Bundestag Wirbel um Thierse-Äußerung zu KohlSeite 2/2
Nach dieser scharfen Kritik bedauerte Thierse öffentlich, dass der von der Zeitung zitierte Satz zu einem falschen Eindruck geführt habe. Er habe dies Kohl auch in einem Brief mitgeteilt. Die Unions-Kritik wies Thierse mit dem Hinweis zurück, bei der von der Zeitung veröffentlichten Darstellung handle es sich um eine "verkürzte und nicht autorisierte" Fassung seiner Äußerungen. Er habe lediglich im Zusammenhang mit dem Rückzug von Vizekanzler Müntefering deutlich gemacht, dass es im Spannungsfeld zwischen Politik und Familie keine ideale Lösung gebe.
Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) kritisierte Thierses Worte als "dümmlich". CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer sagte, es sei "geschmacklos, wie Herr Thierse versucht, aus persönlichen Schicksalen politisches Kapital zu schlagen". Der FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Guido Westerwelle sprach von "unterirdischen Äußerungen". Die FDP will den Vorgang im Ältestenrat des Bundestages zur Sprache zu bringen.
Unklar war zunächst, ob sich die Union mit der Erklärung von Thierse zufrieden gibt oder weiterhin seinen Rücktritt fordert. Er hatte auch in der Vergangenheit schon mehrfach mit öffentlichen Äußerungen für Anstoß gesorgt.
- Datum 15.11.2007 - 03:08 Uhr
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- Quelle ZEIT online, dpa
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Falls die Leipziger Volkszeitung Thierse tatsaechlich derart verfaelscht zitiert hat, wie von Thierse beschrieben, dann haben sich einige blamiert: zuallererst die Leipziger Volkszeitung, dann die erregten CDU Politiker, und schliesslich die Trittbrett-fahrenden Medien, die allzu gerne ueber den Skandal berichten, der wohl nur ein Beispiel unserioesen Journalismus ist, was ja schon lange nicht mehr als Skandal taugt. Wie wuerde serioeser Journalismus aussehen? Einfach sorgfaeltiger, z.B. statt "Wirbel um Thierse-Aeusserung zu Kohl" genauer: "Wirbel um angebliche Thierse-Auesserung ueber Kohl".Martin Kraus
Das Telefon klingelte.
Thierse.
Hallo, wie bewerten Sie die Begründung von Franz Müntefering, wegen der Krankheit seiner Frau zurückzutreten.
So was macht nicht jeder Politiker. Nicht alle folgen solchen Idealen.
Denken Sie da z. B. an Helmut Kohl?
Ja, sicher. Hannelore Kohl sass oft allein im Dunkeln, obwohl ihr Mann schon abgewählt war.
Ja genau. Vielen Dank für dieses Statement.
von Verkehrung eigenen Unwohlseins in einer Politikerklasse, die alle persönlichen Bindungen ihrem Machtstreben unterordnet in eine hysterische Empörung über das Benennen genau dieser Tatsache. Bigott, wie immer, wenn es laut wird.
Wenn Herr Thierse noch hinzugefügt hätte:"...während sich Herr Kohl mit seiner Freundin in Bonn vergnügte..." wär das auch noch richtig gewesen. Was soll die Aufregung?
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