Spanien "Den Pakt des Schweigens brechen"Seite 4/4
Brinkmann : Stimmt. Das Zünglein an der Waage spielten wie so oft in Spanien mehrere kleine Regionalparteien. Die wichtigsten davon waren die beiden gemäßigten Nationalistenparteien aus Katalonien und dem Baskenland. Vor allem die katalanischen Nationalisten bestanden darauf, dass der Gesetzentwurf auch einen Hinweis auf die Opfer der antiklerikalen Gewalt auf Seiten der Republik enthält. Zu Beginn des Bürgerkriegs stand diese Partei zwischen allen Fronten und wurde schließlich Opfer beider Seiten.
ZEIT online: Wann wird das Gesetz in Kraft treten?
Brinkmann
: Voraussichtlich noch vor Jahresende. Gerade die Reparationsmaßnahmen kommen für viele Betroffene jedoch um Jahre zu spät, denn die Bürgerkriegsgeneration ist mittlerweile weitgehend ausgestorben. Umso bedauerlicher, dass es erst jetzt, mehr als 30 Jahre nach dem Ende der Diktatur, zu einer Einigung gekommen ist.
Dr. Sören Brinkmann
lehrt an die Universität Erlangen-Nürnberg und ist Autor des Buches
Katalonien und der Spanische Bürgerkrieg. Geschichte und Erinnerung
, Berlin 2007
Die Fragen stellte
Nicole Alexander.
- Datum 01.11.2007 - 07:04 Uhr
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Zitat: "Brinkmann: Voraussichtlich noch vor Jahresende. Gerade die Reparationsmaßnahmen kommen für viele Betroffene jedoch um Jahre zu spät, denn die Bürgerkriegsgeneration ist mittlerweile weitgehend ausgestorben. Umso bedauerlicher, dass es erst jetzt, mehr als 30 Jahre nach dem Ende der Diktatur, zu einer Einigung gekommen ist."
Dies kann man so sehen. Eine andere Sicht hatten wohl die Regierungen vor Zapatero. Ein solches Gesetz z.B. in den 80er-Jahren hätte die dann noch immer mächtigen Kräfte der Ära Franco dermassen gereizt, dass Leute vom Schlag eines Herrn Tejero oder Milans del Bosch in Versuchung gewesen wären, einen neuen Putsch zu riskieren.
Es ist zu vermuten, dass Herr Zapatero, ähnlich wie die Regierungschefs vor ihm, sich in dieser Frage mit dem klugen König, dem die Demokratie in Spanien nicht nur viel, sondern fast alles zu verdanken hat, abstimmte, der ihm dann dafür das ok. gab.
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