Bertelsmann Ende einer Partnerschaft
Die einflussreichste Stiftung Deutschlands trennt sich offenbar von ihrem langjährigen Vorstandsmitglied Werner Weidenfeld
Die einflussreichste Stiftung Deutschlands, die Bertelsmann-Stiftung, trennt sich offenbar von ihrem langjährigen Vorstandsmitglied Werner Weidenfeld. Damit verlöre die Stiftung ihren prominentesten Kopf. Die Gespräche über ein Ausscheiden waren am Dienstagmorgen weit fortgeschritten.
Weidenfeld lehrt Politik an der Universität München. Zusätzlich betreibt er das Centrum für angewandte Politikforschung und arbeitet von dort aus eng mit der Bertelsmann-Stiftung zusammen. Seit Anfang der neunziger Jahren bestand die Verbindung, doch seit geraumer Zeit gab es Spannungen.
Bereits ein früherer Vorsitzender der Stiftung, Heribert Meffert, versuchte den Einfluss von Weidenfeld zurückzudrängen. Doch deutete bis zuletzt nichts darauf hin, dass sich die Stiftung von dem Professor trennen wollte.
Dann gingen allerdings anonyme Hinweise bei der Staatsanwaltschaft ein, Weidenfeld gehe nicht akkurat mit Stiftungsgeldern um. Das Ermittlungsverfahren wurde am Montag gegen eine Zahlung von 10.000 Euro eingestellt. Sonst hätte die Staatsanwaltschaft mehrere Dutzend Gesprächspartner von Weidenfeld befragen müssen, um diverse Spesenrechnungen zu prüfen, deren Anlass teilweise mehrere Jahre zurücklag. Das wollte Weidenfeld offenbar nicht.
- Datum 30.10.2007 - 03:49 Uhr
- Quelle ZEIT online
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