Online-Partnersuche Ideales Ich sucht ideales Du

In Internet-Partnerbörsen vermeiden die Suchenden die zufällige Begegnung. Die systematische Suche lässt sie jedoch das Begehrte gerade nicht finden: den Anderen

Früher waren es knappe Ein- oder Dreizeiler, die der oder die Einsame für eine Kontaktanzeige formulierte: „Junggebliebene Sie sucht sportlichen Ihn“ oder „Brummiger Kater sucht bissiges Kätzchen“.

Heute ist der virtuelle Auftritt eine aufwendige Angelegenheit. Authentisch und wirklichkeitsgetreu soll das Ich sein, das den virtuellen Marktplatz betritt. Damit beginnen aber schon die Schwierigkeiten, denn wen und wie beschreibe ich, wenn von meinem eigenen Ich die Rede ist?

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Will man nicht in oberflächlichen Gemeinplätzen stecken bleiben und sich unterscheidbar machen, muss man sich fragen: Wer ist denn dieses Ich, das mein Profil ausmachen soll? Ich beginne, mich zu beschreiben, meine Vorlieben aufzulisten, zeige mich mit Humor oder lasse eine romantische Note durchschimmern. Mein beschriebenes Ich ist nun genau so, wie ich denke, dass der Andere mich haben will. Ich lüge nicht. Ich beschreibe nur das, was ich an mir begehrenswert finde und habe dabei immer schon den Anderen im Kopf. Es ist der ideale Andere, der mir die Hand beim Niederschreiben meines Profils führt.

Nachdem nun der eigene Steckbrief im virtuellen Netz verfügbar ist, begebe ich mich auf die Jagd nach dem bestmöglichen Partner. Zuerst bestimme ich die Parameter, die aus der Masse der Profile den passenden Mann beziehungsweise die passende Frau herausfiltern sollen. Begegne ich auf die übliche Art und Weise einem Menschen - auf einer Party etwa oder beim Sport - sind es eher unbewusste Filterfunktionen, die mir im Bruchteil einer Sekunde sagen, ob mich der Andere anspricht oder nicht – der sogenannte erste Eindruck gibt den Ausschlag. Die virtuelle Begegnung wird hingegen bewusst gefiltert und planmäßig angelegt. Dem Zufall und der Intuition lasse ich wenig Raum. Der „passende“ Partner wird durch ein genau festgelegtes Raster aus der Menge aller verfügbaren Partner herausgefiltert.

Diesen Filter kann man sich wie einen Türsteher vorstellen, den man am Eingang seines Lieblingscafés postiert, mit der Anweisung, nur diejenigen hereinzulassen, die gewissen Kriterien entsprechen. Ein Traum, könnte man meinen, denn plötzlich wäre ich zum Beispiel nur von blonden, sportlichen Männern/Frauen umgeben, von denen ich weiß, dass sie nicht rauchen, die Heirat gutheißen etc. Wo liegt der Haken?

Die möglichen Partner, die in meinem Kategoriensieb hängen geblieben sind, haben mich nach demselben Filtersystem gefunden. Mein Profil entspricht dem Bild, das der Andere nach seinen Kriterien als Ideal für sich entworfen hat. Wenn nun auch unsere Fotos jeweils den Erwartungen des Anderen entsprechen, dann kann dem perfekten Glück nichts mehr im Wege stehen. Oder? Es ist aber genau diese Perfektion, die die wahre Begegnung mit dem Anderen unmöglich macht. Denn was ich in den Auswahlkriterien meines Suchfilters erkenne, ist nur meine Vorstellung des idealen Partners. Dasselbe gilt natürlich für den Anderen, der mich fand. Jeder sieht im Anderen nur seine eigenen Wünsche.

Doch eine Begegnung mit einem anderen Menschen findet eigentlich erst dann statt, wenn diese nicht das Ergebnis eines Plans ist. Wenn ich von meinem Gegenüber nicht erwarte, dass er meine Erwartungen zu bestätigen hat. Hinzu kommt, dass die virtuelle Begegnung ausschließlich über Sprache geschieht, und die ist nicht unmittelbar. Gestik, Mimik sowie die Lebenswelt des Anderen bleiben ausgeblendet.

Treffe ich nach endlosem Chatten und Mailen den wirklichen Menschen in einem Café, dann ist der unbekannte Andere eben nicht mehr unbekannt. Ich habe ein gewisses Bild von ihm, das aus der Deutung seiner Worte entstanden ist und natürlich aus meinen Erwartungen, die ich an meinen Filter gestellt habe.

Revidiere ich nicht meine Vorstellungen, wenn ich dem virtuellen Anderen gegenübersitze? Ja, es gibt eine Revision, aber mit umgekehrtem Vorzeichen. Nicht das unmittelbare Gefühl hat den Kontakt zum Anderen hergestellt, das ich nach und nach ergänze und korrigiere aufgrund der Informationen, die ich erhalte. Der Andere ist zuerst ein sprachliches Gebilde, vom dem ich gewisse Vorstellungen habe und dann erst der Mensch, der vor mir sitzt. Diese zeitliche Ordnung hat zur Folge, dass ich in der wirklichen Begegnung versuche, die bereits gemachten Vorstellungen zu bestätigen und gegebenenfalls auch zu verteidigen, selbst wenn der wirklich gewordene Andere keine unserer Erwartungen erfüllt. Schnell stellt sich ein Gefühl ein: Enttäuschung.

Ich setze nicht meine eigenen Vorstellungen und Erwartungen auf die Anklagebank, sondern den Anderen, der es nicht geschafft hat, meinem Ideal zu entsprechen. Dabei müsste die Enttäuschung in Wirklichkeit auch meine Ideale infrage stellen.

Doch im Zeitalter der „Online-Liebe“ wird dem Ich die Wahl leicht gemacht: Wenn der Andere mich enttäuscht, so formuliert der egozentrische Mensch, dann ist er nicht für mich. Die Liste der Kandidaten im virtuellen Netz ist lang, es warten schon andere, die man kennenlernen kann. Warum sich also mit dem einen aufhalten, der meine Erwartungen nicht erfüllt?

Gerade aber in der Enttäuschung läge die Möglichkeit, dem Anderen wirklich zu begegnen. Auf den Trümmern der Idealvorstellungen könnte etwas wachsen, was man suchte, bevor man sich an den Computer setzte, um sein Suchprofil zu definieren: eine Beziehung, die durch Gefühle gegründet ist.

Der Autor ist Philosoph. Seine Forschungsgebiete sind hauptsächlich Wissenschafts-
und Gesellschaftskritik.

 
Leser-Kommentare
    • -anni-
    • 02.11.2007 um 11:20 Uhr
    1. Ja,

    genauso sehe ich das auch, wenngleich ich das natürlich nie so schön ausdrücken könnte. Ich habe eine Woche lang so ein Portal besucht und mich dann schnell wieder abgemeldet, weil mir eben das tatsächliche Ich des jeweils Anderen gefehlt hat: also die Art, wie er lacht, erzählt, lächelt, seine Worte unterstreicht. All das eben, was einen Menschen lebendig macht und das einen dazu bringt ihn sympathisch oder unsympathisch zu finden. Außerdem wusste ich einfach überhaupt nicht, wie ich mich beschreiben sollte. Was mag ich? Was nicht? Das ist ja oft auch situationsabhängig. Aber einen Versuch war es wert, denn nun weiß ich ganz genau, dass ich nur für die wirkliche Welt geschaffen bin.

  1. Warum ist es so schlimm sich selbst zu lieben? Der Andere dient mir doch gerade dazu, mich auszuleben, mich in ihm zu spiegeln...der Andere tut das auch in mir. Na und, dann lebe ich halt mit mir selbst. Ist doch auch nicht so schlimm, wenn man sich beim Sex einen anderen Typen vorstellt. Man darf es halt nicht sagen. Ich finde Internetliebe super, gerade weil ich dem Anderen nicht begegne. Ideal für Leute, die gern allein sein wollen, aber es nicht können. Ideal für mich.

  2. 3. Dubios

    und zu 90% Verbalerotik.Hab mich als über 50 jähriger mal eingelogt um eine Frau auf "freundschaftlicher Basis"kennenzulernen,kamen auch promt 2 Posts,eine 23 und die andere 24,beide wohnhaft in New York,was soll Mann dazu sagen?

    • m.g.g.
    • 03.11.2007 um 14:29 Uhr

    Warum soll man sich nicht in einen Menschen verlieben können, der zu einem passt?Menschen sind viel zu vielfältig, um sie in einem computerisierten Schema vollständig abbilden zu können. Eine Partnerbörse kann eine Vorauswahl treffen. Doch verlieben muss man sich immer noch selbst, das nimmt einem kein Computer ab. Und den Sprung ins kalte Wasser, den anderen kennenzulernen, ebenfalls nicht. Das ist immer noch etwas höchst Reales. Und die Suche nach dem perfekten Gegenüber wird auch in einer Partnerbörse schiefgehen - schiefgehen müssen. Wie auch im Rest des Lebens sind hier Kompromisse Teil von allem.Nein, Herr Buder, ich bin nicht mit Ihnen einverstanden. Man kann die Fehler machen, die Sie beschreiben. Aber sie sind kein Gesetz.

  3. Mein lieber M. G. G. Natürlich muss man sich selbst verlieben, aber der Artikel spricht ja genau von davon, nämlich in wen du dich verliebst. Das Problem ist die Vorauswahl, so habe ich den Autor verstanden. Man will sich dann sozusagen in die Frucht seiner Vorauswahl verlieben. Da du selbst der Autor deiner Vorauswahl warst und der Andere darauf geantwortet hat...sich also in deinem Profil wiedererkennt, verliebst du dich in einen Typen, der so begehrt werden will wie du ihn beschreibst. Jetzt zählt man eins und eins zusammen - was bleibt, das ist dein eigenes Ich. Ich habe damit kein Problem, aber ich weiß, dass ich immer Männer bekomme wie ich sie mir vorstelle und dass diese Vorstellung aber nicht lange von den Männern durchgehalten werden kann. Der Autor hat Recht, dass man den Anderen nicht kennenlernt. Ich will das auch gar nicht. Und vom Sprung ins kalte Wasser ist auch nicht mehr die Rede, nachdem der andere schon ausgefiltert wurde, schließlich hast du sein Bild vor dir, das auch nichts aussagt, das ist die letzte Hürde, bevor ich mich mit jemandem treffe. Der Sprung ins kalte Wasser ist allerdings nur ein lauwarmes Bad. Zudem geht es dem Artikel nicht um den perfekten Anderen, sondern um den idealen Anderen. Er ist ideal, weil seine Gestalt durch meine Wünsche bestimmt ist, d. h. der Mensch dahinter bleibt mir verborgen - das ist gut erklärt in dem Artikel. Der perfekte Andere, das ist die Idee, dass es wirklich einen Anderen gibt, der meinen Vorstellungen und Wünschen entspricht - sozusagen ein doppeltes Ich. Welcome in Egomania. Außerdem geht es hier gar nicht um Fehler, die man machen kann, sondern um Konsequenzen, die aus einer Online-Partnersuche hervorgehen. Sie behaupten zum Schluss nur, dass es kein Gesetz ist, also keine schlüssige Konsequenz, aber Sie bringen keine Argumente. Gehen Sie doch auf die Argumente ein. Vielleicht sollte man auch in der Liebe seinen Kopf einmal gebrauchen: Über Liebe denken ist eben nicht lieben. Über seine große Liebe nachdenken wie sie auszusehen hat, das ist eben auch nichts Gefühltes, keine Liebe. Mir reicht es jedenfalls von den Pappmännern, die vor mir antanzen...das Ganze endet immer im Mißverständnis. Vielleicht warte ich jetzt einfach und finde den Richtigen, ohne ihn zu suchen.

  4. @-anni-
    Wahrnehmung ist wichtig..   und je mehr.. desto besser.. Gestik/Mimik..  keine Frage..  Aber sich beschreiben können.. ..das muss man gar nicht..  ...man sollte auf die Wahrnehmung anderer vertrauen..  und wenn diese nicht in dem Umfang haben.. ..dann passt es vielleicht sowieso nicht..   ..ergo.. so wie Du diesen Text geschrieben hast..  so bist DU..   und dieser Text sagt viel mehr über Dich aus..  ...also ist er doch auch eine Beschreibung eines Teils von Dir..   ...und das ist das schöne daran.. Menschen kann man auf vielfältige Weise "entdecken"..    ob der Anfang einige wenige geschriebene Worte sind.. ..oder ein lächeln im Café  ...das spielt nun eine sekundäre Rolle.. ..allerdings..  liegt das Geheimnis darin.. nicht zu viel spezifizieren zu wollen...   ..von sich selbst.. als auch von dem Gegenüber.. ....offen sein.. ..offen gegenüber Menschen die man kennenlernen kann..    das ist alles..   man sollte nicht die Erwartung haben, die große Liebe zu entdecken....   man wird vielleicht interessante Menschen kennenlernen.. der großen Liebe begegnet man vermutlich dann doch im Einkaufswagen. ;)
     
    Grüsse
    Markus
     

    • ttob
    • 04.11.2007 um 1:45 Uhr

    Dienen dazu andere Singles kennenzulernen und eine gewisse Vorauswahl treffen zu können. Nicht mehr.Wer zu streng vorauswählt, ohne dem persönlichen Kontakt eine Chance zu lassen, hat sowieso verloren, wer sich selbst übertrieben oder falsch darstellt, muss nachher eine Show abziehen, wer zu extreme Anforderungen stellt, wird wiederrum nur Schauspieler anziehen.Es ist ein Balanceakt, man sollte bei den Profilen wohl eher zwischen den Zeilen lesen und nur eine Grobeinschätzung vornehmen, ebenso sollte man von sich selbst nur das Nötigste und Offensichtlichste Preis geben. Dann kann es auch klappen. Wer meint, mit einigen wenigen Klicks den Traumpartner aussieben zu können, verkennt die menschliche Natur und Realität.@AnneliebÜber Liebe denken ist eben nicht lieben. Über seine große Liebe
    nachdenken wie sie auszusehen hat, das ist eben auch nichts Gefühltes,
    keine Liebe. Mir reicht es jedenfalls von den Pappmännern, die vor mir
    antanzen...das Ganze endet immer im Mißverständnis.
    Ich glaube du erwartest zuviel, du willst tatsächlich daten und dich sofort in IHN verlieben und da das nicht funktioniert, wartest du halt, bis dir deine große Liebe über den Weg läuft (und dann auch noch Interesse an dir hat und frei ist). Ich kenne Niemanden, bei dem das jemals geklappt hätte.Zum Einen wird das wilde "verknallt sein" mit dem Alter immer seltener und ist als Wegweiser eh nicht zu gebrauchen, zum Anderen stellt sich "verliebt sein" idR erst ein, wenn man einander kennt, vertraut und sich körperlich angezogen fühlt. Die körperliche Anziehung (oder zumindest fehlende Abneigung) kann man bei einem  Date idR gut feststellen, ob man grob zueinander passt und Vertrauen gewinnen könnte, meist auch. Richtiges Vertrauen und ehrliche Zuneigung kann sich dann nur bei wiederholten Treffen bilden, dabei ist es unwesentlich wie weit man bei den Dates geht, wer körperliche Nähe am Anfang scheut, sollte das vorher freundlich und unmissverständlich klar machen. Ein Partner der das nicht aktzeptieren kann, ist in dem Fall eh nicht der Richtige.Bei mir hat das gut funktioniert, ich bin auch eher kopflastig rangegangen und habe einige Frauen aussortieren müssen, weil eine dauerhafte Beziehung mit denen nicht funktioniert hätte. Die Frau die ich jetzt geheiratet habe, hat einfach perfekt gepasst, das hat sich schon bei den ersten Treffen herausgestellt. Ich liebe sie und könnte mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen und doch war ich nie über beide Ohren "verknallt". Das sind, in meinen Augen, doofe Hollywood-geprägte Ansprüche, die in der Realität fast nie auftreten.

  5. Ich sehe, dass doch viele sich auf die Realität beziehen, so als ob sich darin alle Täuschungen aufheben. Aber es ist genau unser Blick, der Realität erst als Realität erscheinen läßt. Wer - und ich stimme mit ttob überein - die Hollywoodbrille aufsetzt, der sieht seine Realität eben im Lichte amerikanischer Filme. Aber der letzte Kommentar läßt mich sogar fürchten, dass wir vielleicht von Kindesbeinen an die Hollywoodbrille aufhaben? Feststellen kann ich aus eigener Erfahrung, dass ich auch ohne Online-Börse meinen eigenen Vorstellungen wie mein Partner auszusehen hat zum Opfer falle. Ich filtre bewußt aus. Unbewußt sowieso, da kann ich vielleicht sagen, der Typ turnt mich an, der andere eben nicht. Doch ich bin mir sicher, dass die Onlinesuche, dieses systematische Durchsieben von Eigenschaften, die zudem der andere gar nicht objektiv hat, sondern eben haben will, dieselbe erotische Wirkung auf mich hat wie  mein Gynäkologe, wenn ich auf seinem Spreizstuhl hocke. Und dieses Ausdruck "ich habe einige Frauen aussortieren müssen...", wir sind doch keine Äpfel? Aber ich akzeptiere diese Bemerkung, wenn es ein unmittelbares Gefühl war, weil Sie vielleicht nicht mit ihr konnten. Wenn dies allerdings systematisch geschieht, dann entspricht das den Frauen, die vom Wagen ihrer Liebhaber auf deren Charakter schließen. Noch etwas: natürlich verliebt man sich in der Realität und Liebe oder Verliebtheit (die meist nur einige Wochen dauert) ist mit starken Gefühlen verbunden. Es ist mehr als nur gemeinsame Sportarten zu haben oder die gemeinsame Partei zu wählen. Gefühle lassen sich eben nicht sprachlich vermitteln, aber vielleicht meinen Sie ja genau diese Art unterirdische Spannung, die Sie fühlen, wenn Sie mit Ihrer Frau zusammen sind. Das ist doch kein Hollywood. Im Gegenteil, Sie sehen zuviel Hollywood, weil Sie daran glauben, dass dort stärkere Gefühle gelebt werden als in Ihrem eigenen Leben.
    Wenn Sie allerdings meinen mit "es hat einfach perfekt gepaßt": dann kann dies natürlich auch heißen, dass Ihre Gehaltsklasse oder Ihr Beruf genau in das Raster paßt, das Ihre Frau gesucht hat? Allerdings geht es dann gut! Sie sollten dann nur nicht weniger verdienen, denn dann ist es aus mit der Liebe. Kurz: ich wollte sagen, wenn Liebe oder Partnerschaften von rein äußerlichen Kriterien abhängen, die Sie definieren, dann entscheidet eine Veränderung dieser Äußerlichkeiten auch darüber, ob Ihre Partnerschaft gut geht. Wenn das Ihr Gegenargument zu Hollywoodkitsch ist, dann ist das traurig. Dann leben Sie nicht in der Realität und auch nicht in Hollywood, sondern sind nur in einem schlechten Film.
    Die Vorstellung, dass man bei einem ersten Date feststellen kann, dass man zueinander passt, das ist doch wohl ein Witz. Da zeigt man sich nur von der Zuckerseite. Wenn ich einen Mann haben will, dann kriege ich ihn auch. Ohne Ausnahme. Wie weit man bei den folgenden Dates gehen will... Dass sich nach ein paar Dates so etwas wie Zuneigung bildet, das ist eine grobe Verunstaltung des Wortes Zuneigung. Es geht nur um das eine. Natürlich zeigen sich einige Männer sensibel, zartfühlend... Aber, was dem Date fehlt ist ganz einfach der Kontext. Erst wenn Sie einen Menschen länger kennen, wissen Sie wie er reagiert, wie er andere Menschen behandelt, wie er über sie redet etc., im Date kann er Ihnen weiß Gott was erzählen.
    Viele Männer, die ich über diverse Portale kennengelernt habe , sind schon so lange alleine und emotional verhärmt, dass man nur noch Mitleid mit ihnen hat. Sie spielen ihre Rollen gut und kriegen manche Frau auch rum, aber die Maske fällt bald und die Enttäuschung folgt.
    Wie in dem Artikel gesagt, in der Enttäuschung liegt die Hoffnung, dass man der Idealisierung entkommt, aber nur, wenn man anerkennt, dass sowohl der Andere als auch meine Vorstellungen von ihm, ein Gaukelspiel war. Leider - ich unterstreiche diesen Punkt im Artikel - gehen die meisten gleich zum Nächsten über, wenn es nicht passt. Selbst später, wenn die Frau aus dem Ruder läuft, es trennt sich leicht, es warten schon andere Anwärterinnen. Die Enttäuschung, besonders wenn man jemanden länger kennt, ist unvermeidlich, aber ich denke, es ist auch der Anfang etwas Reelles, außerhalb von Hollywoodfantasien aufzubauen.
     

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