Biomedizin Die KlonprüfungSeite 2/2

Der erste Schritt zum Klon: Eine Eizelle wird entkernt

Der erste Schritt zum Klon: Eine Eizelle wird entkernt

Für menschliche ES-Zellen aus therapeutischen Klonen wäre eine solch hoher Verbrauch an Eizellen in jedem Fall indiskutabel: Frauen müssen sich einer gesundheitlich stark belastenden Hormonbehandlung unterziehen, damit ihre Eierstöcke nicht nur ein oder zwei der kostbaren Keimzellen im betreffenden Zyklus preisgeben, sondern ein gutes Dutzend. Auch ein zweites, noch größeres ethisches Dilemma lösen die Primatenklone nicht auf: das des Embryonenverbrauchs.

Selbst wenn es auf der Grundlage von Mitalipovs Arbeit gelänge, auch Menschen therapeutisch zu klonen, müssten die Embryonen für die Stammzellgewinnung zerstört werden. Das ist zwar nicht mehr in allen europäischen Staaten verboten, vor allem Spanien und Großbritannien haben in den vergangenen Jahren die Rechtsgrundlage für diese Art der Stammzellforschung geschaffen. In Deutschland aber stehen sowohl das Klonen von Menschen als auch die Zerstörung von Embryonen nach wie vor unter Strafe, und in den USA dürfen keine öffentlichen Gelder für Forschung auf diesem Feld ausgegeben werden.

Die Erkenntnisse von Mitalipov und seinem Team könnten aber sogar dabei helfen, ganz ohne Embryos ans Ziel zu kommen: Forscher arbeiten längst erfolgreich daran, Körperzellen direkt in Stammzellen umzuwandeln, sie ohne Kerntransfer und Eizelle zu reprogrammieren . Je mehr biochemische Details der Reprogrammierung bei Primaten bekannt werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die direkte Verwandlung gelingt, auch beim Menschen. Der nächste echte Durchbruch kommt also vielleicht aus der ethisch sicheren Zone. Die letzte, ziemlich hohe Hürde bliebe dann, aus den kostbaren Zellen die gewünschten Gewebe zu züchten.

In einem Punkt allerdings schreibt die Veröffentlichung von Mitalipovs Arbeit Geschichte: Es ist das erste Mal, dass die kritische Begutachtung eines eingereichten Artikels durch Fachleute - das Peer Review - vor der Veröffentlichung ergänzt wird. Und zwar durch eine zweite, eigens als Beleg angefertigte wissenschaftliche Arbeit. Ein australisches Forscherteam hat die Primatenstammzellen genetisch geprüft und bestätigt, dass es sich ganz sicher um geklonte ES-Zellen der Versuchsaffen aus Oregon handelt. Nach dem Skandal um die Science -Artikel vor zwei Jahren wollte man bei Nature lieber auf Nummer sicher gehen. Einen zweiten Fall Hwang will eben niemand noch einmal erleben.

 
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