Barschel Klammheimliche RevisionSeite 2/2

Wirklich lehrreich, für die Betroffenen und all ihre Nachfolger, sind geschichtliche Revisionen und die Revisionen von Geschichten vor allem dann, wenn sie offen vollzogen werden. Erst dann nämlich können die wahren Motive des Irrtums und des Handelns wider besseres Wissen zur Sprache kommen - und all jene Gefahren, denen auch Journalisten jederzeit ausgesetzt sind: die Leichtgläubigkeit aus politischer Voreinstellung und die Faszination durch Geschichten, die so unglaublich sind, dass man sie schon deshalb nicht glauben sollte.

 
Leser-Kommentare
  1. Oder kriegen wir jetzt jede Woche so ein Pamphlet vorgesetzt?

  2. Wenn ich einen Cent hätte für jede Mär, die der Spiegel "eigentlich nicht hätte bringen dürfen", dann wäre ich heute ein reicher Mann.

    • Sanza
    • 16.10.2007 um 17:07 Uhr

    Das Bekanntwerdenlassen der Affäre durch den Spiegel just zum Wahlwochenende war schlicht und einfach eine Sauerei. Dass der Spiegel nunmehr in besagtem Artikel der Mordtheorie folgt ist einfach zu erklären: Folgte man nämlich der Selbstmordtheorie, hätte der Spiegel einen nicht zu vernachlässigenden kausalen Beitrag hiezu geleistet.

    • TDU
    • 21.10.2007 um 1:19 Uhr

    Sehr gut analysiert, Herr Leicht. Der Ratz Fatz Stil der damaligen Berichterstattung, gerade durch den Spiegel hat mich damals dazu bewogen, mich mit der Sache nicht näher zu beschäftigen. Bin aber auch Rheinländer und Schleswig Holstein ist weit weg. Trotzdem wäre, gerade wegen der Ungeheuerlichkeit dieser Affäre ein kurzfristiges Schweigen gepaart mit knallhartem Recherchieren angemessen gewesen. Zumal der Spiegel einen riesigen Informationsvorsprung hatte. Der Chef war wohl auch nicht glücklich.

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