Bahn

Kein Zug nach Irgendwo

© Meike Gerstenberg für ZEIT online

Gestresste Logistiker, genervte Pendler, ein gelassener Hafenarbeiter: Der Bahnstreik läuft heiß und bringt Tagesabläufe quer durch die Republik durcheinander. Martin U. Müller ist an normalen Tagen voll des Lobes für die Deutsche Bahn. Als Besitzer der Bahncard 100 fährt der Münchener Journalist fast täglich durch die Republik. "Die Bahn ist flexibel, stets verfügbar, gut arbeiten kann man da auch", sagt er. Jede Menge Vorteile für die Bahn. Normalerweise. Nur sind die Tage im Moment eben nicht normal. Seit zwei Uhr in der Früh liegt der Personenverkehr in weiten Teilen lahm, und mit einem Mal sind die Vorteile für Müller wie weggewischt: "Jetzt muss ich wieder langfristig planen", sagt er. "Brauche ich einen Mietwagen? Muss ich mich um ein Auto kümmern? Oder sollte ich doch besser fliegen?" Für den Dauerreisenden ein Problem, er hat die meisten Termine erstmal abgesagt. Vorsichtshalber. Bei der Bahn konnte man ihm auch nicht helfen: Als er bei der Hotline nachfragte, wann denn die von der Bahn für den Notfall geplanten Züge führen, bekam er zu hören: "Woher soll ich das denn wissen?"
Leser-Kommentare
  1. "[..]Als er bei der Hotline nachfragte, wann denn die von der Bahn für den Notfall geplanten Züge führen, bekam er zu hören: "Woher soll ich das denn wissen?[..]"
    das habe ich sogar schon vom zugpersonal im regulärem alltag gehört. unser zug hatte verspätung und es war klar, dass wir den anschluss verpassen. auf die wirklich hoefliche frage, welche weiteren moeglichkeiten wir haben, um nach hause zukommen, sagte die dame des zugpersonals: "Woher soll ich das denn wissen?" und wurde ausfallend.
    was ich von der bahn halte, ist klar. personal wird an der kurzen leine gehalten, auf wirtschaftlichkeit getrimmt. service gibt es nicht mehr, gerechtfertigte bezahlung auch nicht. der kunde bekommt dies an mehreren fronten zu spueren, über die hohen preise, durch den schlechten service und dem schlecht gelaunten personal. der kunde wird nicht mehr als kunde wahrgenommen. melken, was das zeug hergibt...

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