Sport Tischtennis im Vollzug

Ein Freundschaftsspiel zwischen Tischtennisfan Günter Wallraff und Europameister Timo Boll in der JVA in Köln sorgte für große Begeisterung bei den Gefangenen. Ein Gespräch mit Wallraff

Bei der Begegnung, die vom ZEITmagazin LEBEN veranstaltet worden war, traten Boll und Wallraff im Gefängnis gegen die Tischtennismannschaften der JVAs Köln und Aachen an – und schließlich auch gegeneinander.

Warum er ausgerechnet im Gefängnis spielen wollte und wie er den Nachmittag erlebt hat, erzählt Günter Wallraff im Gespräch mit ZEIT online . Auszüge aus dem Spiel können Sie auch im Video sehen.

ZEIT online: Für Sie war von Anfang an klar, dass das Match gegen Timo Boll in der Justizvollzugsanstalt in Köln stattfinden sollte. Warum?

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Günter Wallraff: Wir veranstalten seit mehr als zehn Jahren Turniere in der JVA Köln und der JVA Aachen, bei denen Freie gegen Gefangene spielen. Die "Knastmannschaften" haben hochkarätige Spieler, die viel Ehrgeiz besitzen. Daher fand ich es nur folgerichtig, diese Tradition mit Timo Boll fortzuführen.

ZEIT online: Wie haben die Gefangenen darauf reagiert, dass sie gegen den amtierenden Europameister spielen?

Wallraff: Sie waren absolut begeistert und ich denke, dieses Gefühl hält auch noch ein bisschen an. Für viele ist es wichtig zu sehen, dass sie nicht aus der Gesellschaft ausgestoßen sind. Und dass es Leute gibt, die ihnen mit einem Vertrauensvorschuss begegnen. Manchmal kommen über den Sport auch Kontakte zustande, die sich in der Freiheit dann fortsetzen.

Leser-Kommentare
    • hagego
    • 01.08.2008 um 16:09 Uhr

    Sechs Punkte gegen Timo Boll: Respekt, Herr Wallraff!      Aber geben Sie zu, dass Sie mit einer Maske des chinesischen Weltklasse-Spielers Ma Lin  angetreten sind.     Das Täuschen und Tarnen liegt Ihnen ja - berufsbedingt - ganz besonders.;-)

    • mth
    • 03.04.2009 um 14:29 Uhr

    um gegen Boll zu spielen, würde manch einer sogar in den Knast gehen..

    tolle Aktion

    Markus Thies
    schreibt im Tischtennis Blog

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