Internet-TV Bewegte Bilder für alle!
Eine gemeinnützige Stiftung will YouTube herausfordern. Mit dem Videoplayer Miro und Rechnernetzen wie bei Musiktauschbörsen soll Internet-Fernsehen für jedermann möglich werden. Teil 2 der Serie: Datenkraken stoppen!
Die Verheißungen von Internet-Video sind verlockend, denn theoretisch kann jeder heute damit berühmt werden. Ein Rechner, eine einfache Kamera und ein bisschen Software reichen aus, um eine eigene Sendung oder eine eigene Show zu produzieren. Und der Vertrieb scheint auch gewährleistet - dank zahlloser Videobörsen wie dem berühmten YouTube.
YouTube ist damit inzwischen groß geworden: Mit täglich Zehntausenden neuer Videos und monatlich Milliarden betrachteter Clips ist das Unternehmen unangefochtener Marktführer - und wurde vor einem Jahr für satte 1,3 Milliarden Euro von Google geschluckt. Spätestens seitdem ist klar, dass das Geschäft mit bewegten Bildern auch im Web 2.0 den Konzernen gehört.
„Internet-Video entwickelt sich in die falsche Richtung“, kritisiert denn auch Nicholas Reville, „YouTube ist so groß, dass sie fast ein Monopol haben.“ Reville ist Mitbegründer der Participatory Culture Foundation (PCF), einer gemeinnützigen Stiftung, die sich der Verbreitung von Videos im Internet widmet und zwar unabhängig vom kommerziellen Medienbetrieb.
Will man seine Filmchen der Öffentlichkeit bekannt machen, kommt man um YouTube zur Zeit nicht herum. Nutzt man einen anderen Vertriebskanal – weil man beispielsweise eine bessere Bildqualität haben will oder sich an den Nutzungsbestimmungen von YouTube stört - verliert man sofort einen großen Teil seines potenziellen Publikums.
Und so ist es keine Frage, wo der US-Nachrichten-Sender CNN seine Internet-Debatten mit den Präsidentschaftskandidaten veranstaltet - ebenso selbstverständlich wie viele Medien weltweit, die regelmäßig Filme auf dieser Plattform veröffentlichen. Die Konkurrenz von YouTube ist zwar noch vergleichsweise klein, dabei aber auch meist in der Hand von etablierten Medienhäusern: So hat RTL die Seite Clipfish gestartet, ProSiebenSat1 hält 30 Prozent an der Plattform Myvideo. Und die Verlagsgruppe Burda ist an Sevenload beteiligt.
- Datum 25.04.2008 - 04:53 Uhr
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