Atomkraftwerke Vattenfall meldet weiter
Im Sommer 2007 gingen die Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel wegen diverser Pannen vom Netz. Seitdem meldet Betreiber Vattenfall immer weitere Zwischenfälle. ZEIT online dokumentiert sie in einer Chronologie.
Atomkraftwerk Krümmel
Die Liste reiht alle "
Meldepflichtigen Ereignisse
" in Krümmel und Brunsbüttel auf, die bis zum 19. März 2008 veröffentlicht wurden. Das Datum ist zumeist das der Pressemitteilung, in der Kraftwerkbetreiber Vattenfall den Zwischenfall bekannt gab. Volltexte und weitere Angaben zu jedem der Zwischenfällen gibt es auf den
Internetseiten von Vattenfall
. Am 22. Januar 2008 teilte die zuständige Sozialministerin Gitta Tauernicht in einer Presseaussendung mit, dass Brunsbüttel nicht vor Ende März, Krümmel nicht vor Mitte Mai 2008 ans Netz gehen wird. Wir verzichten an dieser Stelle bewusst auf eine Bewertung der Störmeldungen.
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28.06.2007:
Weil ein Transformator Feuer fing, kam es im AKW Krümmel zu einer sogenannten "Reaktorschnellabschaltung". Infolge wurde das ganze Kraftwerk heruntergefahren.
09.07.2007:
Zwei Dübel, die eine Wartungsbühne befestigen, sind nicht vom vorgesehenen Typ.
Diese Bühnen werden genutzt, um die Kühler von Notstrom-Dieselgeneratoren zu warten, die im Notfall zur Stromversorgung des Kraftwerks zur Verfügung stehen müssen. Darum müssen die Bühnen erdbebensicher sein.
11.07.2007: Der Entlüftungsstutzen einer sogenannten Vorwärmanlage hat ein zwei Millimeter großes Loch. Die Niederdruck-Vorwärmanlage ist Teil des Wasser-Dampf-Kreislaufs im Kraftwerk.
16.07.2007:
Zwei weitere falsche Dübel werden an einer zweiten Wartungsbühne entdeckt. Sie sind vom gleichen Typ wie die falschen Dübel der Vorwoche. Das damalige Meldepflichtige Ereignis wird durch den neuen Fund von der Kategorie "N" (Normal-) auf "E" (Eilmeldung) hochgestuft. Die Dübel waren im Jahr 2000 eingebaut und von einem Gutachter abgenommen, also nicht beanstandet worden. Vattenfall teilt mit, dass im AKW insgesamt 630 Dübel dieses Typs eingesetzt seien.
20.08.2007: An den Schweißnähten von Rohrleitungen finden sich 14 Risse - außerhalb und innerhalb des AKW-Sicherheitsbehälters.
27.08.2007:
Als die Steuerleitung eines Sicherheits-und Entlastungsventils unter Druck gesetzt wird, fällt ein Riss an der Leitung auf.
30.08.2007: Wegen der am 20.08. gemeldeten Risse in Rohrleitungen werden nun auch Armaturen geprüft: An einer Armatur des Reaktorwasserreinigungssystems finden sich ebenfalls Risse.
05.09.2007: Zwei weitere Armaturen mit Rissen werden entdeckt.
20.09.2007:
Erst jetzt wird entdeckt und gemeldet, dass aus einem bereits im März als defekt ausgetauschten Brennstab Brennmaterial ausgewaschen wurde.
18.10. 2007: Als elektronische Teile des Reaktorschutzsystems geprüft werden, fällt eine fehlerhafte Baugruppe auf, die bei zu hohem Füllstand des Reaktordruckbehälters dafür sorgen soll, dass automatisch Rohrleitungen geschlossen werden. Aus Sicherheitsgründen ist die Baugruppe mehrfach vorhanden.
- Datum 19.03.2008 - 12:12 Uhr
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"Kernenergie", "Kernkraftwerk" sind von der
Atomindustrie bevorzugt lancierte Ausdrücke, die nicht so negativ
konnotiert sind wie "Atomenergie", "Atomkraftwerk".Mit Ihrer Wortwahl verdeutlichen Sie nicht nur mir, auf wessen Seite Sie stehen.Mittlerweile lehnen - nicht zuletzt wegen der von Ihnen aufgeführten - Störfälle je nach Partei-Nähe unterschiedlich große Prozentsätze der Bevölkerung Atomenergie ab und fordern die sofortige Stilllegung aller AKWs. Diese dokumentieren das mit einer zunehmenden Anzahl von Stromwechselverträgen - bei uns in Hamburg sollen schon 20% Tschüss Vattenfall gesagt haben (s. auch www.Hamburg-steigt-um.de.)Weitere Städte können folgen. Eine andere Sprache verstehen die vier Atomenergie-Konzerne nicht. Ab 50% UmsteigerInnen wird es kritisch.In Hamburg gewinnt das Thema Rekommunalisierung der Elektrizitätswerke- und -netze im Wahlkamp einen immer größeren Stellenwert: GAL und SPD hatten ja die HEW an Vattenfall verscherbelt - derzeit haben beide eine Rolle rückwärts (eigentlich: vorwärts) vollzogen ...
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