SPD Schock, Betroffenheit, WutSeite 3/3
Vertrauensbruch ist ein schwerwiegender Vorwurf in einer Großen Koalition, einer, der eigentlich Konsequenzen nach sich ziehen müsste. Franz Müntefering weiß dies, dafür ist er Profi genug. Auch deshalb weicht er bei der Frage danach aus, sagt nur: „Der Mensch kann sich ja wieder bessern.“
Doch auch seine Wut ist groß, das ist nicht zu überhören. Und so nützt der Arbeitsminister seine Abschiedspressekonferenz auch dazu, um die CDU und die Kanzlerin noch einmal hart anzugehen. „Das ganze war ja schon ein Kompromiss“, sagt Müntefering. Er erinnert an die Auseinandersetzungen des Sommers und fügt hinzu, die CDU mache „einen großen Fehler“, das Thema werde die Politik angesichts des immer differenzierteren Arbeitsmarkts nicht wieder loslassen.
Aber so richtig kämpferisch wirkt er nicht mehr, eher wie einer, der weiß, dass seine politische Karriere zu Ende geht. Sein Bundestagsmandat will der 67-Jährige behalten und sich nach einer Auszeit auch wieder in der Partei zu Wort melden. Auf die Frage allerdings, ob er 2009 noch einmal für den Bundestag kandidieren werde, antwortet Franz Müntefering nur knapp mit zwei Worten: „wohl nicht“.
- Datum 21.11.2007 - 09:51 Uhr
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...wenn man die diskussionen im fernsehen verfolgt oder die berichterstattung im allgemeinen...phoenix ausgeschlossen, da es die tragik der leichtigkeit des live-seins hat...'herr müntefering, fand ihre frau das gut und wie fand das die kanzlerin?...meine frau ja, die kanzlerin nein... das is trocken und nett-und null... mit dem mann würde man gerne ein bier trinken.
mit dem rest im fernsehen nicht mal leitungwasser...eher ölhaltigen wüstensand? hm lekker
...vielleicht mal warmen, schleimigen Tapetenkleister.Genau. Danach ist mir jetzt.
Das Gefühl, was sich bei dem Gedanken an obiges Trinkerlebnis einstellt, ist vergleichbar mit jenem, was sich einstellt, wenn Beck jetzt sein Messer weglegt und bedauernde Worte für Herrn Münteferings Rücktritt sucht und nicht finden will.
ich habe den Münte mal am Nachbartisch in einer Pizzeria beim Essen gesehen. Der war unglaublich locker, zugwandt, höflich und wirkte auf mich authentisch.
Genau das gleiche Gefühl gab er mir, als ich ihn heute im Fernseher sah. Toller Mann.
Denn langsam wird die Frage dringlich, ob die SPD weiterhin mit der CSU weiterregieren will oder sich nicht besser langsam in Richtung Linkspartei orientieren sollte. Warum will man unbedingt weiterhin eine "konservative" Politik betreiben mit einer "linken" Mehrheit im Bundestag? Wie sagte Altmeister Herbert Wehner einst so treffend wie wahr: Mehrheit ist Mehrheit. Das ist das fundamentale Gesetz der Demokratie! Warum hat die SPD-Führung das eigentlich nicht verinnerlicht? Sind Merkels und Westerwelles Attacken gegen die rot-grüne Koalition eigentlich wirklich so unvergessen. Beck ist jetzt als Kanzler gefragt und nicht in 2 Jahren!
Herzliche Grüße aus Akodo Beach, Lagos!
Wie kann Frau Merkel Herrn Müntefering bei den Mindestlöhnen vorführen?
Gesetze brauchen eine Mehrheit im Parlament. Im Parlament nicht im Kabinett. So etwas nennt man Demokratie, oder?
Im Gesicht kann man Münteferings Leid und Wahrheit erkennen, daß das Private Vorrang hat vor dem Windhauch der Politik hat . Müntefering ist ehrlich. Er hat immer Aufrecht zu seiner Sache gestanden ohne Winkelzüge. Auch, wenn man manchmal anderer Meinug und seine Sprache von Schlagwörtern geprägt war. Hier geht einer den man in großen Gefahren gerne an seiner Seite hätte, denn man weiß darum, er läßt einen nicht im stärksten Feuergefecht verwundet auf dem politischen Schlachtfeld liegen, um für sich Nutzen daraus zu ziehen.
Bei allem gebotenen Respekt vor Münteferings persönlichen Motiven bleibt bei mir als altem SPD-Mitglied doch ein Geschmäckle, wenn ich den schnellen Entschluss Kurt Becks reflektiere, nicht als Vizekanzler nach Berlin zu gehen.
Willy Brandt bewies 1967 mehr Mut, als er in das Kabinett Kiesinger eintrat. Er hatte mit seinem Mut zum Risiko 1969 auch den entsprechenden Erfolg.
Aber vielleicht möchte Kurt Beck einfach seinen Posten in der Pfalz nicht aufgeben. Ist ja auch schön da.
Die Gründe von Müntefering sind nachvollziehbar - aber das muß man
sich auch leisten können ! Während viele ebenfalls Betroffene sich mit
Pflegekassen, Krankenkassen und ggf. mit dem Arbeitgeber herumstreiten
müssen ( auch Ergebnis einer Politik für die Müntefering steht) ist es
ein "unheimliches" Privileg "Good-Bye" sagen zu können, ohne daß
soziale Not folgt.
Einen faden Beigeschmack hinterläßt die Ankündigung ggf. wieder aktiv
in die Politik zurückzukehren. Eine weiteres Privileg: Während man die
58-60ig jährigen mit hohen Abschlägen zwangsverrentet ( lt. CDU-Röttgen
ist das Problem bei seiner Partei nicht bekannt-obwohl ca. 350.ooo
davon betroffen sind?????), haben Politiker die Angewohnheit, sich
selbst als für dieses Land unverzichtbar einzustufen-teilweise bis ins
sehr hohe Alter.
Als Münte- Good-Bye forever !!!!!!
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