ZEIT online: Airbus-Konzernchef Thomas Enders hat in einer Brandrede die Belegschaft des Konzerns auf neue, radikale Sparmaßnahmen vorbereitet. Der Fall des Dollar bringe Airbus in Schwierigkeiten, lautet sein Argument. Ist der Flugzeugbauer davon wirklich so viel stärker betroffen als andere Exportunternehmen?

Henning Klodt: Der Betriebsrat hat ja bereits den Verdacht geäußert, der schwache Dollar sei nur ein Vorwand, und tatsächlich rechnen ja auch andere Branchen in Dollar ab. Die Flugzeugbauer haben aber den Nachteil, dass ihre Lieferverträge sehr langfristig sind. Wer heute ein Flugzeug bestellt, bekommt es erst in rund zwei Jahren geliefert. Fällt der Dollar in dieser Zeit, beeinflusst das die Erlöse, zumal wenn der Verfall so heftig ist wie derzeit. Andererseits sträuben sich mir schon die Nackenhaare, wenn aufgrund einer Wechselkursschwankung, die vielleicht fundamental in dieser Höhe gar nicht gerechtfertigt ist, nun über Produktionsverlagerungen nachgedacht wird.

ZEIT online: Sind Enders’ Äußerungen also nur ein taktisches Manöver?

Klodt: Das lässt sich von außen nicht seriös beurteilen. Ich denke schon, dass die Flugzeughersteller unter dem Dollarverfall stärker leiden als andere Branchen.

ZEIT online: Wäre es für ein Unternehmen wie Airbus, das in Dollar fakturiert, nicht sinnvoll, auch im Dollarraum zu produzieren, um sich dadurch vor Währungsschwankungen zu schützen? Andere Exportbranchen tun das ja auch, zum Beispiel die Autoindustrie.