Bundesliga Schicksale des DDR-Fußballs

Misswirtschaft, rechtsradikale Fan-Übergriffe, erfolglose Mannschaften: Die einstigen Spitzenklubs der DDR kämpfen mit Realität und Anspruch. Eine Serie (Teil 1/2)

„Wir bei Dynamo sind alle eine Soße“, sagte der ehemalige Präsident Dynamo Dresdens, Jochen Rudi, 2005, als er einen Vierjahresplan für seinen Fußballklub vorstellte. „Mir macht Mut, dass es im Verein stimmt. Unter den Spielern, im Trainerstab, auf der Geschäftsstelle, im Präsidium, im Aufsichtsrat. 2008 wollen wir in der 1. Liga sein.“

Anfang dieses Jahres gab Rudi sein Präsidentenamt aus persönlichen Gründen auf. Dynamo Dresden, vielleicht der populärste Fußballverein der ehemaligen DDR, achtmaliger Oberliga-Meister und siebenmaliger Gewinner des FDGB-Pokals, spielt in diesem Jahr im Mittelfeld der Regionalliga Nord. Obwohl der Verein nach Bayern München die meisten Besucher auf der Vereinshomepage haben soll, zählen seine Spieler offiziell nicht als Profis.

Amateurhafte Misswirtschaft, rechtsradikale Fan-Übergriffe und anhaltende Erfolglosigkeit – seit der Wende vereint das Schicksal fast aller DDR-Klubs vor allem eines: die negative Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Mitte Oktober, beim Fünftliga-Spiel zwischen Lok Leipzig und Sachsen Leipzig II, konnten 800 Polizisten, eine Reiterstaffel und 72 Kameras nicht verhindern, dass etwa 60 Hooligans mehrere hundert Fans angriffen und das Spiel kurzzeitig unterbrochen werden musste. Ein Leuchtspurgeschoss hatte fast einen am Boden liegenden Spieler getroffen.

Zur Erinnerung: 16 Jahre ist es her, dass nach der deutsch-deutschen Fußballeinheit 1991 mit dem letzten Ostmeister Hansa Rostock und Dynamo Dresden zwei Vereine in der Bundesliga starteten. Dazu kamen sechs Zweitligisten und eine eigene dritte Liga für den Osten. Mit Union Berlin und Rot-Weiß Erfurt spielten zwei ehemalige DDR-Vereine auch nach der Wiedervereinigung im Europapokal. Michael Ballack, Thomas Doll, Jens Jeremies, Bernd Schneider, Frank Rost, Andreas Thom, Ulf Kirsten und Matthias Sammer heißen die erfolgreichsten Spieler, die wenig später dem gut bezahlten Ruf der Westvereine folgten.

Ohne die selbst ausgebildeten Nationalspieler kämpften die Traditionsvereine aus der DDR mit den Mechanismen der neuen Marktwirtschaft. Den Kampf verloren viele. Die neue, offene Fußballwelt erwies sich für sie als Katastrophe auf Raten.

Lesen Sie im ersten Teil der Serie "Schicksale des DDR-Fußballs" auf den folgenden Seiten die Entwicklung von Lokomotive Leipzig, Chemnitzer FC, Dynamo Dresden, Carl Zeiss Jena und Hansa Rostock

1. FC Lokomotive Leipzig (von 1991 bis 2004 VfB Leipzig)

Lok Leipzig war in den Siebziger- und Achtzigerjahren mit 77 Spielen im Europapokal einer der bekanntesten DDR-Vereine in Europa. Nach der Wiedervereinigung startete der erste deutsche Fußballmeister von 1903 (damals unter dem Namen VfB Leipzig) in der 2. Bundesliga. Zwei Jahre später stieg der Verein sogar mit dem dritthöchsten Etat der Vereinsgeschichte in die Bundesliga auf. Der DFB genehmigte den teuren Bau der WM-Arena Zentralstadion. „Geld war da, aber es wurde schlecht gewirtschaftet. Vielleicht hätte der DFB damals mehr Hilfe in Betriebswirtschaft geben müssen,“ sagt heute Hans-Georg Moldenhauer, Ost-Vertreter im Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes.

Die einzige Saison in der höchsten deutschen Spielklasse (1993/94) endete in einem Fiasko. Vom 18. Spieltag bis zum Saisonende kam Lok nicht über den letzten Tabellenplatz hinaus. In der zweiten Liga setzte sich der Abwärtstrend fort. Ende der Neunziger soll der ehemalige Bundesliga-Trainer Dragoslav Stepanovic in Leipzig monatlich etwa 40.000 Mark verdient haben – in der dritten Liga.

Während die Mannschaft anschließend in die Oberliga abstieg, leitete der Insolvenzverwalter 2000 das erste und vier Jahre später das zweite Konkursverfahren ein. Etwa fünf Millionen Euro Schulden sorgten im April 2004 dafür, dass der Traditionsverein VfB Leipzig aufgelöst wurde.

Lokomotive Leipzig startete in der niedrigsten Spielklasse neu und stellte mit 12.421 Zuschauern in einem Kreisklassespiel einen Zuschauerrekord auf. Die erste Saison beendete der neue Verein mit einem Torverhältnis von 316:13. In einem Stadtpokal-Spiel streifte sich sogar Lothar Matthäus in einem Comeback-Spiel das Lok-Trikot über.

Bevor einige VfB-Fans den inoffiziellen Nachfolgeverein Lokomotive Leipzig gegründet hatten, versuchte die Stadt Leipzig, die Fanlager von VfB und Sachsen Leipzig zusammenführen. Sachsen Leipzig ist der Nachfolgeverein von Chemie Leipzig und ewiger Konkurrent von Lok. Vor einigen Monaten stand Sachsen Leipzig, der Klub der Linken und Oppositionellen, vor der Übernahme durch den Getränkehersteller Red Bull. Unter einem Einheitsverein Union Leipzig sollten alle Leipziger Fußballkräfte gebündelt werden. Wegen der Fanrivalitäten blieb dies aber eine aussichtslose Idee.

Mitte Oktober trat Lok gegen die zweite Mannschaft von Sachsen Leipzig im WM-Stadion an. Die Medien bezeichneten das Fünftligaspiel als „Hass-Duell“. Die Polizei versuchte mit 800 Beamten und einer Reiterstaffel vergebens, die gegnerischen Gruppen zu beruhigen. Lok-Anhänger aus dem rechtsradikalen Milieu winkten dem gegnerischen Block mit einer Iran-Fahne zu. 72 Fernsehkameras und 124 Journalisten berichteten über Hooligan-Ausschreitungen und einem kurzzeitigen Spielabbruch.

Ehemalige Spieler: Clemens Fritz (Werder Bremen), René Adler (Bayer Leverkusen), Jürgen Rische (u.a. 1.FC Kaiserslautern), Marco Rose (FSV Mainz 05), Bernd Hobsch (u.a. Werder Bremen)

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Chemnitzer FC (bis 1990 FC Karl-Marx-Stadt)

„Die Rassisten sind immer da. Das ist Alltag.“ Yakubu Adamu, der seit zwei Jahren beim Chemnitzer FC in der Oberliga Nordost spielt, nannte in einem Interview das Problem des Chemnitzer FC beim Namen.

Der ehemalige DDR-Meister siegte sich noch 1990 bis ins Achtelfinale des Uefa-Pokals und spielte gegen den späteren Pokal-Gewinner Juventus Turin.

Nach der Wiedervereinigung gehörte Chemnitz fünf Jahre lang der zweiten Bundesliga an, es folgten drei Jahre Drittklassigkeit und der Wiederaufstieg in die zweite Liga. Dort reichte es in der Saison 2000/2001 nur zu drei Siegen aus 34 Spielen. Als Tabellenletzter stiegen die „Himmelblauen“ erst in die Regionalliga und fünf Jahre später, abermals als Tabellenletzter, in die Oberliga ab.

"Je tiefer du spielst, umso mehr Probleme hast du", sagt der CFC-Geschäftsführer Peter Müller. "Der Boden im Osten - wir sprechen ja von Mitteldeutschland - ist für uns fruchtbarer als im Westen", sagt der NPD-Sprecher Klaus Beier. Der Fußball in Ostvereinen ist oftmals ein Spielfeld rechter Demagogen.

In Chemnitz haben die Rechten jahrelang sogar für die Sicherheit im Stadion gesorgt. Der Gründer der Hooligan-Gruppierung „HooNaRa“ – der Name ist eine Abkürzung für "Hooligans - Nazis - Rassisten" – leitete eine Security-Firma, die im Chemnitzer Stadion arbeitete. Der Gründer von HooNaRa sagte im Interview mit dem Fußballmagazin RUND : „Wir haben Chemnitz in einer gewissen Szene zu hohem Ansehen verholfen. Viele von den älteren Zuschauern wissen, wie es früher war, und dass wir großen Anteil daran haben, dass sie jetzt mit ihren Söhnen und Enkeln ohne Angst ins Stadion gehen können. Chemnitz hat lange gegen den Abstieg gespielt, da haben wir viele kritische Momente beruhigt.“ Im Frühjahr dieses Jahres hat sich der Verein offiziell von der Sicherheitsfirma getrennt.

Eine andere Fangruppierung, die sogenannten „NS-Boys“, existieren bis heute. Die "Nachwuchsorganisation" der Chemnitzer Ultrafans gründete sich vor vier Jahren. Vor einem Auswärtsspiel in Hamburg stürmten im vergangenen Jahr Chemnitzer NS-Anhänger mit "Sieg Heil"-Rufen in türkische Friseursalons. Während des Spiels hielten die "NS-Boys" rote Flaggen mit weißem Kreis in die Höhe. Zur originalgetreuen Nazi-Fahne fehlte nur das Hakenkreuz. Ein NS-Mitglied sagte: "NS steht für New Society."

Ehemalige Spieler: Michael Ballack (Chelsea London), Peer Kluge (1. FC Nürnberg), Silvio Meißner (VfB Stuttgart), Ervin Skela (Energie Cottbus); Sebastian Hähnge (Hansa Rostock)

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Dynamo Dresden

Rückblick: 20. März 1991, Europapokal der Landesmeister, Viertelfinalrückspiel Dynamo Dresden gegen Roter Stern Belgrad. Im Prinzip war das Spiel in Sachsens Hauptstadt schon vor dem Anpfiff verloren. Das Hinspiel gewann Belgrad mit 3:0. Dynamo hatte seine besten Spieler schon vor der Saison an finanzkräftigere Westvereine verkauft. Nach 69 Minuten steht es 1:2 für die Gäste. Dynamos Spieler rennen wild, aber chancenlos gegen die Niederlage an. Das Spiel ist entschieden. Nur einige Dynamo-Fans wollen das Ende der Europapokal-Ära ihrer Mannschaft nicht akzeptieren. Sie prügeln sich mit der Polizei und gegnerischen Fans. Schädelgroße Steine, Raketen und Mülltonnen fliegen aufs Spielfeld. Erst viele Minuten später rücken ein Wasserwerfer und hunderte Polizisten an. Der Schiedsrichter bricht das Spiel in der 78. Minute ab. Dynamo bekommt eine mehrjährige internationale Sperre verhängt. Der letzte Europapokal-Auftritt ruinierte das Image des vielleicht populärsten DDR-Vereins.

Dynamo Dresden spielte danach vier Jahre in der Bundesliga und war Begierdeobjekt dubioser Funktionäre, Sponsoren und Vorstandsmitglieder. Nach der Wiedervereinigung wurden ein HiFi-Händler, drei Jahre später ein hessischer Bauunternehmer zum Präsidenten gewählt. Die Unternehmer wirtschafteten den Verein herunter. 1995 entzog der DFB die Lizenz, Dynamo wurde in die Regionalliga zurückgestuft. Für zwei Spielzeiten schaffte die Mannschaft es im Jahre 2004 bis in die zweite Liga, dann folgte wiederum der Abstieg in die Drittklassigkeit.

„Wir haben im Internet nach dem FC Bayern München die meisten Besucher auf unserer Homepage. Ich meine: Es gibt eine Zukunft“, sagte der ehemalige Dynamo-Präsident, Jochen Rudi. Vor zwei Jahren, während einer von der Zeitschrift Super Illu initiierten Diskussion um den „Ostfußball“, sprach Rudi davon, Dynamo bis 2008 wieder in die erste Liga zu führen. Im Januar dieses Jahres trat er aus persönlichen Gründen zurück.
Auch der Geschäftsführer des Vereins, Volkmar Köster, gab nach jahrelangem Druck des DFB im Sommer seinen Posten ab. Köster war nicht dafür bekannt, gewalttätige Übergriffe von Dynamo-Fans zu kritisieren. Dafür klärte er die offene Stadionfrage: Im Mai wurde der Vertrag für einen Neubau unterschrieben. In zwei Jahren soll die etwa 45 Millionen Euro teure Arena fertig gestellt werden.

Ehemalige Spieler: Klaus Sammer (Dynamo Dresden), Matthias Sammer (Borussia Dortmund), Eduard Geyer (Dynamo Dresden), Ulf Kirsten (Bayer Leverkusen), Alexander Zickler (Bayern München), Jens Jeremies (Bayern München), Sven Kmetsch (Schalke 04), Olaf Marschall (1. FC Kaiserslautern)

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Carl Zeiss Jena

Selbst hart gesottene Jenenser glaubten vor einigen Wochen, sie hörten nicht schlecht. „Die Russen kommen“, riefen sie sich scherzend zu. Gemeint war das Firmenkonsortium „Alpha Invest Group Corporation“, welches von den russischen Geschäftsleuten Adlan Schischchanow und Murat Lujanow geleitet wird und auf den Virgin Islands eingetragen ist. 25 Millionen Euro wollen die Russen in den dreifachen DDR-Meister in den nächsten fünf Jahren investieren . Unter dieser Bedingung: Sie bekommen 49 Prozent der Vereinsanteile und stellen einen eigenen zweiten Geschäftsführer.

„Leider denken in Deutschland viele, dass es in Russland keine seriösen Geschäftsmänner gibt“, sagte Jenas Präsident Rainer Zipfel zuletzt. Sein Deal mit den Investoren wäre einzigartig und ein Präzedenzfall für den deutschen Fußball. Auf keinen anderen Verein wirkte ein ausländischer Gesellschafter so viel Macht aus, wie es beim einstigen Europapokal-Finalisten der Fall wäre. Da die Deutsche Fußball Liga (DFL) tiefe Eingriffe in die Eigenständigkeit des Vereins befürchtet, lehnte sie den ersten Kooperationsvertrag ab. Zipfel hofft auf einen neuen Vertrag, der die Bedenken der DFL berücksichtigt. Das Interesse der Russen an Jena sei Zipfel zufolge weiterhin vorhanden.

Derzeit steht Carl Zeiss im Tabellenkeller der Zweiten Bundesliga, auch ein Trainerrausschmiss brachte den sportlichen Erfolg nicht zurück. Wirtschaftlich stand der Verein seit der Wiedervereinigung nicht vor dem existenziellen Abgrund. Als Zweitligist in die gesamtdeutsche Fußballwelt gestartet, führte Jenas Weg zwar auch für vier Jahre in die Viertklassigkeit, 2005 gelang jedoch der Aufstieg und anschließende Durchmarsch zurück in die zweite Profiliga. In diesem Jahr hat die Mannschaft den höchsten Saisonetat (neun Millionen Euro) der Vereinsgeschichte zur Verfügung. Präsident Zipfel zufolge, könne Carl Zeiss die Millionen von den Virgin Islands dennoch mehr als gut gebrauchen.

Ehemalige Spieler: Hans Meyer (1. FC Nürnberg), Bernd Schneider (Bayer Leverkusen), Jörg Böhme (Arminia Bielefeld), Perry Bräutigam (Hansa Rostock), Robert Enke (Hannover 96)

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Hansa Rostock

Neues Stadion, schicke Geschäftsstelle, Jugendinternate, solide Arbeit mit hanseatischer Gelassenheit - Hansa Rostock ist der derzeit erfolgreichste Fußballverein der DDR. Gleichzeitig ist der Ostseeklub ein gutes Gegenbeispiel auf das negative Pauschalurteil über alle Ostvereine.

Die wirtschaftliche Konsolidierung ist auch in Rostock mit einem rigiden Sparkurs verbunden: Die Namensrechte des Stadions wurden für 1,5 Millionen Euro pro Jahr an eine Bank verkauft. Mecklenburg-Vorpommern unterstützt den wichtigsten Verein des Landes erheblich. Die acht Neuzugänge vor der Saison kosteten zusammen etwa 500.000 Euro. Sechs Profis wurden im eigenen Internat ausgebildet. "Wir wollen auf Dauer der beste Ausbildungsverein Deutschlands werden", sagt Hansas Trainer Frank Pagelsdorf.

Hansa hat viele Probleme im Griff, aber längst nicht alle gelöst. Rein sportlich zählt die junge Rostocker Mannschaft zu den Abstiegskandidaten der Liga. Eine aktuellen Studie der Universität Hannover urteilt, dass die Fanszene um Hansas Ultrafans "Suptras Rostock" momentan die gewaltbereiteste des deutschen Profifußballs ist. 300 Personen sollen gewaltgeneigte Fans, 80 Hooligans sein. Mit dem Aktionsbündnis "Klassenerhalt ohne Gewalt" will der Verein für Ruhe an der Ostsee sorgen.

Dabei ist der ganze FC Hansa eigentlich ein Sachsenverein. Die SED hatte den Klub 1954 geklaut. Empor Lauter, der Verein einer Kleinstadt im Erzgebirge, spielte damals als einer von neun sächsischen Vereinen in der DDR-Oberliga. Im Norden der sozialistischen Republik lebte man fußballerisch im Niemandsland. Rostocks SED-Bonzen gefiel das wenig, so erfasste die Planwirtschaft den Fußball. "Es hieß, wir fahren an die Ostsee. Alles in den Koffer, alles in den Bus", erinnert sich Dieter Schneider, ehemaliger Hansa-Torwart. Empor Lauter stand damals auf Platz eins der Oberliga. Wenige Tage später aber hieß der Verein Empor Rostock, später Hansa Rostock.

Im Vergleich zur Vergangenheit haben Hansas Anhänger derzeit Grund zur Freude. Die Hansa-Kogge kämpfte schon immer mit Gegenwind: Zu Vorwendezeiten fehlten den "Fischköbben" immer einige Tore, um die Nummer eins der DDR zu sein. Direkt nach der Wende, zum Start der ersten gesamtdeutschen Bundesliga, besiegten die Rostocker Nürnberg mit 4:0, demütigten als Tabellenführer den FC Bayern mit 2:1 und fertigten Dortmund 5:1 ab. Die Fans grölten: "Hansa forever number one". Am Saisonende stieg Rostock ab. Es folgten zwei Jahre Zweite Liga, Aufstieg, ein Jahrzehnt Erstklassigkeit und im Jahr 2005 der nächste Abstieg.

Frank Pagelsdorf verdanken die Fans den Wiederaufstieg in die Erstklassigkeit. Er ist in Rostock der Trainer mit Bonus, seine Autogrammkarten sind fast immer vergriffen. Denn schon als der Verein vor zwölf Jahren in der Zweiten Liga spielte, dachten viele, Hansa werde endgültig stranden. Dann kam der Weingummi essende Hannoveraner und formte aus jungen Nobodys ein Team, stieg auf und erreichte in der Bundesliga den sechsten Platz. Aus der Hansa-Kogge wurde der Leuchtturm des Ostfußballs.

Ehemalige Spieler: Thomas Doll (Lazio Rom), Gledson (VfB Stuttgart), Oliver Neuville (Borussia Mönchengladbach), Carsten Janker (Bayern München), Mathias Schober (FC Schalke 04), Martin Pieckenhagen (Hamburger SV), Marko Rehmer (Eintracht Frankfurt), René Schneider (Borussia Dortmund), Axel Schulz (Hertha BSC Berlin), Sergej Barbarez (Bayer Leverkusen), Joachim Streich (1. FC Magdeburg), Perry Bräutigam

Lesen Sie im zweiten Teil auf ZEIT online die Schicksale von BFC Dynamo Berlin, 1. FC Magdeburg, Energie Cottbus und Dynamo Schwerin.

 
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