Sparen Mehr auf die hohe Kante

Die gute Nachricht zum Weltspartag: Die Deutschen sparen wieder mehr – zumindest ein bisschen. Ihr Geldvermögen wächst. Doch investiert wird nur wenig

Daten des Statistischen Bundesamts zufolge legte jeder Einwohner in Deutschland im ersten Halbjahr dieses Jahres durchschnittlich 170 Euro zurück. Insgesamt ergibt sich daraus eine Summe von fast 84 Milliarden Euro. Die Sparquote – der gesparte Betrag bezogen auf das verfügbare Einkommen – stieg von 10,5 Prozent im Vorjahr auf nun 10,9 Prozent. Damit sei das Niveau von Mitte der neunziger Jahre wieder erreicht, teilte das Bundesamt anlässlich des Weltspartags mit, der an diesem Dienstag stattfindet.

Früher legten die Menschen ihr Erspartes tatsächlich auf die hohe Kante: Angeblich gab es über den Betten eine hohe, nicht einsehbare Ablage, die genutzt wurde, um Börsen voller Geld oder andere Wertgegenstände aufzubewahren. Heute stecken die Deutschen ihr Erspartes besonders gerne ins eigene Heim, kaufen fest verzinsliche Wertpapiere, Lebensversicherungen oder überlassen die Vermögensbildung einer Bank. Von der im Jahr 2006 ersparten Summe, gut 158 Milliarden Euro insgesamt, investierten sie netto 36 Milliarden Euro, vor allem in den Wohnungsbau. Viel ist das nicht: Im Jahr 1995 zum Beispiel wendeten die privaten Haushalte mit 80 Milliarden Euro mehr als das Doppelte für Nettoinvestitionen auf.

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Darüber hinaus wuchs das Geldvermögen im Jahr 2006 um rund 128 Milliarden Euro, wie eine Statistik der Deutschen Bundesbank zeigt. Davon landeten 42 Milliarden Euro auf Bankkonten, 37 Milliarden wurden in fest verzinslichen Wertpapieren angelegt und 25 Milliarden in Lebensversicherungen. Für die Sach- und Geldvermögensbildung stehen den Haushalten neben dem Sparen auch noch die per Saldo empfangenen Vermögenstransfers, wie beispielsweise die staatliche Spar- und Eigenheimzulage, zur Verfügung.

Wie gehen die Deutschen mit ihrem Geld um? Können sie etwas sparen? Zu welchem Zweck? Ein Schwerpunkt

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Leser-Kommentare
  1. Dass der deutsche Sparer zu viel Geld übrig hat? Und nicht investiert...was ja ökonomisch völlig falsch ist. (Vorsicht Ironie) Entschuldigung, aber diese Statistik verzerrt die wirklichen Verhältnisse enorm. Wie ja das Amt auch gern mitteilt, dass man nur einen Querschnitt nehmen kann, zur Prognoseerhebung. Wenn jemand eine Million spart, dann werden 100 Menschen, die nichts sparen können, aus der Statistik gekippt. Man sollte wohl doch mal genauer schauen sollte, wo Geld gespart werden kann. Und nicht was der statistitsche Durchschnitt hergibt.

  2. Die Konjunktur flaut im nächsten Jahr etwas ab. Damit die Konjunktur wieder Wind unter die Flügel bekommt, hoffen nun die Wirtschaftsexperten auf steigenden Konsum. Wie haben sich das die Experten jetzt genau vorgestellt? Einerseits legen die Menschen mehr Geld auf die hohe Kante und andererseits sollen sie auch noch mehr Geld für Konsum ausgeben? Ich habe das noch nicht verstanden, wie diese Logik funktioniert.

  3. Statistiken sind - um das noch einmal deutlich zu sagen - kein Spiegelbild irgendeiner Realität, wenn nur ein Mittelwert angeben wird.
    Wenn einer 1.000.000 auf der hohen Kante hat und der andere nur 2 Euro haben beide "statistisch" 500.001 Euro rumliegen - nur daß einer der beiden davon nichts weiß ;-)
    Es ist sattsam bekannt, daß die Schere zwischen arm und reich sich immer weiter öffnet, daß im Grunde "eine handvoll" Menschen die Hälfte des Gesamtvermögens besitzen.
    Und dummerweise: wer viel Kohle hat, kann ohne große Anstrengungen daraus Tag für Tag mehr machen. Die angeblichen Zuwächse dürfte also nicht Otto Normalverbraucher auf dem Konto liegen haben, sondern Herr Kapital und letzterer verplempert das Geld nicht, sondern legt es gewinnbringend an.
    So einfach erklärt sich, daß trotz steigenden "Sparguthaben" nicht die KaufLUST steigt - es gibt immer mehr, die zwar LUST haben, aber vom statistischen Mittelwert nur träumen können.
    Midgard

  4. 4. Nun ja

    die meisten namhaften Ideologen, äh Ökonomen, werden sicher davon ausgehen, dass das Geld für die Konsumenten vom Himmel fällt und dann die Binnenkonjunktur mal so richtig anzieht. So einen "Sinn" wird das ganze sicher haben.
    Richtet Eure Blicke gen Himmel, Kameraden.
     
    Don't get brainwashed: www.NachDenkSeiten.de

  5. @ Chomsky: Ich stimme Ihnen bei.  Wenn mehr gespart wird, wenn Gold gekauft wird, dann ist das ein Zeichen der Besorgnis, der Vorsorge für kommende schlechte Zeiten.  Wenn die Konsumenten mehr Geld ausgeben, wenn sie nicht sparen, weil sie keine Furcht haben ihren Job zu verlieren, dann brummt die Wirtschaft.  Wo heute mehr gespart wird, stagniert morgen die Wirtschaft.

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