Grossbritannien Private Daten verschwunden

Britischen Steuerbehörden sind zwei CDs mit persönlichen Daten von 25 Millionen Briten abhanden gekommen. Die CDs wurden per Post an die Finanzkontrolle geschickt, kamen dort aber nie an

Das Verschwinden der CDs könnte für die britische Regierung zum ernsten Problem werden. Finanzminister Alistair Darling sprach von einem schweren Fehler der Behörden und räumte am Dienstag im Parlament ein, die Datenträger seien in die Post gegeben worden und seitdem verschwunden. Auf den CDs befinden sich nach seinen Worten Daten über alle Empfänger von Kindergeld, die Namen, Adressen und Geburtsdaten der Kinder, die Vorgangs- und Versicherungsnummern sowie Bankverbindungen. Die Daten reichten aber nicht aus, um in betrügerischer Weise an die Konten heranzukommen, sagte er.

Ein Mitarbeiter der Behörde habe die passwortgeschützten CDs im Oktober über einen Kurierdienst an die Finanzkontrolle geschickt, wo sie aber nie angekommen seien, sagte Darling. Die Behördenleitung habe erst rund drei Wochen später von dem Vorfall erfahren. Er selbst sei am 10. November von dem "höchst bedauerlichen Geschehen" unterrichtet worden und habe die Durchsuchung bei der Behörden angeordnet, die aber nichts erbracht habe.

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Die oppositionellen Konservativen warfen der Regierung Inkompetenz vor. Sie habe dem Missbrauch mit den persönlichen Daten der Hälfte aller Bürger Großbritanniens Tür und Tor geöffnet. Der Chef der zuständigen Behörde trat zurück.

Für das Kabinett von Premierminister Gordon Brown und insbesondere Finanzminister Darling ist die Datenpanne ein weiterer Schlag, nachdem sie schon wegen der Behandlung der Krise der Northern-Rock-Bank in die Kritik geraten waren. Northern Rock war die erste britische Bank, die infolge der Krise am US-Hypothekenmarkt in Bedrängnis geraten ist. Da die Bank am Finanzmarkt nicht ausreichend Mittel bekam, musste die Bank of England erstmals seit Jahrzehnten mit einem Notfall-Kredit einspringen.

 
Leser-Kommentare
  1. Tja, Leute, da haben wir mal ein kleines Beispiel, welches zufällig öffentlich geworden ist. Weiß jemand, wie hoch die Dunkelziffer für Schlampereien im Umgang mit den Daten der Menschen ist?Erinnert euch an die Polizei-Festplatten, die praktisch ungelöscht bei ebay verkauft wurden!
    Überlegt mal, wie groß die Versuchung für einen schlecht bezahlten (oder einfach geldgeilen) Kurierfahrer ist, mit zu transportierenden Datenträgern die schnelle Kohle zu machen!Wie oft gehen heute schon Kreditkarten "auf dem Postweg verloren"?
    Wollt ihr eure Telefonate mit euch nahestehenden Menschen oder eure heimlichen Besuche auf gewissen Web-Seiten öffentlich gemacht sehen? Erpreßbar sein, bloß weil irgendwo einer geschlampert hat oder aus Geldnot schwach geworden ist?
    Alle Daten, die erfaßt und gespeichert werden, sind potentiell gefährdet. Und das Maß der Gefährdung wird wachsen, je stärker das Internet auch für praktische Geschäfte genutzt wird. Kundendaten und -profile sind für die Handelskonzerne viel Geld wert - und wo eine Nachfrage ist, da entsteht über kurz oder lang auch ein Angebot - hier funktioniert der Markt bestimmt noch. Und auf diesem Markt werden dann alle möglichen Daten angeboten: Telefonverbindungen, email-Kontakte, Bewegungsprofile aus dem Mobiltelefonnetz oder aus den sog. "Maut"daten etc. etc. - wozu auch immer jemand diese Daten nutzen kann. Und da fällt so manchem Kriminellen stets noch etwas ein.
    Deshalb: wer nicht möchte, daß all dies kommen soll, der wende sich JETZT gegen Datenerhebungen und -speicherungen, deren Nutzen nicht nachgewiesen und zutiefst fragwürdig ist.

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  • Quelle ZEIT online, Reuters
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