Millionen für die nächste Blase?

Interessanter ist die Frage, warum Microsoft lediglich 1,6 Prozent an Facebook übernimmt. Mark Zuckerberg, Gründer des Unternehmens, braucht Geld, um das Wachstum seiner Firma finanzieren zu können. Unter anderem will er weitere, nicht-englischsprachige Versionen seiner Site aufbauen, zunächst wohl in Westeuropa. Außerdem plant das Unternehmen, zu seinen bislang 300 Mitarbeitern weitere 400 Entwickler einzustellen. Da ist es nur logisch, einen finanzkräftigen Investor zu beteiligen.

Doch warum engagiert sich Microsoft nicht in größerem Stil? Wollte Facebook nicht - oder konnte Zuckerberg nicht mehr verkaufen, weil Microsoft der eigenen offiziell verlautbarten Bewertung von 15 Milliarden eben doch nicht traut? Das Wall Street Journal jedenfalls berichtet, Facebook erwarte in diesem Jahr einen Gewinn von 30 Millionen Dollar, bei einem Umsatz von 150 Millionen. Das sind nicht gerade Summen, die einen so hohen Wert ohne Weiteres rechtfertigen.

Zeichnet sich hier also schon die nächste Internet-Blase ab, nach dem Technologiecrash vor sechs Jahren? Vielleicht. Allerdings verändern die neuen Sozialen Netzwerke das Verhalten der Internetnutzer – vor allem jenes der nächsten Generation. Diese jungen Benutzer fühlen sich durch Angebote wie Facebook angesprochen, während der Name Microsoft in ihren Kreisen keinen so unbeschwerten Klang mehr hat. Die New York Times spekuliert deshalb, der Softwarekonzern beteilige sich vor allem deshalb an Facebook, weil er den Kontakt zur neuen Generation der Computernutzer nicht verlieren will. Weshalb das Geschäft vielleicht weniger ein schneller Geldbringer als vielmehr eine Investition zur Imagepflege in der Zukunft ist.

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Leser-Kommentare

  1. Angesichts der heute verkündeten, alles bisherige in den Schatten stellenden Milliardengewinne der Firma Microsoft ist der Ankauf von Facebook eine bloße Lappalie. Microsoft kann den Ankauf innerhalb dreier Geschäftstage wieder wettmachen.

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