Überläufer

Bäumchen wechsle dich

© Sean Gallup/Getty Images

Der frühere Grünen-Finanzexperte Oswald Metzger ist zur CDU übergetreten. Auch andere Politiker haben schon die Partei gewechselt - oder sollten es tun. Eine Empfehlungsliste Der frühere Bundesinnenminister ist ein Wanderer zwischen den Welten. Der Sohn eines Essener Hüttendirektors, bekennende Anthroposoph und Mitbegründer der Toscana-Fraktion verteidigte einst RAF-Terroristen. Später gehörte er zu den Gründungsvätern der Grünen und war ein Star der jungen Partei. Bald jedoch wurde der Anzugträger den Alternativen zu besserwisserisch und autoritär. Als er 1989 aus dem Bundestag rotieren sollte, wechselte er zur SPD. Dort musste Schily zwar eine Weile auf der Reservebank schmoren. Doch als Minister für Sicherheit, Recht und Ordnung in der rot-grünen Regierung stieg er nicht nur zum wichtigen rechten Flügelmann auf, sondern war auch der wenigen Minister, die Gerhard Schröder ernst nahm. Der Große Lauschangriff und die "Otto-Kataloge" mit scharfen Sicherheitsgesetzen nach dem 11. September 2001 bleiben mit Schilys Namen verbunden. Inzwischen möchte die SPD davon aber nicht mehr viel wissen. Deshalb wäre es nur konsequent, wenn Schily weiterwechseln würde: zur CSU. Mit dem heutigen bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein hat er sich schon bestens verstanden, als der noch Innenminister in München war. Da käme zusammen, was zusammengehört.
Leser-Kommentare
  1. Wenn die "rechteren" Grünen jetzt aus Protest gegen den Linksruck in die CDU überlaufen, dann können die "linkeren" ja getrost der SPD beitreten.  Eine Partei weniger !

  2. Unglaublich ! Ein Skandal gradezu !Lafontaine vorzuschlagen in die NPD zu gehen ! Zeugt nur von der Ignoranz des Verfassers ! Was soll aus Deutschland werden mit so einem Populistischer Presse , die alles andere als neutral ist werden ? Die letzten 15 Jahre wurden die Deutschen von der Presse systematisch hinters Licht geführt ! Herrn Schäuble würde ich eher vorschlagen zur NPD zu gehen !Sie sollten sich schämen !Consantin Bünger

  3. Der Autor hat gelfissentlich die Kommentare von anderen Politikern unterschlagen, die auch gut und gerne zur NPD gehen könnten.
    SchäubleClementMünteferingSöderAlthausKochBeckstein ja sowiesousw usf.
    Aber diese Leute vertreten ja auch die Interessen der Neoliberalen. Ergo sind sie auch gute Demokraten. Egal was sie sagen.
    Mit Verlaub, [...].
    [Dieser Kommentar wurde gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. /Die Redaktion pt.]

    • sgrssr
    • 26.11.2007 um 16:34 Uhr

    Lafontaine sagte auch: "Jeder Wiederaufstieg Deutschlands muss vom sittlichen Empfinden des dt. Volkes ausgehen" (hab gerade leider keine Quellenangabe). NPD? Ich finde auch, dass das nahe liegt. Er war doch auch stolz drauf, dass die SPD zusammen mit der Rostocker Pogrombevölkerung und der CDU das Grundrecht auf Asyl, sagen wir, "einschränkte".Aber klar, der Wolfgang Schäuble war da auch mit dabei.

  4. Oskar Lafontaine in die NPD! Bravo! Man kann sich vorstellen, wie die WASG-Spießer sich darüber echauffieren werden.Was mir jedoch aufgefallen ist: Unter den von Ihnen vorgestellten Politikern gibt es keinen einzigen, dem sie einen Eintritt in die SPD empfehlen würden. Warum eigentlich? Dabei würde sich Kurt Beck doch sicher freuen, wenn die Leute zur Abwechslung mal in die SPD eintreten würden, anstatt immer nur aus der SPD auszutreten.

    • sgrssr
    • 26.11.2007 um 17:03 Uhr

    1."Jeder
    Wiederaufstieg Deutschlands muß ausgehen vom sittlichen Empfinden des
    Deutschen Volkes." steht in: "Politik für alle" von O.L., zitiert nach:http://www.sopos.org/aufs...Dort schreibt Otto Meyer:"Ausdrücklich macht er [Lafontaine] sich zum Anwalt derer, die »Widerstände
    gegen Aussiedler, Bürgerkriegsflüchtlinge und Asylbewerber« zeigen,
    weil angeblich »Zuwanderung ... immer Konkurrenz um Arbeitsplätze,
    Wohnungen und Lebenschancen« bedeute. Er verlangt »in einer modernen
    Nation die Verpflichtung des Staates ..., zuallererst für diejenigen zu
    sorgen, die seine Bürger sind und sich, soweit sie Einnahmen haben, an
    der Finanzierung des Gemeinschaft beteiligen«."Klar, weil die Ausländer, "soweit sie Einkommen haben", was er ja schwer vorstellbar findet, ja bekanntlich keine Steuern zahlen oder sich sonst irgendwie an der "Finanzierung der Gemeinschaft beteiligen"- oder wie jetzt? Wer sowas schreibt, hat doch volksgemeinschaftliche Moralvorstellungen.2.Er sieht ja immer "Schnittmengen zwischen linker Politik und islamischer Religion" (zitiert nach: http://www.hagalil.com/ar...), z.B. das "Zinsverbot" im Islam. Das, möchte ich sagen, ist ein Gassenhauer des ewigen Antisemiten, der hier im Mutterland der Israelkritik auch gern gehört wird.3.Er spricht soviel von "Gemeinschaft", nie von Gesellschaft. Aber, wie gesagt, bitte ohne Asylanten. 4."Das nationale Hemd ist einem näher
    als der internationale Rock" - Klingelt's????Lafontaine ist frei, sozial und national. Gegen Raubtierkapitalismus ist die NPD auch. Es wäre schön, wenn ihn die Linkspartei mit einem Arschtritt endlich für alle sichtbar in die richtige Ecke bevörderte.

  5. Oskar Lafontaine den Eintritt in die NPD zu empfehlen, ist eine Frechheit.
    Ich habe bisher die ZEIT für eine seriöse Wochenzeitung gehalten, die zwar liberal ist, aber einigermaßen neutral.
    Nach dieser Entgleisung steht sie für mich auf einer Stufe mit BLÖD = Revolverpresse der Rechten. Ich werde sie deshalb nicht mehr kaufen!   

  6. Also man muss Herrn Lafontaine ja nicht mögen. Mir wäre eine Linke ohne ihm auch lieber (nein, kein dieLinke-Mitglied). Aber ihn mit der NPD gleichzusetzen geht eindeutig zu weit. Das tuen immer am liebsten die die der NPD in der Praxis viel näher stehen. Siehe die Äußerungen z.b. von Profala.
    Und wenn die Neoliberalen über die Sozialkürzungen deliberieren, dann begründen sie das auch immer mit der "gelben Gefahr" (Der Spiegel). Stefan Aust hat einst eine nette hetzerische Dokumentation gedreht, deren Titel mir gerade nicht mehr einfällt...
    Und wer behauptet man steht der NPD nahe weil man Kapitalismuskritik übt... tja... dem ist leider auch nicht mehr zu helfen.

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