall vorgesetzt. Schließlich war es besonders für Schröder so ein Leichtes, zumindest während seiner Amtszeit als Bundeskanzler Ruhe im Kieler-Komplex zu halten. Daher ist die derzeitige Position von Rex nicht nur wenig überzeugend, sondern sehr viel eher in seiner Rechtmäßigkeit anzuzweifeln. Rex wirkt wie ein Kapitän ohne Schiff auf offener See in schwerem Wetter, sicher nicht ein derartiges Medieninteresse mit diesem Maß an unerwarteter Aufklärungsbereitschaft gesehen oder gar geahnt zu haben.
Die Rolle der Stern-Reporter wird ausführlich beschrieben und ebenfalls deren Aussagen, allerdings mit dem dezenten Hinweis, dass die Passagen von damals anders klingen als heute. Dafür wird es Gründe geben. Auch dafür, dass Knauer und Anders als Tatverdächtige behandelt worden waren. Zu Recht, wenn die Zeit zwischen angeblicher Entdeckung und Meldung an die Polizei nur dann plausibel ist, wenn die beiden Redakteure eben nicht nur Redakteure, sondern auch Operateure vor Ort waren, die für gewisse Leistungen auch entsprechende Gegenleistungen aufzubringen hatten.
Erstmalig wird im Zusammenhang mit dem Mord auch ein mögliches Komplott zwischen Pfeiffer und der SPD an erster Stelle mit angeführt. Aber wie dem auch letztendlich sei, ein Konglomerat aus etlichen Komponenten die direkt oder indirekt zusammenspielen ist es in jedem Fall. Ein Laienspiel sicher nicht, aber auch kein professioneller Ablauf. Hier hat jemand Regie geführt. Als einzig dazu Befähigter und Fähiger bringt der Spiegel dezent aber bestimmt mehrfach Pfeiffers Freund Gerd Postel ins Spiel, alias Dr. Dr. Clemens Bartholdy, der falsche Amtsarzt aus Flensburg, etwa 100 Meter vom (Spionageladen – so wurde das Geschäft genannt) dänischen FET-Agenten Hetler entfernt.
Es wird kurz angerissen, wo Björn Engholm die Todesbotschaft erreicht hatte, nämlich beim Parteifreund Norbert Gansel auf dem Sofa in Meimersdorf. Interessant ist der Wortlaut seiner Aussage eine Stunde nach der ersten Meldung: „Dieser Tod, von dem ich heute Nachmittag erfahren habe, hat mich tief erschüttert. Mein Mitempfinden gilt den Angehörigen“.
Zu dieser relativ frischen Meldung liefert Engholm damals ungefragt und ohne erkennbare Not unbewusst sein Alibi, indem er diesen Nachmittag besonders hervorhebt, obwohl es ja Nachmittag war. Für nicht im Ermittlungswesen erfahrene Leser erscheint das belanglos, nicht aber für Erfahrene, bei denen gehen dabei alle Alarmlampen an.
Nicht erwähnt der Spiegel die illustre Runde bei Gansel, denn es war dort die gesamte SPD-Spitze beisammen, einschließlich Günter Grass.
Diese Zusammenkunft mit Vorlauf in der Kieler Kunsthalle wird schon seit Jahren mit „Das Warten auf den Nikkkolaus“ bezeichnet.
Reiner Pfeiffer habe bei der Todesmeldung geweint, war allerdings da schon mit seinem engen Freund Okke Peters „Melchior“ in Portugal.
Das über Barschel im Spiegel dargestellte Profil zeigt einerseits den scheinbar naiv offenen Menschen im Umgang vor und mit Stasis, anderseits den hoch intelligenten Schnellmerker, dem völlig klar gewesen sein muss, dass jeder seiner Schritte überwacht wird. Das erklärt sich sehr einfach. Barschel fühlte sich sicher und trieb sein eigenes Spiel, indem er deutlich demonstrierte und provozierte, damit also gezeigt hatte, dass er selbst genügend Faustpfand entgegenzusetzen hatte. Genau das spricht nicht für Konformität, sondern eher für Souveränität. Schließlich hatte er ein extrem hochgestecktes Ziel, nämlich erster Präsident einer noch zu erschaffenden United States of Europe werden zu wollen. Dazu gehörte zuerst die Wiedervereinigung von BRD und DDR.
Das wieder war zur damaligen Zeit ein ungeheurer Gedanke und musste durch das eigene Bestreben der DDR, nichts anderes als eine Wiedervereinigung aber unter DDR Herrschaft zu erreichen, Barschels Zielen entgegenstehen.
Damit Barschel dieses Ziel überhaupt auch angehen konnte, mußte er ins System hinein, wozu er seine Verbindungen über Ballhaus, Dr. Moll und Co benutzt hatte. Offene Konfrontation mit Bereitschaft zur Kooperation mag Barschels Motto gewesen sein, womit er aber gleichzeitig ein Konkurrent zu Kanzler Helmut Kohl wurde, der sich schließlich die Lorbeeren der Wiedervereinigung aufsetzen durfte. Verständlich, dass Kohl die Suizidvariante am besten gefallen mußte, denn erstens war er seinen Konkurrenten los und zweitens brauchte nicht nach einem Täter gesucht zu werden, der dann schließlich auch in den eigenen Reihen vermutet werden konnte.
Die DDR hingegen hatte das größte Interesse Björn Engholm als Kanzler für die irgendwann fällige Wiedervereinigung zu forcieren, da der Staatsbankrott bereits zum Greifen nahe war.
Erstmalig wird auch ein Profil von Dr. Moll beschrieben. Als Kooperateur der Stasi und auch dem KGB ist Moll allgemein bekannt, aber sein hoher Posten im Reservistenbund wird nicht näher beleuchtet, wohl aber die guten Drähte ins Militär. Was allerdings mit keinem Wort Erwähnung findet, sind Molls aktive Verbindungen ins Kieler Ministerium für Wirtschaft und Verkehr ins Luftfahrtreferat unter Referatsleiter Voigt und dessen Außendienstkollegen Steinhäuser. Im LSV Kiel war Moll auch die Reservistenluftsportgruppe mit den Fallschirmspringern und Kampfschwimmern unterstellt, die über Moll dann mit 2 Flugzeugen vom Typ Do27 versorgt worden war und auch die Ersatzteilbeschaffung sicherte. In dieser Gruppe fungierte ein Fallschirmspringer der ähnlich geltungssüchtig wie Barschel war und völlige Narrenfreiheit mit permanenter Deckung aus der Chefetage unter Ministerialdirigent Dr. Voigt (der Kleine im L-Referat und der Große ganz oben). Der spätere Sprunglehrer Holzapfel stand seit 1995 in Verdacht, am Flugattentat auf Barschel die technische Aufgabe gelöst zu haben. Im letzten Sommer starb Holzapfel in Flensburg bei einem Fallschirmsprung unter nebulösen Umständen. Ähnlich wie Möllemann, nur ohne überhaupt erst den Fallschirm ausgelöst zu haben, stürzte er mit Endgeschwindigkeit auf den Boden. Dem gingen 10 Stunden vorm Absturz eine Reihe merkwürdiger Ereignisse in militärischer und ziviler Springerei voraus, die durchaus meneteklische Charakterzüge tragen und auf Mord mit Ankündigung hinweisen. Das System Dr. Moll war auch nach dessen Tod nicht weniger wirksam.
Wenn Dr. Moll ein Motiv Barschel zu liquidieren hatte, so war er auf westdeutschem Boden derjenige der auch beim Flugattentat sämtliche dafür notwendigen Hebel in der Hand hatte. Allerdings mit Blick auf Björn Engholms Gesamtrolle in Bezug zur DDR Kirche und Stasi dürfte das Attentat in stiller Kooperation von Ost und West durchgeführt worden sein. Unweit des Flugplatzes befand sich in der Nähe einer kleinen Wassermühle ein Loch in der Grenze für gefahrlose Übertritte nach vorheriger Anmeldung auf der anderen Seite. Brisant an den Aktivitäten der Fallschirmspringer, damals meistens Fallschirmjäger und aktive Kampfschwimmer, war die Verpflichtungserklärung die jeder zu unterschreiben hatte, nämlich im K-Fall die besonderen Fähigkeiten dem Militär zur Verfügung zu stellen. Als weitere Gegenleistung wurden Hubschrauber wie Sikorsky, Seaking und Bell UH1D für hohe Sprünge und Trainingslager bereitgestellt. Ich war einer der Sprunglehrer in dieser Gruppe und ehemaliger Fallschirmjäger in Nagold, weiß also worüber ich hier schreibe.
Ein Treffen mit Günter Mittag vom MfS wird im Spiegel angeführt. In Aschaffenburg agierte ein angeblicher Leibwächter von Mittag, der konspirative Kontakte in der Barschel-Affäre gesucht hatte um ein dickes Info-Paket für 80.000 DM zu verkaufen. Diese Person verfügte über Wissen, welches in einer damals aktuellen Kieler Operation mit Norbert Gansel 1993 abgespult worden war, in die nur 3 Personen drin gesteckt hatten. Fast hätte es zeitgleich im Kieler Städtischen Krankenhaus und in Aschaffenburg ein doppeltes Finale mit 2 Leichen gegeben.
Erstmalig wir auch über Moneten-Müller im Zusammenhang mit dem Barschel Mord berichtet, nicht aber zur Erläuterung über Müllers Verhältnis zu seinem Anwalt Otto Schily und Graf Trutz von Kerssenbrock. 1990 fand in Lübeck der Prozess gegen Müller wegen diverser Embargoverbrechen mit Schily als Anwalt statt. Der einstige Grüne Schily trat zur SPD über, Müller „spendete“ der SPD über den Seeheimer Kreis 120.000 DM und die SPD trug ihren Parteispendenskandal davon.
In Zusammenarbeit mit der Kieler Landesregierung unter Engholm und Heide Simonis mit voller Unterstützung vom parteilosen Umweltminister Prof. Heydemann, liefen aktive Pläne für ein Nuklearlager für angeblich schwach strahlendes Material im Dreieck Marutendorf, Uni-Versuchsgut Hohenschulen und Deponie Schönwohld. Dieses Gänge und Kavernensystem sollte unter dem Naturschutzpark Westensee für die Öffentlichkeit abgeriegelt entstehen, wurde allerdings durch Indiskretionen zuerst gestört und dann völlig gestrichen. Der BND und BGS wirkten bei der Eliminierung dieses Projekts nachweislich mit.
Dass Barschel mit den Offenbarungen über den Blaupausenskandal tatsächlich überrascht gewesen sein muss, ist durch den öffentlichen Bruch deswegen zwischen Barschel und Stoltenberg belegt. In diese Kerbe schlug auch das MfS mit dem gefälschten Barschel-Stoltenberg Brief mit beiderseitigen Schuldzuweisungen.
Der Spiegel schreibt kein Wort über das U-Boot-Geschäft mit der Basis schon Ende der 60er Jahre, also ein altes Erbe.
Nobert Gansel war der so genannte Blaupausenskandal seit Jahren bekannt, steckte er doch selbst tief mit drin. Das wurde Gansel während einer nicht öffentlichen SPD Versammlung von führenden Mitgliedern offen und massiv vorgeworfen.
Entlasten konnte Gansel sich nicht, sondern berief sich auf übergeordnete Interessen, schwieg und gab sein Ehrenwort, und bat ihm einfach zu vertrauen. Die merkwürdige Parallelität der Ereignisse zum Ehrenwort Barschels fällt auf, aber besonders, dass Gansel jetzt nach 20 Jahren alte Akten hervorkramt, die er seit Spätsommer dieses Jahres sichtet.
Geldmeister Kohl hatte in Falle des im Dunkel des Sichtgehenwerden seiner nibelungen-treuen Gemahlin gleich zwei Legendenstricker beschäftigt.
Das war materiell geschickt, nämlich geldlich und christlich klug.
Jetzt des Ehrenwörtlers Uwe ollen Blutwerte und stundenweise auf-, dann abgebauten Alkoholgrade bei dem gemäß Anweisung praktizierten Suizidanten (mit vierfachem TAVOR-Bedarf, damit er ungeniert rumeiern und -lügen konnte) zu klären, ist ein bitterböses Geschäft der retrograden Wahrheitssuche.
- Wer im nichtswürdigen Besitz der Lügen ist, kann nicht mehr mit dem andern richtig reden, - er bricht die echte Kommunikation ab zugunsten der Erfordernisse seines Familienidylle und finanziert das Show-Geschäft, auch mit Steuermitteln.
Was verbindet Engholm, Pfeiffer, Peters, Postel?
Wie ging es damals weiter? Das scheint heute niemand mehr zu interessieren, doch nur wer das Heute zum Gestern ins Verhältnis setzt, kann mit zuverlässiger Sicherheit das Damals sehr viel umfassender und zielgenauer nachvollziehen.
Günter Jansen war nicht nur der „Gute Mann für gefallene Stasi Agenten“ sondern auch Atomminister. In Jansens Zeit fällt das Nuklearprojekt Marutendorf mit dem KGB und MfS Botschafter Richard Müller mit Schily und Graf Trutz von Kerssenbrock als Anwälte. Auch hier ging es nicht um Fach- und Sachkompetenz sondern um Spiele mit völlig anderem Hintergrund. Wäre es nicht so, wäre es anders.
Parallel zur aktuellen Aufklärungsaktion im Fall Barschel stürzen die UK-SH in eine schwere aber lange schon vorhersehbare Krise. Fast der gesamte Vorstand wird derzeit zurückgezogen, und das vermittelt den Eindruck, dass Krankenhäuser in Schleswig-Holstein tatsächlich ziemlich ungesund sind.
Der als Sanierer dieses Zusammenschlusses bekannte Chef der DAMP-HOLDING steht schwer in der Kritik. Er ist kein anderer als der ehemalige Staatssekretär im Finanzministerium unter Barschel, Karl Herrman Schleifer. Der nebulöse Barschel zu unrecht belastende Engholm-Schleifer Kontakt ist bekannt, und Schleifer als „Die graue Eminenz im Kieler Waffenhandel“ geläufig, wurde Generalvertreter der COLONIA- Luft Pool und somit Sachverwalter der Akten zum Flugattentat auf Barschel am 31. Mai 1987, der die Herausgabe der Akten an Hinterbliebene verweigerte, unisono mit der StA.
Schleifer wurde dann Chef der DAMP-HOLDING, einer bekannten Klinikorganisation,
Günter Jansen nach dem politischen Aus Klinikchef in Holstein und organisierte maßgeblich den Zusammenschluss der UNI-Kliniken Kiel und Lübeck, deren Führungsstrukturen sich allerdings derzeit auflösen.
Das könnte alles als Zufall hingestellt werden, wäre da nicht Engholms Referent Nilius, der nach dessen Ausscheiden aus der Staatskanzlei zum UNI-Sprecher gekürt worden war und nun Direktor der TU ist.
Der 4 Jahre andauernde Segeberger Klinik- und Jusizskandal kommt auch nicht so einfach aus dem Nichts, sondern ist vollwertiger Bestand im Organigramm der Machtbesessenen um Engholm, Jansen, Stegner und deren Erben. In Bad Segeberg befindet sich die medizinische Hauptverwaltung des Landes, und die Segeberger Kliniken nahezu außerhalb jeglichen juristischen Zugriffs, als eine Art freies Zentrum für Final- und Experimentalmedizin.
Teil 2: Was verbindet Engholm mit Pfeiffer, Peters, Postel?
Das wird gerade durch hochrangige Professoren in Lübeck sichergestellt. Die Professoren Kömpf und Moser könnten darüber umfassend Auskunft erteilen, wenn sie wollten und dürften, höchstens aber nur dann wenn sie wirklich müssten.
Der gefallene Engel Björn Engholm wurde von der Nordelbischen Kirche aufgenommen, in der Pfeiffers und Postels enger Freund und Kieler Mitoperateur Okke Peters dann zum Sprecher der NEK aufgestiegen wurde.
Engholms Pressereferent Günter Kahl wurde von Engholm in die Staatskanzlei geworben, weil der Grimme- Preisträger sich viel zu gut mit Gert Postel beschäftigt hatte und darüber eine umfangreiche Ausarbeitung veröffentlicht hatte, die allerdings überall torpediert und abgelehnt worden war, im SPD-Blatt Vorwärts dann doch aufgenommen und veröffentlicht das Licht der Welt erblickte, eine besorgniserregende Tatsache aus Engholms Blickwinkel.
Was kann es also sein, was den erpressbaren Engholm mit dessen Erpresser Pfeiffer, Peters und Postel so eng verschweißt, sich in Kirche, Stasi und Klinikwesen niederschlägt, derzeit jedoch zu zerrinnen scheint?!
Die Wahrheit der Knüpfpunkte und Interessensverbünde liegt am Deutlichsten zwischen dem missglückten Flugattentat in Lübeck und der finalen Nachbesserung in Genf.
R-Archiv - 12. Okt. 2007 - gute aber polarisierende Details
Unter Berücksichtigung dieser Artikelserie finden sich jede Menge klarer Details, allerdings fehlt hier besonders die Gegenüberstellung mit den Kontrahenten in Parteien, Nutznießern und Personalien.
Aber die Richtung ist deutlich gemacht, denn alles was wegführt von Engholm und der SPD wird forciert und Negatives verbannt.
Wessen Pferd der Autor bereitet wird immer deutlicher, so ist es lediglich eine Frage der Psychologie das herauszufinden, was der Autor wirklich bezweckt und an wen sich der unübersehbare Vergeltungscharakter richtet.
Die viel versprechend angekündigte Fortsetzung über die Engholm-Spiegel-Affären für die aktuelle Ausgabe Nr. 42 liest sich wie eine Wiederholung der Texte aus 1987. Zwar wird hier und da einmal vorsichtig aktualisiert, wo es sich nicht vermeiden läßt, doch trotzdem ist es ein fader Bericht im 87er Tenor, der den momentanen Kenntnisstand nahezu vollständig außer Acht läßt. Es sind zwar nicht mehr die alten Redakteure, doch den neuen Schreibern scheinen plötzlich zuerst der Durchblick und dann auch noch der Mut zur zeitgemäßen Konsequenz zu fehlen.
Lieblose Langeweile, hier und da einmal die alten Hefte hervorgekramt, etwas aus Büchern zusammengestückelt und das war es dann auch schon, so der Eindruck.
Dabei hatte es doch mit Spannung in Heft 41 angefangen, und nun dieser Bruch, der wohl kaum dem gewöhnlichen Spiegelleser auffallen dürfte, wohl aber denen die zu den Informierten über die Engholm-Spiegel Affären zählen.
Unsicherheit und Hilflosigkeit signalisiert dieser Bericht und deutet damit vorerst auf noch zu erwartende stille Wendungen hin. In der letzten Woche müsste sich etwas Besonderes ereignet haben, auf das der Spiegel nicht vorbereitet war. Rückzugsgeplänkel oder neue Aufmarschpläne zur Engholm-Spiegel Schlacht? So wenigstens würde es zu Herrmans Schlacht im selben Spiegel auf Seite 51 passen – auf Seite 52 beginnt das traurige Kapitel über „Das seltsame Doppelleben und der merkwürdige Tod des Dr. Dr. Uwe Barschel“.
Was will der Spiegel der Öffentlichkeit damit sagen? Etwa, dass nun fairer Weise auch ein Bericht, „Das seltsame Doppelleben und der merkwürdige Abgang des christlichen Pfeifenrauchers Björn Engholm“, in Arbeit sei?
... Ludwig Greven!
Ich habe damals von 20 Jahren die Geschichte genau so erlebt wie Sie, wenn ich auch nur als Student in Bonn und nicht als Journalist in Kiel unterwegs war.
Deshalb finde ich erstaunlich, was Ihre Kollegen (auch in der Zeit) so schreiben, die damals recherchierten Daten und Fakten sind ja nicht widerlegt worden.
Doch irgendwie müssen ja die Spalten der Zeitungs- und Zeitschriftenseiten voll werden. Man lässt die gesicherten Fakten weg und ersetzt sie durch unbelegte Spekulationen, besonders krass im SPIEGEL, wo dann der damals 7 jährige Sohn seine Meinung schreiben darf: „Nein, wg. meiner Gene kann mein Vater kein Selbstmörder sein.“
Dagegen ist ihr Beitrag wohltuend sachlich und kompeten!
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