Raumfahrt Blondinen bevorzugt
Vor 50 Jahren startete das erste Lebewesen ins All: der Straßenköter Laika. Der Raumflug von Vierbeinern war kein Kinderspiel
Der Schritt der Menschheit ins
All
war ein Schritt auf Pfoten. Gerade erst hatten die Russen mit dem Start des ersten künstlichen Satelliten
Sputnik
am 4. Oktober 1957
die amerikanische Raumfahrt brüskiert, da setzten sie knapp einen Monat später noch einen drauf: Am 3. November schossen sie das erste Lebewesen in den Erdorbit: die Hündin Laika. Ohne die Erfahrungen mit Tieren im All wäre die bemannte menschliche Raumfahrt wohl nie möglich geworden. Doch schon die Raumfahrt der Vierbeiner war kein Kinderspiel.
Die Auswahlkriterien für tierische Raumfahrtpioniere waren zunächst rein äußerlicher Natur: Weiblich sollten sie sein, leichtgewichtig und vorzugsweise blond. Auf eine glatte helle Behaarung legte man vor allem wegen der Videobeobachtung großen Wert des besseren Kontrastes wegen. Erst dann unterzog man Gesundheit und Charaktereigenschaften der Auserwählten einer genauen Prüfung. Und sie sollten tough sein, von der Straße an besten, denn dann galten sie als zäh und als nicht sonderlich wählerisch, was das Essen betraf.
Bevor Hündin Laika am 3. November an Bord von Sputnik 2 in den Orbit geschossen wurde, hatten bereits viele ihrer Artgenossen das Fliegen lernen müssen. Es hat Jahre gedauert und einige Hundeleben gekostet, bis die russischen Wissenschaftler um den Sputnik -Vater Sergej Koroljow alle notwendigen Daten gesammelt hatten, um das Überleben an Bord eines kosmischen Flugapparats zu sichern wenn auch zunächst nur für eine kurze Dauer. Laika starb nur wenige Stunden nach dem Start an der Überhitzung der Kabine.
Über die ehrgeizigen Raumfahrtpläne Koroljows schrieb der russische Journalist und Luftfahrt-Ingenieur Jaroslaw Golowanow im Jahr 1994, dass sie in Regierungskreisen erst ernst genommen wurden, nachdem der erste künstliche Satellit am 4. Oktober 1957 in den Orbit gestartet war. Als Sie uns über Ihren
Sputnik
schrieben, nahmen wir das Ihnen nicht ab, gestand ihm der damalige Regierungschef Nikita Chruschtschow in einem Gespräch kurz nach diesem Welterfolg. Koroljow, dachten wir uns, fantasiere doch bloß. Er will nur angeben.
Aber dann sah es doch ganz anders aus. Der 40. Jahrestag der Oktoberrevolution stand vor der Tür und man wollte doch zu gerne rechtzeitig zum Feiertag etwas Besonderes haben. Koroljow ergriff sofort die Gelegenheit, seine lang gehegten Pläne vorzustellen: Er wolle den zweiten Satelliten mit einem Lebewesen an Bord starten, zum Beispiel mit einem Hund. Mit einem Hund?, Chruschtschow horchte auf, Das passt! Her mit dem Hund! Dafür können Sie alles verlangen, was Sie wollen. Aber rechtzeitig zu dem Feiertag!
Koroljow blieb genau ein Monat Zeit. So ein Vorhaben innerhalb dieser Frist zu verwirklichen, wäre ihm natürlich unmöglich gewesen, hätte er nicht schon seit Jahren auch ohne den Befehl von oben auf dieses Ziel hingearbeitet. Kurz nachdem es ihm gelungen war, Wernher von Brauns Rakete V 2 zu kopieren, stellte er sich die Frage nach der Möglichkeit eines bemannten Flugs im All. Bereits 1948 hatten die ersten Experimente mit Tieren begonnen.
- Datum 12.03.2008 - 05:20 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 3.11.2007 - 15:58 Uhr
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und musste qualvoll ersticken.
Laika war keine Heldin, weder eine der Sowjetunion noch eine der Weltraumfahrt.
Die ihr das angetan haben, waren auch keine Helden. Es waren genauso bejammernswerte Kreaturen, denn was man anderen antut, fällt immer auf einen selbst zurück.
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