Die vor einigen Wochen ausgebrochene Krise auf den internationalen Finanzmärkten ist die geradezu zwangsläufige Folge unserer modernen Währungsordnung, dessen Rückgrat die vom Staat inthronisierten Papiergeldproduzenten sind, also die Zentralbanken. Der Staat hat das Papiergeldsystem gewollt, weil es ihm größere Möglichkeiten der Kreditfinanzierung verschafft. Aber damit schuf er gleichzeitig auch eine von Verantwortungslosigkeit und Leichtsinn getriebene Dynamik auf den Finanzmärkten. Kapitalisten wissen, dass die Zentralbanken bereitstehen, einen Einbruch dieser (nicht zuletzt für den Staat wichtigen) Märkte durch vermehrte Geldproduktion zu unterbinden. Sie haben daher den perversen Anreiz, ihre Investitionen mit möglichst viel Fremdmitteln und möglichst wenig Eigenkapital zu finanzieren. Aber dadurch vergrößert sich natürlich ihre Anfälligkeit. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Zentralbanken wie in unseren Tagen zu eben solchen Rettungsaktionen gezwungen werden – wodurch dann jener perverse Anreiz noch weiter verstärkt wird.

Ganz ähnlich war auch die Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre nicht ein Auswuchs vermeintlich instabiler Finanzmärkte, sondern sie entsprang langjährigen währungspolitischen Interventionen, die die Marktteilnehmer zu leichtsinnigen Engagements verführt hatten. Der 1932er Tauschring in Wörgl war letztlich eine Reaktion auf eine vom Staat geschaffene Depression.

Wir brauchen heute sehr dringend eine liberale Alternative zum herrschenden etatistischen Wirtschaftssystem. Sicherlich wird es nicht einfach sein, diese Alternative gegenüber dem etablierten Interessenkartell aus Politikern, Beamten, Intellektuellen und Unternehmern durchzusetzen. Aber sollte es gelingen, würden sowohl das profitorientierte wie auch das soziale Wirtschaften zu den Gewinnern zählen. Im Moment ist soziales Wirtschaften ganz vornehmlich ein Reparaturbetrieb für die Kollateralschäden des staatlichen Aktivismus. In dem Maße, in dem der Staat zurückgedrängt wird, kann es endlich seine eigentliche Aufgabe wahrnehmen und ergänzend zum Markt produzieren.

Guido Hülsmann lehrt an der Université d’Angers.