Energie Die Sonne im KellerSeite 2/2

Ein weiteres Plus des Kleinstkraftwerkes ist, dass in der modernen Anlage eine ziemlich alte Technologie steckt: der Stirling-Motor, 1816 vom Schotten Robert Stirling erfunden. Lange Zeit konnte er sich gegen die Konkurrenz nicht durchsetzen, denn wo Abwärme ungenutzt bleibt, beispielsweise bei Kraftfahrzeugen, sind Stirling-Aggregate zu teuer. In Blockheizkraftwerken zählt jedoch auch die Wärmeleistung, und daher sind die Stirling-Motoren dort gefragt. Sie können mit jedem beliebigen Brennstoff betrieben werden – von Biomasse oder Holzpellets über Erdgas bis hin zu Heizöl.

Stirling-Motoren seien zudem besonders robust, lobt die Deutsche Energie-Agentur (dena). "Dank des Stirling-Motors arbeitet die Anlage 80.000 Stunden wartungsfrei. In einem Einfamilienhaus, bei 2.000 bis 4.000 Stunden Einsatz jährlich, läuft der Motor also mindestens 20 Jahre. Das schafft der beste Heizkessel nicht", wirbt Sunmachine-Ingenieur Flecks für sein Kraftwerk.

Allerdings: In der Anschaffung ist die Anlage bislang so teuer wie ein Mittelklassewagen. Knapp 28.000 Euro müssen Interessenten auf den Tisch legen; mehr als dreimal so viel, wie ein herkömmlicher Heizkessel mit Holzpellet-Betrieb kostet. Wegen der hohen Anschaffungskosten raten Experten zurzeit noch davon ab, sich ein Mikro-Blockheizkraftwerk anzuschaffen. Kleinanlagen seien im Verhältnis erheblich teurer als größere, sagt Dr. Wilfried Ponischowski, Geschäftsführer der Dortmunder Ingenieurberatung Envi, die Energiekonzepte entwickelt und umsetzt. Wesentlich günstiger seien größere Blockheizkraftwerke, die Strom und Wärme für ganze Nachbarschaften und nicht nur für einzelne Wohnhäuser erzeugten. Hier amortisiere sich die Investition gegenüber einer normalen Heizungsanlage in etwa sechs Jahren, bei Mikroanlagen wie der Sunmachine hingegen dauere das derzeit noch acht bis zehn Jahre.

Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung rechnet jedoch schon bald mit fallenden Preisen für die Kleinstanlagen. Außerdem amortisiere sich die Investition umso schneller, je weiter die Preise für Öl und Gas steigen, erklärt Geschäftsführer Adi Goldbach. Er ist deshalb überzeugt: In deutschen Kellern wird es in ein paar Jahren ganz anders aussehen.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich kenne Leute, die diese Blockheizkraftwerke seit mehreren Jahren betreiben und ich kann jedem, der eine Heizung benötigt und das Geld hat (wobei 28.000€ dafür etwas übertrieben sind. 18.000€ trifft es eher) nur raten, in ein Blockheizkraftwerk zu investieren. Es lohnt sich. Ökologisch UND Ökonomisch. Im Artikel stand ja auch, dass sich Anlagen nach 7 bis 8 Jahren amortisieren. Wenn eine Anlage dann 20 Jahre problemlos läuft, kann man sich ja ausrechnen, was das bedeutet. 

  2. Zitat aus dem Artikel:"Im Verhältnis zur Strommenge erzeugen Blockheizkraftwerke deshalb,
    verglichen mit herkömmlichen Kraftwerken, besonders wenig Kohlendioxid." .  Das ist leider falsch. Blockheizkraftwerke erzeugen sogar mehr Kohlendioxid pro Kilowatt Strom als herkömmliche Turbinenkraftwerke. Das liegt daran, dass (kleine) Stirlingmotoren nicht so effektiv sind wie (große) Turbinen.      .   Richtig ist, dass insgesamt im Verhältnis zur ENERGIE-Menge (Strom + Wärme) weniger Kohlendioxid erzeugt wird, weil die Wärme nicht ungenutzt "weggeworfen" wird, sondern weitergenutzt wird.Blockheizkraftwerke sind also vor allem da sinnvoll, wo man die Abwärme nutzen kann, z.B. zum Heizen. Muss aber nicht unbedingt nur Einfamilienhaus heissen. Man kann auch eine ganze Siedlung durch isolierte Warmwasserrohre heizen.

  3. Normalerweise liebe ich die ZEIT, aber dass die jetzt Verkaufsprospekte eins zu eins abschreiben, das ist mir neu. Vielleicht liegt es auch daran, dass es heutzutage ziemlich in ist, Ökothemen möglichst unhinterfragt zu übernehmen.
    Die Sunmachine mit Pellets ist ökologisch wie ökonomisch so ziemlich das Dümmste, das derzeit auf dem Markt ist. Ein heute neu gebautes Haus braucht höchstens noch das Äquivalent von 500 Litern Heizöl für Wärme, das sind 5000 kwh. Bei einem Verhältnis von 1 : 2 von Strom und Wärme und einem theoretischen, praktisch unmöglichen Wirkungsgrad von 100 % produziert die Sunmachine diese Wärme und dazu 2500 kwh Strom. Bei 20 cent geförderter Stromvergütung sind das dann € 500,-- für die Stromeinspeisung sowie € 350,-- eingesparte Heizenergie, insgesamt € 850,-- pro Jahr und dafür muss der Ökodepp dann Pellets für € 500,-- einkaufen. Es verbleiben ihm also € 350,--um € 28.000,-- zu amortisieren. Ohne Zinsen ist das eine Amortisationszeit von 75 Jahren. Gerechnet hab ich mit den bestmöglichen Prämissen.
    Die Ökojünger sind das beste Beispiel dafür, dass die PISA-Studie recht hat. Die Leute können nicht mehr rechnen.

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    für die 28000 euro bekommt man doch wohl eine nagelneue Heizung, oder?eine "normale" Heizung bekommt man ja auch nicht umsonst.und die meisten Häuser im Bestand brauchen mehr als 500 Liter Heizöl.Und wenn ich vom verkauften Strom Pellets kaufen kann und noch 350 Euro übrig bleiben ist doch nicht so schlecht, oder? Ohne diese Anlage müsste ich die ja auch kaufen (oder Öl)also reden wir doch über 850 Euro Ertrag und nicht nur 350, oder? Und die Amortisationsdauer verkürzt sich immens wenn ich von den 28000 Euro den Preis einer Heizungsanlage OHNE Stirlingmotor abziehe.Also, PISA hin oder her, so ganz fehlerfrei ist Ihre Rechnung wohl auch nicht, oder?

    für die 28000 euro bekommt man doch wohl eine nagelneue Heizung, oder?eine "normale" Heizung bekommt man ja auch nicht umsonst.und die meisten Häuser im Bestand brauchen mehr als 500 Liter Heizöl.Und wenn ich vom verkauften Strom Pellets kaufen kann und noch 350 Euro übrig bleiben ist doch nicht so schlecht, oder? Ohne diese Anlage müsste ich die ja auch kaufen (oder Öl)also reden wir doch über 850 Euro Ertrag und nicht nur 350, oder? Und die Amortisationsdauer verkürzt sich immens wenn ich von den 28000 Euro den Preis einer Heizungsanlage OHNE Stirlingmotor abziehe.Also, PISA hin oder her, so ganz fehlerfrei ist Ihre Rechnung wohl auch nicht, oder?

  4. für die 28000 euro bekommt man doch wohl eine nagelneue Heizung, oder?eine "normale" Heizung bekommt man ja auch nicht umsonst.und die meisten Häuser im Bestand brauchen mehr als 500 Liter Heizöl.Und wenn ich vom verkauften Strom Pellets kaufen kann und noch 350 Euro übrig bleiben ist doch nicht so schlecht, oder? Ohne diese Anlage müsste ich die ja auch kaufen (oder Öl)also reden wir doch über 850 Euro Ertrag und nicht nur 350, oder? Und die Amortisationsdauer verkürzt sich immens wenn ich von den 28000 Euro den Preis einer Heizungsanlage OHNE Stirlingmotor abziehe.Also, PISA hin oder her, so ganz fehlerfrei ist Ihre Rechnung wohl auch nicht, oder?

    Antwort auf "Verblödung pur"
  5. neue Heizung ist doch gar nicht nötig. Es gibt Energiesparprozessoren auf dem Markt, die bis zu 70% CO einsparen, bis zu 20% der Energiekosten einsparen und ebensoviel CO2. damit kann echt sparen!

    [...]

    [Link wurde entfernt. Bitte beachten Sie, dass in diesem Rahmen keine Werbung erwuenscht ist. Vielen Dank. / Die Redaktion as.]

    • todis
    • 22.03.2011 um 21:16 Uhr

    Soweit ich weiß hat Sunmachine schon vor einiger Zeit Insolvenz anmelden müssen. Das ist insofern schade, indem sich das sehr interessante Konzept der Firma nicht durchgesetzt hat. Letztes Wochenende war ich in Frankfurt auf der ISH 2011 und habe mich mit ein paar BHKW Herstellern unterhalten. Preislich fangen die Geräte inkl. Installation wohl so im Schnitt ab 20.000 Euro an. Ohne Installation gibt es die Blockheizkraftwerke auch schon ab 10 - 15.000 Euro (http://www.blockheizkraft...)

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