Familienpolitik Kehrtwende ins Unmögliche

Familienministerin Ursula von der Leyen stimmt nun doch einem Betreuungsgeld für häusliche Kindererziehung zu. Damit kommt sie ab von ihrem progressiven Kurs und beugt sich dem konservativen Familienbild ihrer Partei.

Nun nimmt sie die „bildungspolitische Katastrophe“ also doch in Kauf: So zumindest hatte Familienministerin Ursula von der Leyen noch vor fünf Monaten das Betreuungsgeld genannt, das Familien gezahlt werden soll, die ihre Kleinkinder ausschließlich zu Hause betreuen.

Von der Leyen hatte das Erziehungsgeld durchgesetzt, das seit diesem Jahr gezahlt wird, und für den Anspruch auf einen Krippenplatz gekämpft. Ihre Argumente waren gut: Zum einen wollte sie fördern, dass Frauen schneller und leichter wieder in ihre Erwerbstätigkeit zurückfinden. Zum anderen, dass insbesondere für Kinder aus sozial schlechter gestellten Familien eine gute Betreuung sichergestellt wird.

Anzeige

Nun also verkündet sie, dass sie in dem Entwurf zum Gesetz für den Ausbau der Kinderbetreuung nicht nur den Rechtsanspruch auf Krippenplätze für bis zu Dreijährige von 2013 an festschreiben, sondern – ebenfalls von 2013 an – eine Belohnung für häusliche Betreuung zahlen will. Als einziges Beispiel einer solchen Belohnung wird das Betreuungsgeld genannt, also eine monatliche Barauszahlung an die Eltern. In Thüringen, wo es eine solche Prämie bereits gibt, liegt sie bei 150 Euro. Von Gutscheinen etwa für Lern-Kurse, die sicherstellen würden, dass die Belohnung – wie eine externe Betreuung – unmittelbar der Erziehung und Bildung der Kinder zugute käme , ist keine Rede mehr.

Man darf fragen, welchen Familien ein solches Betreuungsgeld nützen soll. Wohl sozial schwächeren Familien. Doch genau für deren Kinder wäre es wichtig, eine qualifizierte Betreuung zu gewähren. Das geht am zuverlässigsten extern. Genau diese Kinder hielte man jetzt zu Hause. Würden das Betreuungsgeld dagegen vor allem Besserverdienende in Anspruch nehmen, wäre es Geldverschwendung.

Was bringt die Ministerin also dazu, dennoch eine Kehrtwende zu vollziehen? Zum einen der Kostenfaktor: Eine häusliche Betreuung zu unterstützen ist billiger, als Krippenplätze zu schaffen. Das eine wird – nimmt man Thüringen als Anhalt – rund 150 Euro pro Monat und Kind kosten. Ein Krippenplatz kostet rund 1000 Euro pro Monat abzüglich der Eigenbeteiligung der Eltern, die je nach Einkommen und Land schwankt, aber etwa zwischen 70 und 380 Euro liegt. Doch Geld wird von der Leyens wesentliches Argument nicht sein. Auch Gutscheine hätten Geld gespart.

Eher gibt sie dem Druck ihrer konservativen Parteikollegen nach. Denn deren Familienbild widerspricht von der Leyens bisherige Politik. Die Konservativen haben schlicht kein Interesse daran, die Frauen in Brot und Arbeit und weg vom Herd zu bringen. Also kein Interesse am Ausbau der externen Kinderbetreuung, sondern nur an einer Prämie fürs Daheimbleiben. Nicht nur von Seiten der CSU war wiederholt und massiv zu hören, ohne Betreuungsgeld wäre mit ihr nichts zu wollen. Gutscheine wären nicht akzeptabel. So hatte Günther Beckstein schon einen Tag nach seiner Kür zum bayerischen Ministerpräsidenten gesagt: „Wenn eine Frau ihr Kind zwischen eins und drei selber zu Hause erziehen will und deswegen auf Lebensstandard verzichtet, dann verdient das nicht Kritik, sondern Lob und Anerkennung.“ Er wetterte auch unmittelbar gegen von der Leyen, das Betreuungsgeld sei in der Koalition vereinbart, und wenn sie sich nicht daran halte, dann werde „der bayerische Löwe seine Krallen sehr, sehr deutlich zeigen“.

Leser-Kommentare
    • Isaidy
    • 31.10.2007 um 14:57 Uhr

    aber dass ist ja nun wieder der größte Schwachsinn, den man sich in dieser leidigen Betreuungsdebatte vorstellen kann. Die Regierung will Milliarden investieren um ein BetreuungsANGEBOT zu schaffen. Es war nie die Rede davon, dass sie Eltern, die ihre Kinder fremdbetreuen lassen, Geld zukommen lassen wollte. Dieses ANGEBOT können (jawohl, sie müssen nicht) Eltern wahrnehmen und dafür ihr vom Staat zur Verfügung gestelltes Kinder- oder Erziehungsgeld oder sonstwelche Gelder einsetzen. Denn die geschaffenen Plätze werden keinesfalls kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Mütter, die nun aber lieber zu Hause bleiben wollen/können, haben eben jenes Kinder-/Erziehungsgeld für andere Dinge zur Verfügung. Was soll also die schwachsinnige Idee, Geld an Mütter im Gießkannenprinzip auszuschütten, die zu Hause ihre Kinder erziehen? Familien, die auf ein zweites Einkommen angewiesen sind, ist mit 100/150 Euro zusätzlich nicht geholfen, um sich dem Nachwuchs ganztags zu Hause zu widmen. Also alimentiert man die Mütter, die es sich finanziell locker leisten können, zu Hause zu bleiben oder die "Immigranten-Mütter", die dann dafür noch belohnt werden, dass sie ihre Kinder fernab jeder deutschen Gesellschaft fremdsprachig großziehen. Ich kann es einfach nicht glauben, und auch kein CSU-Politiker kann mir erklären, was - außer Populismus (denn schließlich wird wieder einmal etwas verteilt) - dieser Mist soll.  Welcher Schwachsinn hierzulande alles alimentiert werden soll, schreit zum Himmel. Kein Wunder, dass die Nettolöhne immer geringer werden. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass ich selber Kinder habe.

    • GEBE
    • 31.10.2007 um 15:46 Uhr

    "Jedes Kind ist auch ein Geschenk der Eltern an die Gesellschaft."Dieser Satz stammt nicht etwa aus dem letzten Jahrhundert, auch nicht von annodazumal, als der Kaiser noch Kanonenmaterial - "wehrhafte Patrioten gegen den Erbfeind" sein eigen zu nennen pflegte, oder aus einer neuerlichen, mißverstandenen Rede von Eva Herman, sondern von Frau von der Leyen, einer Bundesministerin!Nachdem es nun gottseidank auch nicht mehr als politisch korrekt gilt, wenn Lehrer von ihrem "Schülermaterial" sprechen, wie weiland der Schmied von seinem Roh- und Halbzeug - was bei Lehrern aber noch vor ein paar Jahren gang und gäbe war, wundert es umso mehr, daß Frau von der Leyen sich traut, sich zu solch perfiden Formulierungen zu versteigen!Alleine schon mit ihrem Denkansatz überführt Frau von der Leyen sich selbst, nämlich im 21. Jahrhundert noch nicht angekommen zu sein. Nur so ist überhaupt noch zu verstehgen wie eine rein private Angelegenheit - die Familie (zudem auch noch durch das GG unter besonderen Schutz gestellt), zu einem allgemeinen Thema von Staatsrelevanz unter rein politischen und merkantilen Gesichtspunkten gedankenpurzlerisch verkommen kann. 

    • fnhs
    • 31.10.2007 um 17:53 Uhr

    Frau Husmann, Sie schreiben, dass die Inanspruchnahme von Betreuungsgeld durch eine besserverdienende Mutter Geldverschwendung sei. Abgesehen davon, dass diese Mutter bei Inanspruchnahme des Betreuungsgeldes eben nicht mehr eine Besserverdienende ist, wäre die Geldverschwendung noch viel größer, wenn die "Besserverdienende" einen subventionierten KITA-Platz für ihr Kind in Anspruch nimmt! Im übrigen zeigen gerade die Zahlen (150 EUR Betreuungsgeld versus 1.000 EUR minus Eigenbeitrag Kitasubvention pro Monat) wie ungerecht die Regierung hier Familien bzw. Mütter behandeln will.
    Dann schreiben Sie, dass Kleinkinder aus sozial schwachen Familien am zuverlässigsten in einer KITA und nicht in der Familie "gebildet" würden. Was für ein Quatsch! Viele Kinderärtze weisen darauf hin, dass es gerade in den ersten drei Lebensjahren nicht um "Bildung" sondern um die Sicherung der Bindung geht. Wer mit offenen Augen vorurteilsfrei schon einmal in einer KITA oder in einem Kindergarten war, wenn die neuen Kinder kommen, wird dies bestätigen müssen.
    Und schließlich werfen Sie der Familienministerin vor, mit der Einführung des Betreuungsgeldes nun also gleichzeitig zwei gegensätzliche Familienbilder zu fördern. Was bilden Sie sich eigentlich ein? Zeigt Ihr Vorwurf nicht eigentlich ein totalitäres Denken? Können Sie sich nicht vorstellen, dass es Familien gibt, die eben nicht in ein bestimmtes Familienmodell (das der Fremdbetreuung der eigenen Kinder, damit die Mütter schnell wieder für Staat und Renten knechten können) gedrängt werden wollen?
    Frau Husmann, Familien werden durch die Ausgestaltung der Steuer- und Sozialsysteme schon jetzt ausgebeutet und in ein bestimmtes "Familienmodell" gedrängt. Denn es ist nur den direkten und indirekten hohen Sozialabgaben zu verdanken, dass ein Familienvater mit einem Einkommen heute seine Familie kaum noch ernähren kann. Und die arbeitenden doppelverdienenden Frauen, die wie Sie, auf die Hausfrauen herabsehen, sollen sich einmal  vergegenwärtigen, dass auch sie ausgebeutet werden. Dies dürfte bei einem Blick auf die Lohnabzüge wohl deutlich werden und dann fragen Sie sich noch einmal, wo der von Ihnen erarbeitete Mehrwert wirklich hingeht. Er verbleibt doch nur zu einem geringen Teil bei Ihnen selbst. Bei den traditionellen Familien kommt er jedenfalls auch nicht an!

    • gauss
    • 31.10.2007 um 20:10 Uhr

    Wie oft haben wir das nicht schon gehört:

    Dann schreiben Sie, dass Kleinkinder aus sozial schwachen Familien am zuverlässigsten in einer KITA und nicht in der Familie "gebildet" würden. Was für ein Quatsch! Viele Kinderärtze weisen darauf hin, dass es gerade in den ersten drei Lebensjahren nicht um "Bildung" sondern um die Sicherung der Bindung geht. Wer mit offenen Augen vorurteilsfrei schon einmal in einer KITA oder in einem Kindergarten war, wenn die neuen Kinder kommen, wird dies bestätigen müssen.

    So etwas kennen wir ja vom Familiennetzwerk e.V.. Es ist auch müssig irgendwelche wissenschaftlichen oder semiwissenschaftlichen Publikationen anzuführen, für jede Seite (Fremd- oder Eigenbetreuung) kann man wissenschaftlich Vorzüge darlegen.

    Unseren "Heimchens" geht es mal wieder nur um Umverteilung. Geld, welches sie nicht erarbeitet haben, möchten sie gerne haben. Es sollte der Anspruch einer jeden Familie sein selbständig über die Runden zu kommen. Dieser Anspruch ist scheinbar mittlerweile nicht mehr überall konsensfähig. Leider wird hier auch vergessen, wie die Fertilität der Mütter über Unter-, Mittel- und Oberschicht verteilt ist. Wer dies genauer betrachtet, der wird sehen, dass Menschen, die am unteren Ende der sozialen Skala anzufinden sind mehr Kinder in die Welt setzen, als alle anderen. Dies hat dann natürlich Auswirkungen, wenn deren Kinder nicht mit anderen Kindern spielen, lernen und vor allem Deutsch sprechen. Wenn die Kinder erst mit drei Jahren oder vielleicht sogar mit fünf Jahren, dann ist der Zug für sie schon längst abgefahren! Warum? Diese Kinder haben nicht die Voraussetzungen, die man erwartet, die man zur Einschulung haben sollte. Da die Betreuung in diesen Familien meist nicht besonders gut ist, gibt es dann nach der vierten Klasse die Überweisung zur Hauptschule und der Lebensweg ist dann klar.Es darf keine Wahlfreiheit mehr geben! Klingt hat, erfreut sicherlich nicht jeden, aber wenn wir unsere gesellschaftlichen Verwerfungen offensiv angehen wollen, dann müssen wir handeln, sofort. Leider haben das noch nicht alle Bürger verstanden! Wir brauchen die Pflichtkita ab dem ersten Jahr, damit alle Kinder gemeinsam spielen und lern können (Unter-, Mittel- und Oberschichts-Kinder). Wir brauchen nachdem Kindergarten die Gemeinschaftsschule, wo alle Kinder nach ihren Neigungen individuell betreut werden (dies sollte man nicht mit dem klassischen Modell der Gesamtschule vergleichen).

    Es gibt Stadtteile in Hamburg, dort verlassen 20-40% der Schüler die Hauptschule ohne Abschluß. Damit sind diese Jugendlichen chancenlos und bereiten uns Probleme. Hier gibt es dann nicht mehr viel zu tun, hier ist dann alles vorbei. Handeln muss man vorher, damit alle Kinder zumindest ähnliche Bedingungen haben.
    Es wurde von der/die DiskutandIn fnhs geschrieben:

    Frau Husmann, Familien werden durch die Ausgestaltung der Steuer- und Sozialsysteme schon jetzt ausgebeutet und in ein bestimmtes
    "Familienmodell" gedrängt. Denn es ist nur den direkten
    und indirekten hohen Sozialabgaben zu verdanken, dass ein Familienvater mit einem Einkommen heute seine Familie kaum noch ernähren kann. Und die arbeitenden doppelverdienenden Frauen, die wie Sie, auf die Hausfrauen herabsehen, sollen sich einmal  vergegenwärtigen, dass auch sie ausgebeutet werden. Dies dürfte bei einem Blick auf die Lohnabzüge wohl deutlich werden und dann fragen Sie sich noch einmal, wo der von Ihnen erarbeitete Mehrwert wirklich hingeht. Er verbleibt doch nur zu
    einem geringen Teil bei Ihnen selbst. Bei den traditionellen Familien kommt er jedenfalls auch nicht an!

    Generell ist bzw. sollte es unserer Gesellschaft sein, mehr Menschen zu motivieren zu arbeiten. Hiermit sind dann auch die Frauen gemeint, die ansonsten ganztags zu Hause sind und sich um ihren Nachwuchs kümmern. Rentenpolitisch ist es nicht sehr sinnvoll ausschließlich zu Hause zu sitzen, da man sehr schwierig später an eine Arbeitsstelle herankommt, die Betreuungszeit wird darüber hinaus auch nur mit einem Durchschnittsgehalt vergütet. Wir sind nicht mehr in den 60er und 70er Jahren, einer Zeit wo fast Vollbeschäftigung herrschte und die Renten sicher waren. Wer nicht einzahlt, bekommt auch nichts, bzw. sehr wenig. Wenn allerdings andere Menschen die Kinder betreuen, hat man gleich zwei Arbeitsplätze geschaffen. Dies ist eine Win-win-Situation. Darüberhinaus hat man selber mehr finanzielle Mittel zur Verfügung und kann seinen Kinder auch etwas bieten.
    In den skandinavischen Ländern sind die Familien wesentlich besser gestellt, da alle Elternteile arbeiten, die Kinder fast ausnahmslos in der Kita sind und mehr Menschen arbeiten und damit auch in die Rentenkasse einzahlen.

  1. Wer gegen Ideologien kämpft, sollte auch seine eigenen im Zaume halten ...
    Wir leben nicht mehr im letzten Jahrhundert, wo selbstverständlich die Frau zu Hause bei den Kindern blieb und der Mann hinaus ins feindliche Leben (wobei selbst das eine Illusion ist, denn das war nur bei Bürgerlichen Standard, nicht bei Arbeiterfamilien).
    Aber: wir sind auch noch nicht aufgeklärt genug zu akzeptieren, daß Kinder nicht Verfügungsmasse des Staates sind, die quasi von Geburt an durch den Staat und seine Organe so geschult werden, daß sie sich nahtlos in die Produktion einpassen lassen.
    Immer mehr Doppelverdiener war in den Aufschwungzeiten keine wirkliche Emanzipationsstrategie, sondern allzu häufig geprägt von gesteigerten Konsumwünschen, später eine Frage des wirtschaftlichen Überlebens (wenn vielleicht auch auf gehobenem Standard).
    Die Rückkehr in den Beruf für Erziehende zu erleichtern ist richtig - aber es darf nicht dazu führen, nun im Umkehrschluß jene zu diffamieren, die sich aus gutem Grund entschließen, ihr Kind nicht nach der Geburt an der "Kinderklappe KiTa" abzugeben, sondern sich selbst ihren Kindern widmen wollen. Herdprämie oder das Geschrei, daß nun gerade Kinder aus schwachen Familien nicht ausreichend gefördert würden, ist weitgehend Polemik und das Überstülpen der eigenen Lebensentwürfe auf andere.
    Der "deutschen" Politik fehlt es zunehmend nicht nur an intelligenten Lösungen für reale Probleme, sondern auch an gemeinsamen Wertorientierungen jenseits von wirtschaftlichem Kalkül: die Geburt eines Kindes ist nicht nur ein potentieller Rentenbeitragszahler mehr - es ist ein Geschenk für die Familie und erst nachrangig ein Geschenk an die Gemeinschaft der Steuer- und Sozialvericherungszahler!
    Früher wurden vielleicht Frauen moralisch unter Druck gesetzt, wenn sie arbeiten gingen und ihre Kinder derweil anderen überließen - inzwischen scheint es umgekehrt.
    Wo liegt da für wen ein Vorteil?
    Fragt sich
    Midgard

  2. Herr oder Frau Gauss,
    Sie schreiben: "Es darf keine Wahlfreiheit mehr geben! Klingt hart, erfreut sicherlich nicht jeden, aber wenn wir unsere gesellschaftlichen Verwerfungen offensiv angehen wollen, dann müssen wir handeln, sofort. Leider haben das noch nicht alle Bürger verstanden! Wir brauchen die Pflichtkita ab dem ersten Jahr, damit alle Kinder gemeinsam spielen und lern können (Unter-, Mittel- und Oberschichts-Kinder). Wir brauchen nach dem Kindergarten die Gemeinschaftsschule, wo ..."
    Wollen Sie eine totalitäre Erziehungsdiktatur ? Solche Bestrebungen hat ja schon gegeben, in roten wie in braunen Gefilden.
    OHNE UNS !

  3.  das muss hier schon auch mal gesagt werden.  Denn, wie Prof. Gunnar Heinsohn ja nachwies, ist es ja der bzw. ein Überschuss junger perspektivoloser Männer, der Gesellschaften (leicht) in die innere oder äußere Gewalt drängt. Insofern sind - und waren - hier dann ja auch kinderlose betroffen. Die Neonazis zeigen uns ja, wie so etwas läuft - jetzt halt noch halbwegs (grund)gesetzkonform. Und auch Kinderlose sollen hier eine bzw. die weitere Gießkannenförderung mitfinanzieren! Skandalös dies, eigentlich.
    Man sollte, ich schreibe das immer und immer wieder, endlich eine freiwillig an eine grob differenzierende Jungelternunterstützungsversicherung gekoppelte Rentenversicherung einführen und die Entscheidung für Kinder dennoch allein den Eltern überlassen, also nicht stets, warum auch immer, Propaganda für die Kinderzeugung machen!  Die Kinder sterben dann ja eben ggf. im Krieg oder am Umweltdreck - dies, die Gesamtperspektive, abzuwägen, muss allein Sache der Eltern sein und bleiben - gerade auch ideologisch! (Die sich hier sicher auf wirkliche Freunde beziehen sollten.)
     
    Ansonsten ist auch unter heutigen Bedingungen die Differenzierung das Wichtigste. Gehe ich hier mit der Gießkanne übers Beet, begünstige ich dann relativ klar absehbar anstrengenden, Problem-Nachwuchs - der von anderen teuer "repariert" bzw. integriert werden muss. Das ist kein vorsorgender Sozialstaat, das hat nichts von Nachhaltigkeit. Nur Eltern, die selbst halbwegs integriert sind und gewisse Grundvoraussetzungen erfüllen, sollten eine direkte oder indirekte Förderung erhalten, die man heute, im Zeitalter der Geburten-Steuerung, vorher anfordern und sich genehmigen lassen sollte - wenn man hier sicher gehen will oder "muss"! Man muss hier deshalb keine besonders hohen Anforderungen an die Eltern setzen, sollte so aber die schwarzen Schafe endlich von vornherein und ganz offen benachteiligen, damit es eben nicht zu den berühmten generationenübergreifenden Sozialhilfe-Karrieren kommt, damit der "Sozialadel" so nicht länger privilegiert wird - ja, auch ohne die Vermehrung dieser Personen würde es dieses Phänomen so eben nicht geben! Und das ist es, was die CSU hier m.E. eben endlich schon auch mal fordern müsste - da wäre der Einwand, dass man so viele Problemkinder eben zu ihrem Glück ein Stück auch zwingen muss, z.T. entkräftet! 
    Einer minderjährigen alleinstehenden Schülerin mit schlechten Noten z.B., würde ich hier vorher zumeist keine Unterstützungszusage geben, diese müsste dann ggf. von freiwilligen karitativen Einrichtungen kommen, die sich hier sicher auch hier engagieren würden. Die Person weiß so aber: Mir steht hier nichts zu - ich muss mich um mein Kind -ggf.- alleine kümmern, wenn ich ungeeignet erscheine, bzw. voll auf das freiwillige Wohlwollen(!) anderer setze, was auch mal dünn werden könnte! 
    Sicher kann und sollte man, dessen ungeachtet, bei den sich dann dennoch ergebenden schwächeren und wenigeren Problemfällen, auf die Variante diverser Schecks übergehen. Für den Normalfall - der halt auch als solcher primär verstärkt (und sei es "nur" relativ) wieder ein solcher werden müsste und würde, könnte man aber eben schon auch Betreuungsgeld für die häusliche Erziehung geben - eine - differenzierte - Erhöhung des Kindergeldes (für den Normalfall) und eine stärkere Beteiligung der Eltern an den Krippen liefe aber auf das Gleiche hinaus!     
     
    Von einer Kehrtwende ins Unmögliche würde ich in dieser Frage nicht so sehr sprechen, weil wir, wenn man so will,  auch hier ja schon im "Unmöglichen" stecken.   
     

  4. In Agrargesellschaften eben, indem der Älteste Sohn das Land bekam. Überschüssige Söhne mussten sich was einfallen lassen, z.B. beim Militär, oder in der Verwaltung, woanders einheiraten, gingen ins Kloster - oder eben in den Krieg, wo sie sich dann gewaltsam reduzierten. Ihnen wurde also keine Familiengründung zugestanden und damit die weitere Fortpflanzung - bzw. realisierte sich diese nicht. Heute wird aber so getan, als sei dies ein ganz gewöhnliches, nicht im geringsten zu begrenzendes, nicht auch an gewisse Bedingungen knüpfbares Menschenrecht - da redet man dann nur vom Dorf, das für die Kinder anderer verantwortlich sei: Für die nach Absprache gezeugten Kinder galt das aber eben vor allem - da wurde eben auch in Afrika nicht alles erlaubt! Das Problem damals war hier früher ja, dass man keine Verhütungsmöglichkeiten hatte, dass deshalb dennoch oft zu viele "legale" Kinder gezeugt wurden, mehr als so manchem lieb war, mehr als man manchmal verkraften konnte.  <?xml:namespace prefix =" o" ns =" "urn:schemas-microsoft-com:office:office"" />
     
    Heute haben wir ja die Wissensgesellschaft. Da muss die Gesellschaft eben, wenn kein Bauernhof oder kein Familienbetrieb dahinter steht, eben  differenzieren, wer in der Wissensgesellschaft eigenen Kindern eine Position, eine Perspektive, wahrscheinlich ermöglichen kann und wer hochwahrscheinlich nicht. Und auch, wieviele sonstige - leistungsfähige und -willige - Kinder "man" eben braucht oder sich leisten kann. Eine Gesellschaft z.B. , die mehr Kinder bekommt als sie ernähren kann, z.B., die organisiert sich ja den Hunger! Eine Gesellschaft, die nur aus Schwerstbehinderten bestehen würde, könnte ja z.B. nicht überleben und auch eine stärker High-tech-geprägte Gesellschaft muss ja in die Krise kommen, wenn sie keinen Nachwuchs hervorbringt, der in und mit dieser halbwegs zurecht kommt, der nur aller einfachste Tätigkeiten ausführen kann. 
    Es sollte deshalb schon real und offen halbwegs sicher ausgeschlossen sein, dass dieser Zustand mal eintritt. Völlig bildungsferne Schichten sollten sich in einer Wissensgesellschaft deshalb z.B. nicht übermäßig vermehren. Das muss man sich als Gesellschaft leider endlich klarmachen, offen sagen und die Rahmenbedingungen so setzen, dass dies nicht (so oft) passiert. 
    Der Schlüssel scheint mir hier die grobe Prüfung der angehenden jungen Eltern zu sein, ob sie gewisse Grundvoraussetzungen zu erfüllen scheinen, einen halbwegs sozialkompatiblen Nachwuchs hervorzubringen. Wenn ja, soll sie Unterstützung erhalten, falls nicht, sollte man diese gesetzlich und offen angesagt nicht gewähren!
     

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service