Literaturauszeichnung Sieg einer AußenseiterinSeite 2/2
Im Frühjahr erscheint Enrights neuer Kurzgeschichtenband Taking Pictures , an dem sie über zehn Jahre gearbeitet hat. Darüber hinaus sei ihr Kopf "völlig leer". Die Idee für ein neues Buch zu finden sei wie sich zu verlieben: "Ich habe zwar hier und da den einen oder anderen One-Night-Stand gehabt, oder dort mal geknutscht, aber bislang hat es noch nicht gefunkt", sagte Enright über ihre literarischen Pläne. Nach dem Gewinn des Booker-Preises in ein Loch zu fallen, davor sei ihr aber nicht bange.
In jedem Fall wird Enrights Sieg für mehr Absatz ihrer Bücher sorgen. Von The Gathering wurden bislang 3253 Exemplare verkauft – im Vergleich zu McEwans 120.362 von Am Strand , der sich zudem an dem Gedanken erfreuen kann, dass die Verfilmung seines Buchs Abbitte gerade sehr erfolgreich mit Keira Knightley in der Hauptrolle in den Kinos läuft. McEwan hatte sich im Vorfeld dafür ausgesprochen, dass der Booker erwachsen werden und die Preisvergabe nicht mehr als Oscar-ähnliche Show inszeniert werden sollte, die fünf betrübte Verlierer an den Tischen sitzen ließe – dieses Jahr neben McEwan und Jones den pakistanischstämmigen Mohsin Hamid ( Der Fundamentalist, der keiner sein wollte ), Nicola Barker ( Darkness ) und Indra Sinha ( Animal's People ). Immerhin habe bei einer früheren, erfolglosen Nominierung, erzählte McEwan, ihm jemand auf der Herrentoilette vorab geflüstert, dass er nicht gewinnen werde. "Da hatte ich dann genügend Zeit, mein 'großzügiges Verlierer-Gesicht' zu üben."
- Datum 20.11.2008 - 17:17 Uhr
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