USA Rudy Rambo

Im Kampf um die Nachfolge von Präsident Bush hat der Republikaner Giuliani mit der demokratischen Favoritin Hillary Clinton fast gleichgezogen. Unter ihm würde sich die amerikanische Politik warscheinlich kaum ändern.

Wären morgen in Amerika Präsidentschaftswahlen, würden laut den neuesten Meinungsumfragen die Demokratin Hillary Clinton und der Republikaner Rudy Giuliani gegeneinander antreten : „die Unvermeidliche gegen den Wadenbeißer, Mrs Allseitsbekannt gegen Mr Nulltoleranz,“ wie ein Radiokommentator meinte.
Wer dabei die Nase vorne hätte, ist ziemlich offen.

Der ehemalige Bürgermeister von New York hat in den vergangenen Tagen die Unterstützung wichtiger Konservativer erhalten. In Europa und auch in den Vereinigten Staaten kennt man ihn vornehmlich als hemdsärmeligen Verbrechensbekämpfer und als unermüdlichen Stadtchef nach den Anschlägen vom 11. September, was den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden zu der spitzen Bemerkung hinriss: Giulianis Sätze bestünden aus drei Teilen, aus einem Hauptwort, einem Verb und "9/11".

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Außenpolitisch ist Rudolph Giuliani bislang ziemlich unerfahren, wie viele der Kandidaten. Vor einiger Zeit hat er in der Zeitschrift Foreign Affairs seine Weltvision zum Besten gegeben, und vor wenigen Wochen hat er herausgelassen, wer ihn in den Krisenherden von A wie Afghanistan bis Z wie Zimbabwe berät: Eine Handvoll intelligenter, aber sehr konservativer Wissenschaftler. Darunter einer, der meint, Iran müsse bald bombardiert werden, und ein anderer, der das Verbot zum gezielten Tyrannenmord gerne wieder aufheben möchte.

Giuliani ist auch der Lieblingskandidat etlicher Neokonservativer, die notfalls mit Gewalt die Welt demokratisieren wollen. Giuliani hält das selber zwar nicht unbedingt für eine gute Idee, weil man – wie der Sieg von Hamas in Palästina zeige – allein mit freien Wahlen keine freiheitlichen Staaten schaffe. Aber den Rat der Neocons holt er sich dennoch gerne ein.

Als Präsident, sagt Giuliani, werde er drei außenpolitische Ziele setzen: Krieg gegen den Terror, ein superstarkes Militär und eine eingeschränkte Rolle für die Vereinten Nationen. Der 11. September 2001 ist für ihn Dreh- und Angelpunkt. Giuliani will die US-Armee um mindestens zehn weitere Kampfbrigaden aufstocken, das Waffenarsenal weiter modernisieren, das Raketenabwehrprogramm vorantreiben und Israel in die Nato aufnehmen. Amerika soll möglichst überall den Ton angeben und die Vereinten Nationen auf die Rolle von Mutter Theresa beschränken.

Gegenüber Iran schlägt er einen eher unversöhnlichen Ton an. Zwar will auch Giuliani der Diplomatie eine Chance geben. Aber als "Mr Nulltoleranz" in der vergangenen Woche gefragt wurde, ob er einen Angriff auf iranische Atomanlagen eher früher oder später kommen sehe, antwortete er knapp: „eher früher“. Zum Glück ist der Wahlkampf noch lange nicht entschieden.

 
Leser-Kommentare
  1. Frau Clinton scheint die demokratische Wunschkandidatin der Presse zu sein, die deshalb auf ihren Feind Giuliani als Gegenkandidat hofft.  Die Republikaner haben jedoch möglicherweise andere Pläne.  Bei den Demokraten ging es darum, wer bei der eigenen Parteileitung am besten angeschrieben ist.  Bei den Republikanern geht es darum, wer wirklich die Wahl gewinnen kann.  Gegen Bush sind sie alle.

    • GBHPG
    • 10.11.2007 um 23:42 Uhr

    Aussenpolitisch (Iraq) wir sich kein demokrat Kandidat vom Iraq abwenden können egal was die Wahlversprechungen sind - sie haben sich dann eben versprochen. Hillary hat noch keine Opposition gefunden denn kein Republikaner wird seine Kanonen jetzt schon verpulvern. Sie wird sehr viele unangenehme Fragen beantworten müssen wo sie sich bis jetz hinter Bill verkriechen konnte. Cattle gate, White House travel office, Hillery-care, Vince Forster um nur einige zu nennen die mir einfallen.

  2. Mit Ihrem Kommentar treffen Sie voll ins Schwarze. Das sehe ich genau so wie Sie. Deshalb wies ich vor einigen Tagen auf einen Artikel von Gabor Steingart vom SPIEGEL hin, der genau das auch beschrieb: Auszug:"Sein Vermächtnis wird die amerikanische Außenpolitik für lange Zeit
    prägen. Er ist zu weit gegangen, als dass die schnelle Umkehr möglich
    wäre. Die Aufrüstung des Militärs für den Zwei-Fronten-Krieg in
    Afghanistan und Irak läuft, ein Prozess der Eskalation mit Iran ist in
    Schwung gekommen, die Pläne für einen weltweiten Raketenabwehrschirm
    sind weit gediehen, die daraus resultierenden Spannungen mit Russland
    werden in Kauf genommen: Niemand kann die Dynamik dieser Prozesse mit
    leichter Hand stoppen.Hinter der Glasscheibe sind derzeit die Geburtsvorbereitungen für
    die Niederkunft eines neuen Präsidenten zu beobachten. Nach allem was
    man sehen und hören kann, ist da kein Friedensengel unterwegs.Der Nachfolger des Kriegspräsidenten wird wohl ein Kriegspräsident sein."Ich fürchte, nach allem, was man aus USA liest und hört, dass Herr Steingart Recht hat.Für den, der den ganzen Artikel lesen mag, der link:http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,515335,00.htmlSie sehen, deutsche Auslandskorrespondenten berichten über die Welt, wie sie ist. Und deutsche Leser können lesen.Der Vollständigkeit gebe ich noch den link zu meinem damaligen Kommentar:http://kommentare.zeit.de...

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