Bundesliga Schicksale des DDR-Fußballs

Misswirtschaft, rechtsradikale Fans, erfolglose Mannschaften: Die einstigen Spitzenklubs der DDR kämpfen mit Realität und Anspruch. Eine Serie (Teil 2/2)

„Wir bei Dynamo sind alle eine Soße“, sagte der ehemalige Präsident Dynamo Dresdens, Jochen Rudi, im Jahre 2005. Freudig stellte er den Vierjahresplan seines Fußballklubs vor. „Mir macht Mut, dass es im Verein stimmt. Unter den Spielern, im Trainerstab, auf der Geschäftsstelle, im Präsidium, im Aufsichtsrat. 2008 wollen wir in der 1. Liga sein.“

Dynamo Dresden, vielleicht der populärste Fußballverein der ehemaligen DDR, achtmaliger Oberliga-Meister und siebenmaliger Gewinner des FDGB-Pokals, spielt in diesem Jahr im Mittelfeld der Regionalliga Nord. Anfang des Jahres gab Rudi sein Präsidentenamt aus persönlichen Gründen auf. Dynamo Dresden soll nach Bayern München die meisten Besucher auf der Vereinshomepage haben. Die Spieler des Vereins zählen offiziell nicht als Profis.

Amateurhafte Misswirtschaft, rechtsradikale Fan-Übergriffe und dauerhafte Erfolglosigkeit – seit der Wiedervereinigung vereint die Mehrzahl aller Ex-DDR-Klubs vor allem eines: die negative Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.

Zur Erinnerung: Vor 16 Jahre starteten nach der deutsch-deutschen Fußballeinheit 1991 mit dem letzten Ostmeister Hansa Rostock und Dynamo Dresden zwei Vereine in der Bundesliga. Es gab sechs neue Zweitligisten aus dem Osten und eine neue dritte Liga. Michael Ballack, Thomas Doll, Jens Jeremies, Bernd Schneider, Frank Rost, Andreas Thom, Ulf Kirsten und Matthias Sammer heißen die erfolgreichsten Spieler, die wenig später dem gut bezahlten Ruf der Westvereine folgten.

Ohne die selbst ausgebildeten Nationalspieler kämpften die Traditionsvereine aus der DDR insbesondere mit den Mechanismen der neuen Marktwirtschaft. Den Kampf verloren viele. Die neue, offene Fußballwelt erwies sich für sie als Katastrophe auf Raten.

Lesen Sie im zweiten Teil der Serie "Schicksale des DDR-Fußballs" auf den folgenden Seiten die Entwicklung von BFC Dynamo Berlin, 1. FC Magdeburg, Dynamo Schwerin und Energie Cottbus

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