Fachkräftemangel Jagd nach Ingenieuren
Die Wirtschaft brummt, doch immer öfter scheitern Geschäfte, weil es an qualifiziertem Personal mangelt. Schuld ist auch eine schlechte Personalpolitik.
Die Auftragsbücher sind voll, die Unternehmensgewinne sprudeln und die Arbeitslosigkeit nimmt ab. Der deutschen Wirtschaft geht es so gut wie lange nicht mehr. Doch ausgerechnet dieser Erfolg wirkt sich zunehmend negativ aus. Denn einigen Branchen gehen die Fachkräfte aus. Gerade erst hat eine von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) in Auftrag gegebene Studie ergeben, dass vor allem in Ingenieursberufen immer öfter hochqualifizierte Arbeitskräfte fehlen.
Etwa 42.000 Stellen im Maschinenbau und in der Elektroindustrie sind nicht besetzt. Das betrifft vor allem Süddeutschland, Nordrhein-Westfalen und auch die neuen Bundesländer, sagt Bildungs- und Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) . Am stärksten zu spüren bekommen das die kleinen und mittelständischen Betriebe. Sie können die Top-Absolventen der Universitäten nicht abwerben, sagt Willi Fuchs, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure.
Weil immer weniger Studenten Ingenieure werden wollen, bleiben viele Projekte schon heute aus Mangel an Mitarbeitern auf der Strecke. Da ist beispielsweise der Anlagenbauer Küttner aus Essen, ein Unternehmen mit 420 Mitarbeitern. Weil in Deutschland Ingenieure fehlen, wurden Teile der Produktion nach Indien verlegt, sagt Fuchs. Auch der TÜV Rheinland habe große Probleme. Dort gebe es zu wenig Ingenieure in den Prüfstellen. Der Fachkräftemangel trifft schon jeden zweiten Betrieb, sagt Fuchs. Dies sei aus einer Befragung von rund 4500 Unternehmen hervorgegangen.
Darunter leidet auch die Gesamtwirtschaft: Im vergangenen Jahr hat der Fachkräftemangel die deutschen Unternehmen nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) insgesamt 3,5 Milliarden Euro gekostet.
- Datum 23.10.2007 - 07:00 Uhr
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ist ein dummer Häuptling. Herr Schröder wollte qualifizierte Indianer importieren, die eigenen auszubilden wurde nicht ernsthaft in Erwägung gezogen.
Beispiel:
17% Prozent der Lehrer eignen sich für den Beruf, lt. ein Studie in BW.
Wenn man es genauer untersucht, dann wird man feststellen das in erster Linie technisch und wissenschaftlich orientierte männliche Jugendliche den schulischen Selektionsverfahren zum Opfer fallen.
Man könnte meinen, dass hier ein Zusammenhang besteht.
für die sozialempirische Erhebung nur mal meine Daten, Erfahrungen dazu:bin 1981 als Dipl.Ing.(FH) physikal.Technik,physikal.Chemie von der FH München mit dem Notenschnitt 1.6 abgegangen. Danach war ich 10 Jahre in der Forschung tätig. Danach 10 Jahre im Vertrieb (auch Produktmanagment) bei Mitsubisi, Siemens...Nach der Kündigung wurde ich vom Arbeitsamt in Umschulungsmaßnahmen, Praktikas verschlissen (alle mit "sehr gut" bestanden). Habe nie mehr eine Arbeit gefunden. Nach fast 7 Jahren erfolgloser Bewerbungen und 3 Therapien bin ich jezt Erwerbsunfähigkietsrentner.
Hmm. Stimmt wohl tatsächlich was nicht im Bildungswesen, wenn man Statistiken nicht richtig lesen kann. Und warum nun gerade Jungen prädestiniert sein sollen für technischen und wissenschaftlichen Unterricht, geht mir überhaupt nicht ein. Vermutlich genetisch bedingt...
Manager der Industrie, verabschiedet euch vom schnellen Geld, denn auf Dauer macht es so viele Verluste. Hegt und pflegt euer Saatgut (Ingenieure). Damit ihr wißt wie es geht vergeßt eure Seminare und schaut den Bauern zu. Sie müßen nämlich zuerst das Korn säen um zu ernten und nicht umgekehrt.
Im Artikel wird einerseits das aufgegriffen und mehr oder weniger wiederholt, was man in der letzte Zeit von Politikern dauernt zu hoeren bekommt: naemlich das Dipl-Ings. gesucht werden. Es werden die Zahlen der freien Stellen aufgefuehrt und spricht von einem Mangel. Gleichzeitig werden (meistens nur auf anfragen) die Zahlen der arbeitslosen Dipl-Ings., die fast genau soviele ausmachen, daneben gestellt. Hieraus folgt, das man wesentlich klarer und genauer sagen muss, welche Art von Dipl-Ings denn nun gesucht werden und welche man nicht einstellt, um nicht weiter falschen Hoffnungen bei den Suchenden zu schueren! Man sieht am sehr passenden Kommentar von karin2007, wovon es auf Grund von falschen Hoffnungen, verursacht von falscher Beratung seitens des Arbeitsamtes, ueber die Jahre offensichtlich ganz viele aehnliche Faelle gibt. Wenn solche schon keine Arbeit finden, dann muss man sehr genau den Typus und seine geforderten Faehigkeiten, Alter usw. eines Dipl-Ings, nicht nur beim Arbeitsamt und in den Stellenausschreibungen, sondern auch in die oeffentliche Diskussion viel präziser beschreiben. Sollen die Gesuchten denn nun allen unter einer bestimmten Altersgrenze liegen, sollen diese nur aktuelle, gerade erworbenen Diplome haben, oder was sucht die Industrie denn nun wirklich??? Es wird nicht ehrlich gesagt, das darin das Problem liegt!!
WK
Von der Wirtschaft sind in den letzten Jahren um des des schnellen Profits wegen massenweise erfahrene Ingenieure und und Fachkräfte bei den Sozialsystemen unseres Staates entsorgt worden. Nachhaltige Bestandspflege und die Entwicklung eines förderlichen Betriebsklimas sind noch heute weitgehend Fremdworte. In den Betrieben haben diese Menschen nur ein nachrangiges Ansehen. Da sind sie dem Diktat der Geschäftsführer unterworfen, die vierteljährlich den Renditehunger ihrer Aktionäre befriedigen müssen. Kein Wunder, dass deshalb mehr Studenten lieber BWL als technische Fächer wählen.
Unternehmen und Politik können eine Menge unternehmen, sollte es beiden tatsächlich ein Bedürfnis sein den Mangel qualifiziert abzustellen. Leider ist es häufig so daß viele Unternehmen zwar laut Hilfe schreien, selbst aber nicht bereit sind für ihr Unternehmen selbst Lösungen zu suchen und zu investieren. Auch zeugt das Anspruchsdenken der Firmen nicht immer unbedingt auch von Fachwissen der Personalverantwortlichen betreff der eigenen Firma. Nicht für jede Eistüte braucht man einen Ingenieur. Häufig werden gute Fachkräfte nur sinnlos verheizt. Langfristiges Denken ist zudem nur in Ausnahmefällen vorhanden. Die Politik hält dieser Bauernfängerei leider viel zu oft den Steigbügel.
Mein folgender Vorschlag für Weiterbildung ist als ein Baustein zur Lösung des Problems gedacht und sollte sich an die derzeitigen gesetzlichen und tatsächlichen Gegebenheiten relativ leicht anpassen lassen. Auch Ingenieure mit ähnlichen Tätigkeitsfeldern könnten ähnlich so wieder eine Chance erhalten. Die Kosten dürften zu einem großen Teil durch Umschichtung getragen werden können.
Weiterbildung und Studium von Facharbeitern; In vielen Bereichen der Wirtschaft gibt es sehr gut ausgebildete Facharbeiter, die auf Grund des bereits vorhandenen Wissens relativ problemlos zu Ingenieuren weitergebildet werden könnten. Für viele im mittleren Alter sind jedoch schon die finanziellen und familiären Belastungen ein hohes Hindernis. Werden hier sinnvolle Modelle gefunden hätte dies für langfristig orientierte Unternehmen etliche Vorteile. Die Kosten könnte man hier zwischen Staat (etwa HartzIV-Satz, müßte bei Arbeitslosigkeit ja auch mindestens gezahlt werden) und Unternehmen (Aufstockung auf FA-Lohn) aufteilen. Man könnte so mit Bezahlung im Unternehmen bleiben. Um kleinere Firmen nicht durch anschließende Abwerbung übermäßig zu benachteiligen kann hier zum Beispiel eine Fördergrenze eingezogen werden. Auf jedem Fall muß jeder Zuschuß dem Arbeitnehmer direkt zugute kommen. Zuschüsse mit arbeitspolitisch sinnlosem Mitnahmeeffekt für Firmen gibt es schon mehr als genug. Da ein Teil der Bezahlung dennoch gestellt wird muß auch das Studium nicht immer erst Sonntag nach Mitternacht stattfinden. Die Vorteile für die Unternehmen liegen vor allem in der Mitarbeiterbindung, Mitarbeitermotivation und einer firmengebundenen Ausbildung. Hat das Unternehmen mehr als zwei Quartalsberichte im Blickfeld, ein unschätzbarer Vorteil.
Dieser Vorschlag trägt zudem zwei weiteren wichtigen Punkten Rechnung;
1- Der Einzelne erhält in seinem Beruf mehr Möglichkeiten. Leider ist fast immer noch die Regel, -Schuster bleib bei deinen Leisten-. Eine katastrophale Vergeudung von Potential und eine dauerhafte Benachteiligung Vieler.
2- Immer weniger Menschen können eine Tätigkeit ein Leben lang ausüben. Weitet man das System auf den Facharbeiter als Quereinsteiger aus, lässt sich so auch der Wechsel zwischen Berufen schlussendlich deutlich erleichtern. Zurzeit werden viel zu viele Menschen, die einmal ihre Arbeit verloren haben, praktisch für immer in die Ecke unqualifiziert mit Mindestlohn gestellt.
Natürlich wäre an diesem Vorschlag noch einiges Detail nötig (soviel Platz ist hier aber auch wieder nicht). Alle Tätigkeitsfelder werden auch hiermit nicht erreicht. Im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaft die sich als Teil der Gesellschaft versteht, und sich dieser nicht nur in schädigender Weise bedient, aber mit Sicherheit ein Baustein der längerfristig zur Lösung des Problems beiträgt.
Ich denke der angebliche Mangel an Ingeneuren ist hausgemacht von der deutschen Industrie und in Anbetracht der Tatsache dass qualifizierte junge Deutsche immer oefter ins Ausland gehen weil sie dort bessere Aussichten auf Arbeit und Karriere haben ist ein Witz Auslaender ins Land zu holen die sehr wahrscheinlich nicht die Sprache beherrschen. Das Problem ist eher die Industrie,die nach billigen Arbeitern sucht .
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