Bahn Wackelt Mehdorn?

Falls die Teilprivatisierung scheitert, wird Bahnchef Hartmut Mehdorn möglicherweise abgelöst. Ein Nachfolger soll schon ausgeguckt sein

Bei einem Scheitern der Börsenpläne sei Mehdorns Zukunft offen, berichtet der Spiegel . Sollte es nicht zur geplanten Beteiligung privater Investoren kommen, hätten der Bahnchef selbst, aber auch Teile des Aufsichtsrats über einen Rücktritt nachgedacht. Aufsichtsratschef Werner Müller habe bereits einen Nachfolger gefunden. Der Name sei aber noch geheim.

Mit einem neuen Modell soll laut Spiegel privaten Investoren doch noch der Einstieg bei der Bahn ermöglicht werden. Dazu werde der Konzern faktisch, aber nicht formal, zerschlagen ­ in ein Infrastruktur- und ein Verkehrsunternehmen. Das Modell gelte als letzter Versuch. Scheitere dieser, stürze die Bahn in ein Chaos. Auch deshalb werde der politische Wille, sich doch noch zu einigen, als ausgesprochen hoch eingeschätzt, schreibt das Magazin.

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Der Koalitionsausschuss von Union und SPD wird am Montagabend auch über dieses Thema beraten. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte am Donnerstag vorgeschlagen, den Nah- und Verkehrsverkehr sowie Transport und Logistik in einer Holding unter dem Dach der Bahn zusammenzufassen und diese Sparten nach und nach zu privatisieren. Das Schienennetz soll dagegen komplett im Besitz des Bundes bleiben. Damit soll der Widerstand der SPD gegen eine Beteiligung von Privatinvestoren an der Bahninfrastruktur überwunde werden.

Die großen Bahngewerkschaften Transnet und GDBA haben gegen eine solche Aufspaltung allerdings Widerstand und notfalls Streiks angekündigt. Das würde das Unternehmen nach dem Ausstand der Lokführer in noch größere Turbulenzen stürzen.

Auch Mehdorn hatte immer gefordert, die Bahn komplett, also einschließlich des Schienennetzes, an die Börse zu bringen. Den Erhalt dieses "integrativen" Konzeptes hatte er zu seinem persönlichen Ziel gemacht. Ein Rücktritt für den Fall, dass es anders kommt, wäre daher nur konsequent.

 
Leser-Kommentare
  1. Es ist unsere Bahn und ich möchte nicht, dass sie verschleudert wird wie Tafelsilber.
    Herr Mehdorn ist arrogant. Ich finde, er sollte zurücktreten, möglichst ohne Abdindung, verdient(?) er doch sowie so viel wie 200 Lokomotivführer. Das muss ja dann wohl für 200 Leben reichen...
     
     

  2. Es hat keinen Sinn, am Stuhl zu kleben, soll Mehdorn doch anderswo weiterleben.

  3. lauschen andächtig, dem Geist den sie begreifen gemäß den krämerseeligen Experten der Rechtsbeugung und des An-&Verkaufs. Und sie schicken Comical Suckale und gern auch stinkende Köpfe der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften vor die Presse, um die Deutung ihres parasitären Geschäfts zu diktieren. Und sie unterhöhlen das Fundament der Demokratie wider besseres Wissen, wider ihre Pflicht, wider ihren Eid zu verantwortlichem Handeln und wider den erklärten Willen selbst der eigenen  (Partei-)Mitglieder. Aber die Nichtprivatisierung der Bahn wird das Exempel sein, dass es sich lohnt, Demokratie zu wagen.

  4. Man fällt von einem Extrem ins andere. Vermutlich wird das Ziel hierbei der Verkauf der Schenker sein, um doch noch Geld in die Haushaltskassen zu spülen. Der Rest vegetiert dann wieder wie in alten Zeiten hochsubventioniert in der Schublade. Hatten wir alles schon, brauchen wir nicht nochmal. Warum kann man nicht einfach 49% der Bahn (ohne das Netz) unters Volk streuen, und zufrieden sein. Dazu braucht es keiner Volksaktien, die eh nur albern daher kommen, wenn diese ohne Stimmrecht sind. Dazu brauchts noch nicht mal einen Mehdorn.Ich bin überzeugt, daß sich Logistikunternehmen an der Bahn beteiligen um so doch einen gewissen Einfluss auf die Bahn zu erreichen. Dem Wettbewerb auf der Schiene würde dies allemal gut tun.
    Die Bahn ist ganz sicher nicht dafür geschaffen, um Mehdorns feuchte Träume zu realisieren, sondern um kostendeckend aber auch kostengünstig und umweltschonend die Bürger dieses Landes von A nach B zu bringen.

  5. Als Teil eines Kuhhandels. Wenn Herr Mehdorn aufgrund seines Handels gehen sollte, gut so und gerechtfertigt. Sollte er bloß mit goldenem Handschlag weggelobt werden, um der GDL dies als deren (womöglich einzigen) Sieg im Tarifkampf zu verkaufen, und/oder ihm, weil seine Unternehmenspolitik mittlerweile nicht mehr großartig verkaufbar, einen schönen Lebensabend gönnen will, kann man sich das auch sparen. 

    • hagego
    • 12.11.2007 um 9:40 Uhr

    Hartmut Mehdorn geht.Und die Bahn kommt... wieder pünktlich!Die Gäste der Deutschen Bahn würden diese Geste als ein Zeichen des guten Willens verstehen. Nur Funktionär Schell würde auch dies als einen Sieg seiner GDL feiern.Nur ein Gerücht? Aufsichtsratschef Müller soll in lockerer Runde den Ex-Auto-Kanzler Schröder beiläufig gefragt haben, ob Gazprom sich eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn vorstellen könne.Gib Gas, Gerhard! Joschkas Memoiren kannst Du als Bahn-Chef auch während der Fahrt lesen...

    • Anonym
    • 12.11.2007 um 12:09 Uhr

    Was sich hier abspielt ist ein Machtkampf zwischen Funktionärsinteressen in Politik und Gewerkschaften sowie Mehdorn auf der einen Seite und die GDL auf der anderen Seite.
    Erstmalig hat eine echte Interessenvertretung, die Chance dieses Kartell zu zerschlagen und sinnvolle Lösungen zu erzwingen.
    Die können nur lauten: Netz und Betrieb trennen, GDL bekommt eigenen Tarifvertrag.
    Es kann wohl kaum als seriös betrachtet werden, wenn Mehdorn der GDL diesen Tarifvertrag verweigert. Dafür können, und werden ja auch nicht, kaum wirtschaftliche Gründe angeführt. Es geht nur um Macht.
    Dafür aber einen Streik und volkswirtschaftliche Schäden in Kauf zu nehmen ist unseriös und mit Sicherheit nicht im Interesse des Bürgers. Der schwarze Peter liegt hier eindeutig bei Mehdorn!
    Die politischen Hintergründe dieses Machtkampfes sind dabei vielfältig. Einerseits geht es um den Machterhalt und Einfluss der großen Gewerkschaften und von Landespolitikern, andererseits um die Folgen, wenn die Bahn tatsächlich vernünftig aufgestellt würde. Tausende von Wasserkopfpositionen müßten abgebaut werden, was sowohl Funktionäre als auch Politik schwer in die Bredouille bringen würde.
    Da aber ansonsten nur ein "weiter so" droht, scheint letztlich dieser Schritt trotz zähem Widerstand unausweichlich. Denn auf Dauer sind wir nicht mehr in der Lage gleichzeitig die Alimentierung des Führungspersonals und so vieler Wasserköpfe über Steuern und Abgaben, sowie Monopolpreise zu bezahlen.

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