Vorsorge Armut im Alter
Die gesetzliche Rente kann den Ruhestand schon längst nicht mehr finanziell absichern. Ohne private Vorsorge droht Armut. Wie groß die Rentenlücke ist, hängt vom Einzelfall ab
Fast jeder weiß, dass er privat vorsorgen muss, um den Lebensstandard auch im Alter zu halten. Trotzdem tun dies längst nicht alle. Gerade für Jüngere wird die sogenannte Rentenlücke immer größer. FINANZtest hilft bei der Vorsorgeplanung, errechnet die Rentenlücke für unterschiedliche Jahrgänge sowie Lebenssituationen und sagt, was jeder tun kann, um die Lücke zu schließen.
Geldbedarf im Alter ermitteln
Im Rentenalter fallen viele Ausgaben weg. Dazu zählen etwa Kredite für Haus oder Wohnung oder Ausgaben für die private Vorsorge. Andere Ausgaben kommen aber hinzu - etwa für ein Hobby, denn dafür ist im Rentenalter mehr Zeit. Unterm Strich gehen die Experten von
FINANZtest
aber davon aus, dass Rentner weniger Geld benötigen als noch im Arbeitsleben. Konkret: Im Alter sollten 80 Prozent des letzten Nettogehalts zur Verfügung stehen. Mit der gesetzlichen Rente allein ist dieser Betrag aber nicht zu erreichen. Es entsteht eine Rentenlücke, also die Differenz zwischen dem Betrag, der im Alter zur Verfügung stehen sollte, und der gesetzlichen Nettorente, auf die individuell Anspruch besteht.
Tipp:
FINANZtest
hat einen Rechner entwickelt, mit dem Sie Ihre Rentenlücke selbst ausrechnen können. Der Rechner ist kostenlos. Sie können ihn
hier
herunterladen.
Abhängig von Alter und Familienstand
Wie groß die Rentenlücke ist, hängt vor allem vom Alter und Familienstand ab. Bei Jüngeren Menschen oder Verheirateten ist sie größer als bei Älteren oder Alleinstehenden. Die Verringerung des Rentenniveaus wirkt sich vor allem auf jüngere Menschen aus. Und auch die Rentensteuer trifft diese Gruppe besonders. Wer ab 1960 geboren wurde, muss für einen Teil seiner gesetzlichen Rente doppelt Steuern zahlen. Einmal bei der Einzahlung der Beiträge und einmal bei der Rentenauszahlung. Beispiel: Alle ab 1973 Geborenen müssen ihre Rente ab 2040 zu 100 Prozent versteuern. Die eingezahlten Beiträge sind aber erst ab 2025 steuerfrei.
Tipp:
FINANZtest
hat für unterschiedliche Jahrgänge, Gehälter und Familienstände ausgerechnet, wie hoch die Rentenlücke tatsächlich ist. Die Ergebnisse finden Sie im
Testkompass
.
Riestern ist optimal
Um die Rentenlücke zu verringern, muss jeder privat vorsorgen. Fast schon ein Muss für alle, die sie bekommen:
die Riester-Rente
. Durch die staatliche Förderung kommen Vorsorgesparer auf ansehnliche Renditen. Doch allein mit einem Riester-Vetrag lässt sich die Rentenlücke nicht schließen, sondern nur verkleinern. Das gilt selbst dann, wenn jemand den Höchstbetrag (2007: 3 Prozent des Bruttolohns, maximal 1575 Euro im Jahr; ab 2008: 4 Prozent des Bruttolohns, maximal 2100 Euro im Jahr) auf sein Riester-Konto einzahlt und so die maximale staatliche Förderung erhält. Tipp: Sie können zwischen verschiedenen Formen des Riester-Sparens wählen.
FINANZtest
untersucht regelmäßig die Riester-Produkte und nennt die besten Anbieter:
-
Banksparpläne
(10/2007)
-
Fondssparpläne
(11/2007)
- Rentenversicherungen (in Kürze in Heft 12/2007)
Ergänzende Möglichkeiten
Mit einer
betrieblichen Altersvorsorge
können Vorsorgesparer die Lücke weiter reduzieren. Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer das Recht auf Umwandlung von steuer- und sozialabgabefreien Gehaltsteilen in eine betriebliche Altersvorsorge. Dafür können sie bis zu 2520 Euro jährlich verwenden. Doch selbst mit Riester-Rente und betrieblicher Altersvorsorge lässt sich die Rentenlücke nicht vollständig schließen. Daher gilt: Wer mag, kann zusätzlich noch Geld in eine
private Rentenversicherung
investieren.
- Datum 31.10.2007 - 12:43 Uhr
- Quelle ZEIT online, FINANZtest, 30.10.2007
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