EM-Absage Österreichs? „Pointe nicht verstanden“

Die Initiative „Österreich zeigt Rückgrat“ fordert, das Land solle von der EM zurücktreten. Anstatt zu lachen, beschimpfen viele die Initiatoren als Nestbeschmutzer. Ein Interview

ZEIT online: Herr Kriess, Sie sind der Sohn des ehemaligen österreichischen Nationalspielers Werner Kriess und Sie fordern, dass Ihr Fußballverband seine Teilnahme an der EM 2008 zurückzieht. Ist das Ihr Ernst?

Michael Kriess: Jeder, der das glaubt, muss eine Schraube locker haben. Wir wollten eine Debatte über unseren Fußball anstoßen. Wir sind bewusst den humoristischen Weg gegangen, aber nur wenige haben die Pointe verstanden.

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ZEIT online: Inwiefern?

Kriess: Die Österreichische Presseagentur wollte wissen, wie wir dazu stehen, dass Michel Platini unsere Idee für dumm hält. Eine Dame vom Spiegel rief an und sagte, sie habe bei der Uefa angerufen, und erfahren, dass sich Österreich gar nicht von der EM zurückziehen darf. Danach haben wir gesagt, jetzt müssen wir Klartext reden.

ZEIT online: Also haben Sie gar keine Angst, dass „das Land der Schöngeister", durch „unästhetische" Kicker Schaden nehmen könnte?

Kriess: Wir unterstützen unsere Nationalmannschaft und wollten deshalb eine Debatte anregen: Günter Netzer hat recht: Österreich wird zur EM keine ernstzunehmende Mannschaft beisammen haben. Unsere Fußballliga ist eine Katastrophe. Funktionäre und Mäzen wie der Red Bull-Chef haben unseren Fußball runtergewirtschaftet. Darüber soll diskutiert werden.

ZEIT online: Sie haben T-Shirts verkauft und über ihre Initiative wurde in mehr als 50 Zeitungen berichtet, auch in der ZEIT. Feiern Sie jetzt eine Party?

Kriess: Wir haben hunderte Mails von Leuten bekommen, die unser Anliegen teilen, dass freut uns. Aber da wir mit zehn Leuten vier Wochen an der Idee gearbeitet haben, reicht das Geld noch nicht für eine Party. Es haben zwar Zehntausende unsere Petition für einen österreichischen EM-Verzicht unterschrieben, T-Shirts haben wir aber lange nicht so viele verkauft. Vielleicht bekommen die wenigen Exemplare irgendwann einen Kultstatus. Außerdem: Solange Toni Polster zu Recht sagt, der österreichische Fußball ist nicht konkurrenzfähig, gibt es auch keinen Anlass zum Feiern.

Leser-Kommentare
    • SXH
    • 18.10.2007 um 14:00 Uhr

    Mittlerweile gibt es eine Gegeninitiative
    "Pro Nationalteam" will ÖFB-Auswahl unterstützen"
    http://www.newskick.de/st...

  1. Was ist so schlimm, wenn ein Land keine "gute" Nationalmannschaft hat??

    Krankenhäuser, Schulen, Bibliotheken sind wichtiger als Fußballstadien.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Eine gute Fussball Nationalmannschaft zu haben ist das wichtigste überhaupt!
    Das geht auch als relativ kleines Land (siehe Holland).

    Eine gute Fussball Nationalmannschaft zu haben ist das wichtigste überhaupt!
    Das geht auch als relativ kleines Land (siehe Holland).

  2. Eine gute Fussball Nationalmannschaft zu haben ist das wichtigste überhaupt!
    Das geht auch als relativ kleines Land (siehe Holland).

    Antwort auf "Na und ?"
  3. die Männer in der Kommentatorenkabine wissen immer wie`s geht.Keine Panik,auch bei der EM gilt "der zweite ist der erste von den Verlierern".C`est la vie!

  4. Fussb* was?

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