Männer Der alte neue MannSeite 2/2

Trotzdem wirft die angebliche Lebenswelt der "neuen Männer" eine unangenehme Frage auf, die das Revolutionäre an FRONT etwas verblassen lässt:

Welche gemeinsamen Interessen haben postschwule, metrosexuelle, neue, wie auch immer geartete Männer? Einzig und allein Mode, Lifestyle und Konsum? Das ist ebenso klischeehaft wie die Tatsache, dass übliche schwule Magazine aus purem Sex bestehen und ihre Leser damit auf nur einen Aspekt ihres Daseins reduzieren. Der "neue Mann" muss doch mehr sein als nur Konsummaschine, oder?

Und nicht nur das. Schwule Männer sind in ihren Interessen so unterschiedlich und vielfältig wie alle anderen Menschen auch. Die einzige Gemeinsamkeit, die sie haben, ist ihre Sexualität. Und Sex ist kein Hobby, sondern gottgegeben - etwas, auf das allein man sich nicht gerne reduzieren ließe.

Wenn es also nicht um Sexualität geht, nicht um emanzipatorischen und politischen Anspruch, was ist dann schwul an diesem Magazin? Im Grunde nichts. FRONT macht genau das, was Jens Bisky bereits im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung gefordert hat: das Schwulsein entpolitisieren. Ein Widerspruch in sich. Denn wenn das Schwulsein an sich nicht mehr wichtig sein soll, wieso richtet sich FRONT dann explizit an Schwule? Im Grunde könnte man sich auch GQ oder die Men's Health kaufen, wenn man ein "neuer Mann" ist.

 
Leser-Kommentare
  1. Wie traurig, einfallslos und einsam muss ein solches Leben für den neuen Mann sein, eingezwängt zwischen nicht erwachsen werden wollen, dem eigenen Anspruch an Nichtigkeit und Bedeutungslosigkeit und einer Perspektive, die sich nur in der Tiefe eines Quantensprungs offenbaren will.
    Auf der Suche nach der Zielgruppe scheinen die Zeitschriften ja jeden Quark neun aufzugiessen, in der Hoffnung, das den Käse dann jemand kauft. Wer glaubt, sein Leben nach Lifestylemagazinen auszurichten, der hat in seiner sicherlich kurzen Kindheit so ziemlich alles vermisst, was es an Werten geben kann. Übrig bleibt dann nur ein Häufchen Elend , welches meistens nicht mehr in der Lage ist, irgendwelche Bindungen einzugehen und sich dann letztendlich einsam in seiner Designerwohnung einen Strick von Armani um den Hals hängt.

  2. dass es dieses Heft gibt. Mens Health und GQ sind nicht wirklich Alternativen für schwule Männer gewesen, davon abgesehen, dass die redaktionellen Beiträge denen in Front nicht das Wasser reichen können. Der Bericht über Andreas Baader klasse (wann hätte man sich getraut, Betrachtungen aus diesem Blickwinkel wiederzugeben), interessant der Bericht über die neuen Bilder von Norbert Bisky, fast verstörend der "Urlaubsbrief", endlich Mark Simpson auf Deutsch. Der Vorwurf, der Mann werde nur als Konsummaschine gesehen, ist vor diesem Hintergrund nicht berechtigt. Schwules Leben besteht Gott-sei-Dank nicht mehr und schon gar nicht nur daraus, um Gleichberechtigung zu kämpfen. In den Großstädten ist es längst schwierig geworden, schlagkräftige Slogans für die CSD-Parade zu finden. Die Tatsache, dass das Heft so ist wie es ist und ohne spezifisch schwulenpolitische Forderungen oder Aussagen auskommt und dennoch unverkennbar schwul ist, ist Ausweis der Emanzipation der Schwulen.

  3. "Keine Titten. Keine Spoiler. Kein Fussball."
    So lautet der Werbe-Claim für FRONT.

    Jetzt wird es Zeit für die alte neue Frau:
    "Keinen Fummel. Keine Rezepte. Keine Esoterik."

    Wie belanglos.

  4. ...lol..diesen Typ kann wahrscheinlich nicht mal mehr Lara Croft das Wasser reichen weil zu abgehoben.Mann o Mann!

    • QUOTE
    • 16.10.2007 um 9:51 Uhr

    "...Stricher, Zuhälter oder Heiratsschwindler geworden...", wenn die Dinge anders gekommen wären, als sie gekommen sind?

    Warum nicht Außenminister und Vizekanzler?

    Würde mich schon mal interessieren, in der Tat...

  5. "Wer sind sie die neuen Männer? Vor kurzem nannte man sie schwul, metrosexuell oder postschwul."

    so so, der "neue mann" ist also homosexuell. was für eine ebenso groteske wie anmaßende behauptung. mag es sein, daß der verfasser dieses artikels hier wunsch mit wirklichkeit verwechselt? bemerkenswert ist lediglich, daß nach wie vor ca. 95% der männlichen bevölkerung diesen trend vollkommen ignorieren.
    und übrigens: "metrosexualität" ist ja wohl eher eine herabwürdigende bezeichnung für sich die augenbrauen zupfende fußballspieler als ein wirklicher gesellschaftlicher trend gewesen, oder?

  6. Zeit für die alte neue Frau und ihr neues Magazin:

    FRAUNT
    Titten. Spoiler. Fussball.

  7. Na gut, wenn man damit Geld verdienen kann. Auf jeden Fall hat die ZEIT schon mal eine PR- Initiative fuer das Blatt gestartet, und das auch noch umsonst.

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