Kapitalanlage Auf dem HolzwegSeite 2/2

Dazu kommen rechtliche Risiken, denn viele interessante Waldgebiete liegen in Ländern mit eher wackligem Rechtsstaat. Was geschieht mit dem Vermögen der Waldbesitzer, wenn ein Staat das nachmacht, was ein paar südamerikanische Staaten mit der faktischen Enteignung von Erdöl- und Gasförderern bereits vorexerziert haben? Wenn ein Präsident die patriotische Trommel rührt und ausländischen Investoren den Wald per Dekret entreißt, dürfte die Grundbucheintragung nicht einmal mehr das Papier wert sein, auf dem sie geschrieben ist.

Bedenklich stimmt, dass mit dem im vergangenen Jahre eröffneten Konkurs von Prime Forestry, einem in der Schweiz ansässigen Anbieter von Waldbeteiligungen, die Branche schon die erste Pleite zu verzeichnen hat. 14 Prozent hatten die Eidgenossen mit Teakholz-Plantagen in Panama versprochen – was übrig bleibt, ist wohl kaum mehr als ein Häufchen Asche. Gerade bei Beteiligungsmodellen sollte – wenn überhaupt – der Einstieg erst erfolgen, wenn Seriosität und Kompetenz des Anbieters akribisch geprüft worden sind. Auf Holzaktien-Zertifikate kann der Anleger hingegen getrost verzichten, weil die Branche viel zu eng gefasst ist. In einem gut gemanagten internationalen Öko-Aktienfonds ist von vornherein ein gewisser Anteil an Unternehmen aus der Forstwirtschaft enthalten, so dass mit einem solchen Fonds eine vernünftigere Streuung möglich ist. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt: Institutionelle Anleger wie die Universitäts-Stiftungen können ihre hohen Gewinne in erster Linie deshalb erzielen, weil sie direkt und ohne Umwege Wald kaufen, ohne dass teure Fondsmanager und Vertriebe einen guten Teil der Rendite selbst einstecken. Keinesfalls sollten sich private Investoren daher dem Trugschluss hingeben, dass mit den Bäumen die Rendite in den Himmel wächst. Wer das glaubt, ist auf dem Holzweg.

 
Leser-Kommentare
  1. Holz kann eine sehr lukrative Anlage sein. Es gibt dabei viele Kriterien die den Erfolg beeinflussen oder auch verhindern. Holzarten, Modetrends, Wettereinflüsse, Brand, Diebstahl, Schädlinge, technische Weiterentwicklungen, staatliche Regeln, Umweltbewusstein, Käuferverhalten, Währungsschwankungen, Transportmöglichkeiten, Kaufkraftentwicklung, Inflation .... Kann man diese Kriterien alle berücksichtigen in der Prognose? Natürlich nicht und übrigens auch bei keiner anderen Anlage. Also gilt es sich einen fairen und kompetenten Partner für die jeweilige Anlageklasse heraus zu suchen.
    Ich als unabhängiger Finanzmakler habe mich nur für 2 Anbieter im Holzinvestment entschieden und werbe nicht mit 12 % Rendite, sondern setze lieber die Low-Variante heran. Wenn es mehr wird hat noch nie jemand was dagegen gehabt.
    Aber Gier frisst bekanntlich Hirn.
    Wenn es um Sicherheit bei diesen Anlagen geht, dann nur darum, dass mit jedem guten Mix ein Maß an Sicherheit erzielt wird.
    Ernst Haas

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