Gewerkschaften Sommer nennt Lokführer unsolidarisch

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes kritisiert im ZEIT-Interview den Arbeitskampf der Lokführer und warnt vor britischen Verhältnissen.

DGB-Chef Michael Sommer hat der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) vorgeworfen, gegen die gewerkschaftliche Solidarität zu verstoßen. „Wenn man nur auf seine eigene Klientel schaut, hat das mit Solidarität wenig zu tun“, sagt Sommer der ZEIT. Bei einem Erfolg der GDL „wird das soziale Klima bei der Bahn belastet“, sagt Sommer. In Deutschland muss nach Ansicht Sommers weiter das Prinzip „ein Betrieb, eine Gewerkschaft“ gelten.

„Britische Verhältnisse könnten die Folge sein, wenn das Verhalten der Lokführer Schule macht“, warnt Sommer. In Großbritannien hatte der Staat massiv in die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften eingegriffen. Als Folge des Lokführerstreiks mehrten sich auch in Deutschland die Stimmen, die etwa die Einschränkung des Streikrechts forderten, so der DGB-Chef.

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Die große Unterstützung in der Bevölkerung für die Lokführer habe ihn nicht überrascht, sagt der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes: „Viele Menschen sind die ständige Aufforderung zum Maßhalten, die Appelle zur Lohnzurückhaltung leid.“

Das vollständige Interview lesen Sie ab Donnerstag in der neuen Ausgabe der ZEIT.

 
Leser-Kommentare
  1. Lieber Herr Sommer,
    1. Die GDL macht Ihnen doch nur vor, was ich schon längst von den DGB-Gewerkschaften erwartet hätte: Konsequenten und härtesten   K  a  m  p  f   für höhere Löhne und Gehälter!!! Was soll ich mit handzahmen Gewerkschaften die immer wieder vor lauter Verantwortung für das Gesamtwohl nur Lohnkützungen zu erstreiten in der Lage sind. Sie haben zuvörderst und kämpferisch unser Interesse an Lohnerhöhungen zu vertreten. Vergessen Sie nicht, auf das Gesamtwohl pfeiffen Ihre Verhandlungspartner allemal.
    2. Eine DGB-Gewerkschaft wie die Transnet darf sich doch über die von ihr jetzt bejammerte Entwicklung nicht wundern, wenn sie sich so sehr zum Dackel von Mehdorn hat machen lassen, dass sie immerhin Lohnkürzungen von fast 10 % in den letzten 10 Jahren hingenommen hat und dann meint einen Abschluß über schlappe 4,xx Prozent als Erfolg verkaufen zu können. Wobei dieser schnelle Abschluss auch nur liebedienerisch dem Herrn Mehdorn die Chance geben sollte die GDL aus zu bremsen. Ganz wunderbar finde ich dabei, dass diese Gewerkschaft sich jetzt in der Hängematte auch noch von der GDL u.U.  einen noch höheren Abschluss erstreiten lassen will. So viel zur Solidarität einer DGB-Gewerkschaft!!!
    3. Solidarität für Mindestlohn o.k. Aber wo bleibt die Solidarität der Gewerkschaften für die höher Qualifizierten. Einheitsgewerkschaft gut und schön, aber auf Einheitsbrei kann ich verzichten.

  2. die sich ja (s.Hansen) mit den Kapitaleignern, bzw. ernannten Managern inzw. bestens eingespielt hat, erreicht dieser Tage  ihren Höhepunkt. Ausserordentliche Tagung des Aufsichtsrates der Bahn AG, einberufen von den Ausichtsratsmitgliedern Hansen (Transnet) und Klaus Dieter Hommel  (GDBA) zum Zweck der Aufforderung an den Vorstand, gegenüber den (berechtigten) Forderungen der GdL hart zu bleiben.
    Und der Herr Sommer mümmelt da was von mangelnder Solidarität der  Lokführer.
    In meinem Kommentar zu diesem Thema :
    http://kommentare.zeit.de...
    fehlt  leider  der Hinweis auf die Äusserungen des Herrn Sommer. Aber...als ich den o.g. Kommentar schrieb ging H.Sommer wohl noch davon aus, dass die GdL seitensTransnet und Mehdorn ins Aus geschoben wird.
    Herr Sommer...Lokführer sind Arbeitnehmer und haben eigentlich einen Anspruch auf Solidarität....von wem eigentlich, wenn nicht von Gewerkschaften.

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