Friedensnobelpreis Ein bisschen Show muss sein

Al Gore erhält den Friedensnobelpreis. Zu Recht? Wissenschaftlich hinkt er dem Klimarat hinterher. Dennoch ist die Entscheidung richtig. Ein Kommentar.

Albert Gore erhält den Friedensnobelpreis, und die Welt schaut zwiegespalten zu. Was ist davon zu halten? Immerhin: Endlich ist der Klimawandel als zentrales Menschheitsproblem erkannt. Der Preis an Gore ist ein harter Schlag insbesondere gegen die klimapolitische Ignoranz der Regierung von George W. Bush. Da wird einem gehuldigt, der seine Landsleute gegen die Linie der politischen Führung überzeugt, ja mitgerissen hat. Gleichzeitig ist Gores Erfolg Ausdruck dafür, wie sich die klimapolitische Debatte in Amerika verändert hat.  

Doch: Braucht es Gore als ausgezeichnete Symbolfigur überhaupt, wo doch der zweite Preisträger, der UN-Klimarat, über fast alle Zweifel erhaben und in seiner wissenschaftlichen Analyse am Ende viel glaubwürdiger ist als der Amerikaner? Kann jemand wie Gore, dessen weltbewegender Film Eine Unbequeme Wahrheit eine ganze Reihe von Schwächen enthält , ein gutes Aushängeschild für Klimaschützer sein? Macht sein zuweilen etwas oberflächlicher Medienauftritt nicht ihn und sein Ziel angreifbar?

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Schließlich: Für seinen Film wurde der Vorkämpfer für ein besseres Klima schon einmal  geehrt, mit einem Oscar. Wofür braucht er noch einen im Gewand des Nobelpreises? Tut der gescheiterte Präsidentschaftskandidat von 2000, der umweltpolitisch zögerliche Vizepräsident unter Bill Clinton, der neue Popstar der amerikanischen Umweltbewegung dem Kampf gegen die Klimaerwärmung überhaupt gut?

Auf den ersten Blick kann man das bezweifeln. Denn Al Gore nutzte die Klimawelle nicht zuletzt aus egoistischen Motiven: Er surfte auf ihr erfolgreich aus einem Popularitätstief heraus. Der UN-Klimarat ist über solche Vorwürfe weitgehend erhaben. Wäre es also nicht besser gewesen, allein das UN-Gremium auszuzeichnen?

Nein, denn der Friedensnobelpreis ist eine Auszeichnung, die Personen braucht, um Wirkung zu entfalten. Der Preis verleiht besonderen Menschen mit einem besonderen Thema Bedeutung. Deshalb erinnern wir uns an Willy Brandt, Henry Kissinger, Rigoberta Menchu, Aung Suu Kyi. Aber nicht an die UN-Blauhelme.

Leser-Kommentare
  1. Autsch ---

    ein politisches Komitee vergibt einen politischen Preis an jemanden, für den das Klima eine spirituelle Angelegenheit ist -------- und das soll ein harter Schlag gegen all die Wissenschaftler sein, die anderer Meinung sind?

    Oh je!

    • ezoo
    • 13.10.2007 um 13:55 Uhr

    Herr Polke-Majewski kommt zu dem Schluss, dass es der Klimadebatte nur gut tut, sie mit etwas mehr Show und Spektakel à la Hollywood anzureichern. Was die Welt braucht ist "Grosses Kino". Mit ähnlicher Logik liesse sich - überspitzt gesagt - auch die Bildzeitung publizistisch würdigen: für ihre Nähe zum Menschen und für die lebendige Aufbereitung des trockenen Stoffs, aus dem die Nachrichten sind.

    Es wurde treffend bemerkt, dass es um eine Frage des Stils geht. Mit der Auszeichnung für Gore, wird ein Politikstil gefeiert, der auf Pathos und PR setzt und sich massenmedial durchsetzen kann. In diesem Punkt halte ich den Vergleich mit den Preisträgern Brandt, Kissinger, Menchu und Suu Kyi für fragwürdig. Meines Erachtens liegt in der Stilfrage genau der Unterschied, auch wenn es sich ebenfalls um "Big Names" handelt. Vor allem aber bestand die Stärke des Friedensnobelpreises oftmals darin, stille und anonyme Friedensarbeit zu würdigen: Ärzte ohne Grenzen, Kampagne für das Verbot von Landminen, Amnesty International, Yunus und die Grameen Bank, die UNO und auch die UNO-Blauhelme.

    Wenn man den Klimawandel (und die Möglichkeit einer friedlicheren Welt) als etwas begreift, was Gesellschaften vor allem kulturelle Veränderungen abverlagt, stellt sich die Frage, ob man nicht beim Politikstil anfangen müsste. Können eigentlich immer nur Europäer von Amerikanern lernen, oder geht das auch mal andersrum?

  2. Da vergibt die westliche Zivilisation einen Preis an jemanden, der ebendiese Zivilisation daran erinnert, dass hauptsähclich sie für das Zugrunderichten und Vernichten menschlicher Lebensgrundlagen verantwortlich ist, die wiederum in der Hauptsache ärmere, zahlreichere Bevölkerungen und Staaten treffen, die noch am wenigsten dafür können aber ihrer Lebensgrundlagen beraubt werden.

    Und das, obwohl jedem die Folgen dieses Lebenswandels bekannt sein müssen, können und auch sind so man die Augen öffnet; und das alles nicht erst seit gestern.
    Hinzu kommt noch, dass Gore ja nicht einmal den Einfluss oder die Möglichkeit hat/hatte um selbst genug dagegen zu tun, er informiert bestenfalls publikumsgerecht. Dann könnte man ebendiesem und dem anderen Ignoranten Publikum aber auch die goldene Ananas oder einen anderen Preis für Dummheit und Untätigkeit überreichen.

    Irgendwie schon schön, solch selbstreferenzielles Verhalten, oder?

    Und etwas noch an ezoo und den Autor des zugrunde liegenden Textes:
    Die VN z.B. sind eine positiv wirkende Organisation. Dieser kann man aber keinen Preis verleihen, denn sie ist bestenfalls existent. Aber selbst zu ihrer Existenz benötigt sie koexistierende Staaten, die wiederum Individuen, also Menschen benötigen.
    Zu guter letzt wurden die VN auch "nur" von einem oder mehreren Menschen geschaffen.
    Wie will man denen in Stellvertretung durch die VN den Preis überreichen?
    Aus dieser Kette ziehe ich den Schluss, dass Preise von Menschen stets an Menschen verliehen werden müssen.
    Ich könnte auch einen dummen, einfachen Spruch wie "Wahrheit und Veranwortung sind konkret" oder ähnliches ablassen, es änderte nichts an der Auffassung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Diemo Schaller

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    • ezoo
    • 13.10.2007 um 16:51 Uhr

    @ Diemo Schaller

    Mit ihrer Anaylse über das selbstreferenzielle Verhalten bin ich einverstanden. Beim zweiten Teil kann ich allerdings nicht folgen.

    Mit VN meinen Sie doch die Vereinten Nationen (englisch: UN, UNO) und nicht etwa die Vorarlberger Nachrichten?

    Die VN (...). Dieser kann man aber keinen Preis verleihen, denn sie ist bestenfalls existent.

    Besagte VN und ihr Stellvertreter Kofi Annan erhielten 2001 den Friedensnobelpreis. Und es wurden auch schon Organisationen ohne Stellvertreter ausgezeichnet, z.B. Ärzte ohne Grenzen (frz.: MSF). Warum sollte das auch nicht gehen? Hinter jeder Organisation stehen Menschen - natürlich, was denn sonst...!?

    • ezoo
    • 13.10.2007 um 16:51 Uhr

    @ Diemo Schaller

    Mit ihrer Anaylse über das selbstreferenzielle Verhalten bin ich einverstanden. Beim zweiten Teil kann ich allerdings nicht folgen.

    Mit VN meinen Sie doch die Vereinten Nationen (englisch: UN, UNO) und nicht etwa die Vorarlberger Nachrichten?

    Die VN (...). Dieser kann man aber keinen Preis verleihen, denn sie ist bestenfalls existent.

    Besagte VN und ihr Stellvertreter Kofi Annan erhielten 2001 den Friedensnobelpreis. Und es wurden auch schon Organisationen ohne Stellvertreter ausgezeichnet, z.B. Ärzte ohne Grenzen (frz.: MSF). Warum sollte das auch nicht gehen? Hinter jeder Organisation stehen Menschen - natürlich, was denn sonst...!?

    • ezoo
    • 13.10.2007 um 16:51 Uhr
    4. ?-?-?

    @ Diemo Schaller

    Mit ihrer Anaylse über das selbstreferenzielle Verhalten bin ich einverstanden. Beim zweiten Teil kann ich allerdings nicht folgen.

    Mit VN meinen Sie doch die Vereinten Nationen (englisch: UN, UNO) und nicht etwa die Vorarlberger Nachrichten?

    Die VN (...). Dieser kann man aber keinen Preis verleihen, denn sie ist bestenfalls existent.

    Besagte VN und ihr Stellvertreter Kofi Annan erhielten 2001 den Friedensnobelpreis. Und es wurden auch schon Organisationen ohne Stellvertreter ausgezeichnet, z.B. Ärzte ohne Grenzen (frz.: MSF). Warum sollte das auch nicht gehen? Hinter jeder Organisation stehen Menschen - natürlich, was denn sonst...!?

    Antwort auf "unverständlich"
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    @ezoo:

    Mit VN meinen Sie doch die Vereinten Nationen (englisch: UN, UNO) und nicht etwa die Vorarlberger Nachrichten?

    Schon richtig. Ich dachte, ich übersetze einmal da ich heute in einem Discounter(^^) "Pfefferoni" las.

    Und es wurden auch schon Organisationen ohne Stellvertreter ausgezeichnet, z.B. Ärzte ohne Grenzen (frz.: MSF). Warum sollte das auch nicht gehen? Hinter jeder Organisation stehen Menschen - natürlich, was denn sonst...!?

    Vielleicht hätte ich ergänzen sollen, dass das dezidiert meine Auffassung repräsentiert. Ich gebe aber gerne zu, dass es mir hauptsächlich um angesprochene Selbstreferenzialität ging - der Verweis auf die von mir angenomme Unmöglichkeit eine Organisation auszuzeichnen war ein Zusatz. Für welche konkrete Aktion soll eine Organisation ausgezeichnet werden? Nur, dass sie besteht? Das ist auch nicht "ihr" Verdienst. Ist eben eine prizipielle MArotte, wenn sie so möchten, von mir Organisationen von der soziologischen Seite individueller Kooperation zu betrachten. Für mich verbindet sich genannte Unmöglichkeit damit.

    Mit freundlichen Grüßen

    Diemo Schaller

    @ezoo:

    Mit VN meinen Sie doch die Vereinten Nationen (englisch: UN, UNO) und nicht etwa die Vorarlberger Nachrichten?

    Schon richtig. Ich dachte, ich übersetze einmal da ich heute in einem Discounter(^^) "Pfefferoni" las.

    Und es wurden auch schon Organisationen ohne Stellvertreter ausgezeichnet, z.B. Ärzte ohne Grenzen (frz.: MSF). Warum sollte das auch nicht gehen? Hinter jeder Organisation stehen Menschen - natürlich, was denn sonst...!?

    Vielleicht hätte ich ergänzen sollen, dass das dezidiert meine Auffassung repräsentiert. Ich gebe aber gerne zu, dass es mir hauptsächlich um angesprochene Selbstreferenzialität ging - der Verweis auf die von mir angenomme Unmöglichkeit eine Organisation auszuzeichnen war ein Zusatz. Für welche konkrete Aktion soll eine Organisation ausgezeichnet werden? Nur, dass sie besteht? Das ist auch nicht "ihr" Verdienst. Ist eben eine prizipielle MArotte, wenn sie so möchten, von mir Organisationen von der soziologischen Seite individueller Kooperation zu betrachten. Für mich verbindet sich genannte Unmöglichkeit damit.

    Mit freundlichen Grüßen

    Diemo Schaller

  3. @ezoo:

    Mit VN meinen Sie doch die Vereinten Nationen (englisch: UN, UNO) und nicht etwa die Vorarlberger Nachrichten?

    Schon richtig. Ich dachte, ich übersetze einmal da ich heute in einem Discounter(^^) "Pfefferoni" las.

    Und es wurden auch schon Organisationen ohne Stellvertreter ausgezeichnet, z.B. Ärzte ohne Grenzen (frz.: MSF). Warum sollte das auch nicht gehen? Hinter jeder Organisation stehen Menschen - natürlich, was denn sonst...!?

    Vielleicht hätte ich ergänzen sollen, dass das dezidiert meine Auffassung repräsentiert. Ich gebe aber gerne zu, dass es mir hauptsächlich um angesprochene Selbstreferenzialität ging - der Verweis auf die von mir angenomme Unmöglichkeit eine Organisation auszuzeichnen war ein Zusatz. Für welche konkrete Aktion soll eine Organisation ausgezeichnet werden? Nur, dass sie besteht? Das ist auch nicht "ihr" Verdienst. Ist eben eine prizipielle MArotte, wenn sie so möchten, von mir Organisationen von der soziologischen Seite individueller Kooperation zu betrachten. Für mich verbindet sich genannte Unmöglichkeit damit.

    Mit freundlichen Grüßen

    Diemo Schaller

    Antwort auf "?-?-?"
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    • ezoo
    • 13.10.2007 um 19:59 Uhr

    @ Diemo Schaller

    Ich kann ihren Punkt noch immer nicht nachvollziehen bzw. sehe da keinen Bezug zu meinem Text, und das obwohl mir systemtheoretische Perspektiven nicht fremd sind. Kommunikation ist eben höchst unwahrscheinlich;->

    Für welche konkrete Aktion soll eine Organisation ausgezeichnet werden? Meine schlichte Antwort: für die Handlungen, die in ihrem Namen vollzogen werden. Mehr geht nicht.

    Das von mir behandelte Thema war aber eigentlich die Stilfrage. Im übertragenen Sinn: Discount oder Bio.

    mfg

    Ps. Die Bewertungen stammen nicht von mir.

    • ezoo
    • 13.10.2007 um 19:59 Uhr

    @ Diemo Schaller

    Ich kann ihren Punkt noch immer nicht nachvollziehen bzw. sehe da keinen Bezug zu meinem Text, und das obwohl mir systemtheoretische Perspektiven nicht fremd sind. Kommunikation ist eben höchst unwahrscheinlich;->

    Für welche konkrete Aktion soll eine Organisation ausgezeichnet werden? Meine schlichte Antwort: für die Handlungen, die in ihrem Namen vollzogen werden. Mehr geht nicht.

    Das von mir behandelte Thema war aber eigentlich die Stilfrage. Im übertragenen Sinn: Discount oder Bio.

    mfg

    Ps. Die Bewertungen stammen nicht von mir.

    • ezoo
    • 13.10.2007 um 19:59 Uhr

    @ Diemo Schaller

    Ich kann ihren Punkt noch immer nicht nachvollziehen bzw. sehe da keinen Bezug zu meinem Text, und das obwohl mir systemtheoretische Perspektiven nicht fremd sind. Kommunikation ist eben höchst unwahrscheinlich;->

    Für welche konkrete Aktion soll eine Organisation ausgezeichnet werden? Meine schlichte Antwort: für die Handlungen, die in ihrem Namen vollzogen werden. Mehr geht nicht.

    Das von mir behandelte Thema war aber eigentlich die Stilfrage. Im übertragenen Sinn: Discount oder Bio.

    mfg

    Ps. Die Bewertungen stammen nicht von mir.

    Antwort auf "Re: ?-?-?, ezoo"
  4. Was mich am Al Gore-Film beeindruckte, war seine, Gore's, ausdrückliche Entscheidung, aufgrund der von ihm gemachten Umwelt- und Zusammenhangs-Studien eine ethische Frage zu stellen: 'Wie lebe ich auf diesem Planeten angesichts der durch die Studien in Aussicht gestellten Bedingungen und Erwartungen weiter?' Und dass er sich durch seine Antwort auf die Frage entschloss, seine Informationspolitik durch die in dem Film gezeigten Wahrheiten - als solche er sie zumindest versteht - in über 1000x gezeigten Diashows überall auf der Erde zu betreiben. Meiner Ansicht nach ist das lebendiges Engagement und entspricht den Möglichkeiten dieses Mannes.
    Niemand erwartete diese Entwicklung im Jahr 2000. Wer warten konnte, wurde jetzt dafür etwas mitbelohnt. Und wer weiss heute, worin ein Zusammenhang zwischen Umweltpolitik und dem Weltfrieden möglicherweise bestehen kann? Icarus

  5. zumindest für Zeit-Schreiber wie Polke-Majewsky. Jaja, das Klimaproblem ist das zentrale Menschheitsproblem. Nicht etwa das Problem der direkten Bedrohung welches sich in den riesigen Waffenbergen ja sehr schön - bzw. sehr klar - zeigt, und welches, Jahre nach dem Fall der Mauer, eben auch nicht gelöst ist, sondern sich ebenso, entgegen wohlfeiler allfälliger Friedensreden und -Gesten, genaubesehen immer mehr verschärft.
    Aber genau die Verdrängung dieses Problems scheint, unbewusst aber wohl eher, der Hauptsinn dieses außerordentlichen Hochkochens gerade des Klimaproblems zu sein: Wir haben ein Umweltproblem - die vielen Bomben, Trägersysteme und Dauerkonflikte sind halt auch da, aber doch nicht soo wichtig - das brauchen wir halt, für unsere Sicherheit!
    Am Besten, so muss man hier ableiten, schafft man den Friedensnobelpreis ab und macht daraus einen Umwelt- oder Klima-Nobelpreis - da würde diesmal hier wenigstens draufstehen was drin ist - und das wichtigste Menschheits-Problem wäre so dann ja (bis zu seiner Lösung) auch dauerhaft hochgesetzt! (Aber gut, der Sinn von Zeitungen liegt wohl nicht in der Verbreitung, sondern eher in der Verschleierung von Wahrheiten, auch daran hat sich seit deren Bestehen wohl nicht so viel geändert. Unschönes verkauft sich ja eben auch schlecht, die Welt will ja bekanntlich gekonnt be....richtet sein...).

    Ob man allein schon mit solch einem irgendwo leidereben doch verlogenen Herangehen (und Herr Gore scheint hier, persönlich besehen, ja auch nicht der Allerglaubwürdigste zu sein!), nicht nur über das Klimaproblem weiterlamentiert, sondern dieses wirklich noch halbwegs erträglich abmildern kann, was auch ich sehr positiv beurteilen würde, das ist m.E. sehr fraglich. Politic and information as usual, das Ganze auch hier, leider wiedereinmal.

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    Ich glaube nicht, dass man das Thema Klimaforschung/Umweltbedingungen/Energie so darstellen sollte, dass die anderen Probleme damit verdrängt oder zugedeckt würden. Nach B. Clinton ist nämlich gerade dies der Fall, dass nicht die Globale Bedrohung durch den Terror, sondern die Zerstörung der Umwelt - was ja vielleicht manchmal dasselbe sein kann - das massgeblichste Problem zumindest dieses Jahrzehnts darstellt. Viele Beobachter sind sich zudem auch darin einig, dass das Thema Umwelt und Klima/Energie den amerikanischen Wahlkampf um die Präsidentschaft im nächsten Jahr nicht unwesentlich mitbestimmen wird.
    Wenn nun Albert Gore in den USA als neuer Kandidat für die Wahl 2008 gehandelt wird, scheint es mir nicht in erster Linie das Verdienst noch eine mögliche Absicht des Nobelpreisträgers zu sein, sondern die Reaktion einer breiten amerikanischen Öffentlichkeit, welche zeigt, dass dass Thema zuhause nicht vom Tisch ist. Vielleicht entspricht es auch der amerikanischen Seele und ihren unbewussten Schichten, dass Viele nächstes Jahr gerne einen Wahlsieger sähen, der nicht über das Thema des Irakkriegs und dessen unlösbaren Problemen in's Präsidentenamt stiege, weil das glanzlos gewordene Thema keinen strahlenden Sieger mehr abgeben dürfte. Dann lieber einen, bei dessen Antritt gleich ein zwiefaches Potential zum Jubeln vorgegeben wäre, nämlich eben die lange happy-end-story, mit der sich die amerikanische Massenseele gut zu identifizieren wüsste, wie auch der Umstand, dass die kollektive Verdrängung der eigenen Niederlage mit dem Irakkriegsgegner Gore und dem Thema Weltklima gewissermasssen als Ersatz-Sieger und Retter des Guten perfekt wäre.
    Meiner Meinung nach ist das die amerikanische Mentalität, aber ich wüsste nicht, ob ich Gore diesen Schritt wünschen sollte. Wollen wir das uns als übertrieben Erscheinende der amerikanischen Wertvorstellungen aus unserer Sicht relativieren, darf allein der Nobelpreis als Wahl-Ersatz und die Aktivitäten Al's als engagierter Ethiker als das Leben gesehen werden, das ihm zu gönnen ist. Icarus

    Ich glaube nicht, dass man das Thema Klimaforschung/Umweltbedingungen/Energie so darstellen sollte, dass die anderen Probleme damit verdrängt oder zugedeckt würden. Nach B. Clinton ist nämlich gerade dies der Fall, dass nicht die Globale Bedrohung durch den Terror, sondern die Zerstörung der Umwelt - was ja vielleicht manchmal dasselbe sein kann - das massgeblichste Problem zumindest dieses Jahrzehnts darstellt. Viele Beobachter sind sich zudem auch darin einig, dass das Thema Umwelt und Klima/Energie den amerikanischen Wahlkampf um die Präsidentschaft im nächsten Jahr nicht unwesentlich mitbestimmen wird.
    Wenn nun Albert Gore in den USA als neuer Kandidat für die Wahl 2008 gehandelt wird, scheint es mir nicht in erster Linie das Verdienst noch eine mögliche Absicht des Nobelpreisträgers zu sein, sondern die Reaktion einer breiten amerikanischen Öffentlichkeit, welche zeigt, dass dass Thema zuhause nicht vom Tisch ist. Vielleicht entspricht es auch der amerikanischen Seele und ihren unbewussten Schichten, dass Viele nächstes Jahr gerne einen Wahlsieger sähen, der nicht über das Thema des Irakkriegs und dessen unlösbaren Problemen in's Präsidentenamt stiege, weil das glanzlos gewordene Thema keinen strahlenden Sieger mehr abgeben dürfte. Dann lieber einen, bei dessen Antritt gleich ein zwiefaches Potential zum Jubeln vorgegeben wäre, nämlich eben die lange happy-end-story, mit der sich die amerikanische Massenseele gut zu identifizieren wüsste, wie auch der Umstand, dass die kollektive Verdrängung der eigenen Niederlage mit dem Irakkriegsgegner Gore und dem Thema Weltklima gewissermasssen als Ersatz-Sieger und Retter des Guten perfekt wäre.
    Meiner Meinung nach ist das die amerikanische Mentalität, aber ich wüsste nicht, ob ich Gore diesen Schritt wünschen sollte. Wollen wir das uns als übertrieben Erscheinende der amerikanischen Wertvorstellungen aus unserer Sicht relativieren, darf allein der Nobelpreis als Wahl-Ersatz und die Aktivitäten Al's als engagierter Ethiker als das Leben gesehen werden, das ihm zu gönnen ist. Icarus

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