Frauenfussball "Unsere Erfolge sprechen für uns"

Ariane Hingst ist Abwehrchefin der deutschen Mannschaft. Mit ZEIT online sprach sie über den Boom im Frauenfußball und die Vergleiche mit den Männern.

ZEIT online : Frau Hingst, am Dienstag fiel die Entscheidung: Die nächste Frauenfußball-WM wird in Deutschland ausgetragen. Kommt 2011 das nächste „Sommermärchen“?

Hingst : Ich kann zwar nicht hellsehen, was aber klar ist: Der Deutsche Fußballbund wird die WM perfekt vorbereiten. 

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ZEIT online : Wie wichtig ist die WM für die Entwicklung Ihres Sports? 

Hingst : Durch solch ein Großereignis wird der Frauenfußball nach vorne gebracht. Zuletzt haben die Medien ja immer schon ausführlich während der großen Turniere berichtet. Dazwischen flacht die Aufmerksamkeit aber ab. Das könnte sich durch die WM ändern. Auch wir Sportlerinnen profitieren von der WM. Die Förderung wird intensiviert, die Sponsoren werden aufmerksam. 

ZEIT online : Sie gehören zu den erfahrenen Spielerinnen. Hat sich das öffentliche Interesse am Frauenfußball nicht bereits in den vergangenen zehn Jahren gewaltig gewandelt? 

Hingst : Ich bin 1997 Europameisterin geworden. Damals gab es eine kurze Live-Übertragung ins Aktuelle Sportstudio , und das war’s. Jetzt wird jedes unserer Spiele live übertragen – mit hohen Einschaltquoten. Viele Spielerinnen werden zu Talkshows eingeladen. 1997 waren wir froh, wenn wir 2000 Zuschauer hatten, an diesem Wochenende war unser EM-Qualifikationsspiel in Lübeck ausverkauft. 

ZEIT online : Woher rührt diese Begeisterung? Sind das die Nachwehen des Fußballpartysommers 2006 – oder ein Zeichen voranschreitender Gleichberechtigung?

Hingst: Diesen Vergleich finde ich ätzend! Hat man Steffi Graf und Boris Becker miteinander verglichen? Wissen Sie, was ich glaube: Unsere Erfolge sprechen für uns! Wir haben in den vergangenen 15 Jahren immer große sportliche Leistungen gebracht. Und dass dann irgendwann die Medien aufmerksam werden, hoppla, da ist eine sympathische, erfolgreiche Mannschaft, da ist Potenzial, das wir ausschöpfen können, finde ich nicht so verwunderlich. Aber das hat natürlich auch seinen Nachteil. 

ZEIT online : Welchen? 

Leser-Kommentare
  1. Wenn es auch noch gelingt, halbwegs gescheite Fernsehmoderatoren für die Live-Übertragung zu gewinnen, kann nichts mehr schief gehen. Aber leider dürfen die gleichen Langweiler, wegen denen die Zuschauer schon beim Männerfußball den Ton abschalten, auch den Frauenfußball moderieren.
    Soviel Gleichberechtigung muß nicht sein.
    Auch die Qualität der Schiedsrichterinnen könnte besser sein. Moderator und Schiedsrichterin waren die einzigen Schwachpunkte in Volendam, in einem ansonsten unterhaltsamen Spiel.

  2. Meine Frau sieht gern Handball und Fussball. Männerhandball und Männerfussball.Nein, ich zwinge sie nicht, Sport interessiert mich nicht die Bohne. Die Ärmste muss entweder alleine Sport gucken oder zusammen mit unseren Kindern.

  3. Solange jede Jungen U17 die Frauennationalmannschten sorry Fauenschaften zweistellig nach Hause schicken kann, sollte man Frauen- und Männerfussball nicht vergleichen. Sind zwei unterschiedliche Sportarten

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