Energie Rekordpreis für Öl

Das Barrel Öl hat am Freitag erstmals mehr als 90 Dollar gekostet. Experten sehen dies als Folge der möglichen türkischen Militärintervention im Nordirak und halten einen Anstieg auf 100 Dollar für denkbar.

Öl hat am Freitag erstmals mehr als 90 Dollar gekostet. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) leichtes US-Öl kletterte bis auf 90,07 Dollar und erreichte damit den sechsten Handelstag in Folge ein Rekordhoch. Wegen der unsicheren Lage im erdölreichen Nahen Osten, knappen Vorräten und massiven Spekulationen von Investoren halten Experten einen Anstieg auf 100 Dollar für möglich. "Das ist nicht auszuschließen", sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert. Das teure Öl bremst Ökonomen zufolge den Aufschwung und treibt die Kosten für die Lebenshaltung nach oben.

Den erneuten Preissprung bekamen die deutschen Verbraucher bereits zu spüren. An den Tankstellen wurde für Dieselkraftstoff so viel verlangt wie noch nie. "Ein Liter kostet jetzt durchschnittlich 1,23 Euro", sagte Heino Elfert vom Energieinformationsdienst (EID). Heizöl und Superbenzin blieben dagegen unter ihren Rekordmarken.

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Ausgelöst wurde der jüngste Anstieg durch die Spannungen im Nahen Osten. "Der Ölmarkt fürchtet eine mögliche Militärintervention der Türkei im Nordirak", sagte Rohstoffanalyst Eugen Weinberg von der Commerzbank. Dort liegen eines der größten Ölfelder im Irak und zwei wichtige Pipelines. Lieferausfälle würden den Markt kurz vor Beginn der Wintersaison in Europa und Nordamerika besonders hart treffen, weil die Nachfrage nach Heizöl in dieser Zeit am größten ist. Auch die Vorräte sind gering: In den USA, dem weltgrößten Verbraucher, liegen die Ölbestände um vier Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Aber auch Spekulanten treiben den Preis. "Weil der Dollar immer mehr an Wert verliert, wird in Öl investiert, um sich mit den steigenden Preisen gegen einen weiter fallenden Dollar abzusichern", sagte ein Analyst. Seit Jahresbeginn hat sich Rohöl um etwa die Hälfte verteuert.

Dank des starken Euro trifft das teure Öl deutsche Verbraucher und Unternehmen aber nicht mit voller Wucht. "Wir haben Glück, dass der Euro so stark ist", sagte Kemfert. Die Gemeinschaftswährung kletterte ebenfalls auf ein Rekordhoch von 1,4319 Dollar. Bei einem Eurokurs von nur 1,15 Dollar würde ein Liter Superbenzin rund 30 Cent mehr kosten als derzeit.

Hält sich der Ölpreis längere Zeit auf diesem Niveau, bremst er Experten zufolge den deutschen Aufschwung. "Das dämpft unser Wachstum, weil es die Produktionskosten verteuert", sagte Gustav Horn vom IMK-Institut. Die Unternehmen dürften ihre Mehrkosten an die Verbraucher weiterreichen, die dann weniger konsumieren würden. Teures Öl hatte schon im September die Verbraucherpreise so kräftig steigen lassen wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Der hohe Ölpreis kennt aber auch Gewinner. Beim weltgrößten Chemiekonzern BASF verteuern sich mit dem hohen Ölpreis auch viele Chemierohstoffe. Andererseits steigen dadurch aber auch die Gewinne der Öl- und Gastochter Wintershall: Eine Zunahme um einen Dollar je Barrel steigere den Umsatz um 100 Millionen Euro und den Gewinn vor Zinsen und Steuern um 45 Millionen Euro, sagte eine BASF-Sprecherin.

Auch für den Exportweltmeister Deutschland ist das teure Öl gut, wenn Erdöl exportierende Länder dank höhere Einnahmen mehr Produkte "Made in Germany" nachfragen. "In Branchen wie der Metallverarbeitung oder einigen Chemiesektoren sind die Ausfuhren dorthin um rund ein Drittel gestiegen", sagte Kemfert.

 
Leser-Kommentare
  1. Liebe Redaktion --
    lesen Sie doch mal selber das was Sie schreiben - oder macht folgender Text Sinn?
    "Hält sich der Ölpreis längere Zeit auf diesem Niveau, bremst er Experten zufolge den deutschen Aufschwung." -- und gleich darauf:
    "Auch für den Exportweltmeister Deutschland ist das teure Öl gut, .."

    nun, muh oder mäh --- wem wollen Sie welche Meinung aufdrängen?

    Warum bleiben Sie nicht einfach bei den Tatsachen!
    Wenn jährlich 80 MIllionen neue Menschen auf die Erde kommen, und deren Eltern eine warme Wohnung haben wollen, ein Auto und dann noch in den Urlaub fliegen wollen, ganz geschweige auch noch etwas essen wollen welches von weit herkam, dann geht halt das Öl schnell aus - und wir sind endlich so weit - das Zeug geht uns aus - und die Nachfrage ist größer als das Angebot - hier muss sich was ändern - und zwar der Wahn nach Wirtschaftswachstum!

  2. Liebe Redaktion --
    lesen Sie doch mal selber das was Sie schreiben - oder macht folgender Text Sinn?
    "Hält sich der Ölpreis längere Zeit auf diesem Niveau, bremst er Experten zufolge den deutschen Aufschwung." -- und gleich darauf:
    "Auch für den Exportweltmeister Deutschland ist das teure Öl gut, .."

    nun, muh oder mäh --- wem wollen Sie welche Meinung aufdrängen?

    Warum bleiben Sie nicht einfach bei den Tatsachen!
    Wenn jährlich 80 MIllionen neue Menschen auf die Erde kommen, und deren Eltern eine warme Wohnung haben wollen, ein Auto und dann noch in den Urlaub fliegen wollen, ganz geschweige auch noch etwas essen wollen welches von weit herkam, dann geht halt das Öl schnell aus - und wir sind endlich so weit - das Zeug geht uns aus - und die Nachfrage ist größer als das Angebot - hier muss sich was ändern - und zwar der Wahn nach Wirtschaftswachstum!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • ognar
    • 20.10.2007 um 2:09 Uhr

    Lieber zeitkritik, Wirtschaftswachstum bringt Wohlstand, der Ihnen zum Beispiel erlaubt Kommentare auf Ihrem persoenlichen Computer zu verfassen. Das Oel wird uns nie ausgehen; es wird eben nur immer teurer und teurer. So regelt sich das in einer Volkswirtschaft ganz von selbst. Das einzige, wo im Falle Oel die Maerkte momentan versagen, ist, die tatsaechlichen sozialen Kosten (z.B. Zerstoerung der Umwelt) des Oelkonsums widerzuspiegeln. Das Oel muesste naemlich unter Beruecksichtigung derselben noch sehr viel teurer sein. Das boese Wirtschaftswachstum kann dafuer allerdings nichts.

    • ognar
    • 20.10.2007 um 2:09 Uhr

    Lieber zeitkritik, Wirtschaftswachstum bringt Wohlstand, der Ihnen zum Beispiel erlaubt Kommentare auf Ihrem persoenlichen Computer zu verfassen. Das Oel wird uns nie ausgehen; es wird eben nur immer teurer und teurer. So regelt sich das in einer Volkswirtschaft ganz von selbst. Das einzige, wo im Falle Oel die Maerkte momentan versagen, ist, die tatsaechlichen sozialen Kosten (z.B. Zerstoerung der Umwelt) des Oelkonsums widerzuspiegeln. Das Oel muesste naemlich unter Beruecksichtigung derselben noch sehr viel teurer sein. Das boese Wirtschaftswachstum kann dafuer allerdings nichts.

    • ognar
    • 20.10.2007 um 2:09 Uhr

    Lieber zeitkritik, Wirtschaftswachstum bringt Wohlstand, der Ihnen zum Beispiel erlaubt Kommentare auf Ihrem persoenlichen Computer zu verfassen. Das Oel wird uns nie ausgehen; es wird eben nur immer teurer und teurer. So regelt sich das in einer Volkswirtschaft ganz von selbst. Das einzige, wo im Falle Oel die Maerkte momentan versagen, ist, die tatsaechlichen sozialen Kosten (z.B. Zerstoerung der Umwelt) des Oelkonsums widerzuspiegeln. Das Oel muesste naemlich unter Beruecksichtigung derselben noch sehr viel teurer sein. Das boese Wirtschaftswachstum kann dafuer allerdings nichts.

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