Frauen-Boxen Raus aus der SchmuddeleckeSeite 3/3

Im gleichen Jahr gab auch Regina Halmich ihr Debüt. Die damals unbekannte Rechtsanwaltsgehilfin aus Karlsruhe boxte mit Unterstützung des neuen Weltverbandes Women’s International Boxing Federation.

Einer größeren Öffentlichkeit wurde Halmich allerdings erst bekannt, als sie 2001 vor sechs Millionen TV-Zuschauern dem Entertainer Stefan Raab die Nase brach. "Traurig, aber wahr", sagt Halmich heute. "Nach dem Kampf hat mich fast jeder gekannt". "Und dann haben die Leute auch meine echten Kämpfe geschaut." Erst nach dem Raab-Kampf begann das ZDF, ihre Auftritte zu übertragen.

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Ironischerweise musste Halmich, die angetreten war, das Frauenboxen aus dem Rotlichtmilieu zu führen, erst in die Schmuddelecke zurück, um Anerkennung zu finden. "Ich wusste davor nicht, welches Ausmaß das annehmen würde", sagt sie heute über den Tag, an dem sie den Raab schlug. "Aber wie er das dann aufgezogen hat – das war ein bisschen unheimlich. Es war plötzlich der Kampf Mann gegen Frau."

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 29.11.2007 um 13:25 Uhr

    kann ich nicht bewundern. Niemals. Meine Wissenswelt wird dadurch nicht reicher.Ich finde es erbärmlich, wenn zwei Weiber auf sich brutal eindreschen. Meine kostbare Zeit, werde mir für so ein dämliches Schauspiel, nicht vergeuden lassen.
    Ich bewundere die Mütter, die ohne barnumsches Brimborium in den debilen Visualmedien präsent zu werden, es schaffen, in bescheidenen Verhältnissen, ihre Kinder verantwortungsvoll großzuziehen und ihnen eine solide Bildung verschaffen. Die sind die wahren Weltmeisterinnen... Tag für Tag.

  1. Im Artikel fehlte erstaunlicherweise die gemeinhin zu erwartende Anmerkung, dass Frauen (auch) die besseren Boxer sind. Denn welcher Mann war jemals solange amtierender Weltmeister? 

  2. Aber ist das nicht eher ein Hinweis auf mangelnde Konkurrenz? Aber waeren dann nicht die Frauen (in ihrer Gesamtheit) die schlechteren Boxer, waehrend eine von ihnen die (schlechte) Konkurrenz eben um Haupteslaenge ueberragt? Oder sollten wir doch die Bemessung der Boxqualitaet aufgrund der Anzahl der Jahre als amtierende Weltmeisterin in Zweifel ziehen?

  3. Sollten wir dann etwa auch die epochale Leistung unserer Frauenfußballnationalmanschaftsweltmeisterinnen in Zweifel ziehen? Niemals!

    • Anonym
    • 30.11.2007 um 16:07 Uhr

    eine saudische oder yemenische Boxerin...

  4. Wie ein Freund einmal behauptet hat, nur ein Zyniker wuerde behaupten, dass die Absurditaet der Schlussfolgerung nicht Grund genug sein darf, die Praemissen der Schlussfolgerung nochmal zu ueberdenken. Natuerlich sind die erwaehnten Beispiele sportlicher Leistungen durch herausragende Qualitaet gekennzeichnet. Ob diese aber dennoch in dem Masse an die Grenze des Machbaren reicht, wie das im viel staerker durchorganisierten maennlichen Sportbereich ist, das ist die Frage, auf die ich hinauswollte. Ob frau solche Leistungen epochal nennen will, ist natuerlich jeder selbst ueberlassen. Wenn jedoch die Schlussfolgerung, dass die Leistungen der Frauennationalelf epochal seien, dazu fuehrt, berechtigte Zweifel an der Leistungsdichte im Frauenboxen zu ignorieren, so scheint mir doch das Bewertungsschema verrueckt und ich sehe mich gezwungen, die Debatte vom Kopf auf die Fuesse zu stellen. Ich bleibe bei der Behauptung, dass ganz generell im Frauensport die Konkurrenz duenner ist als beim Maennersport, was sich in vielen Sportarten ganz einfach an nackten Zahlen ablesen laesst. Wieviele Teilnehmerinnen, wie viele von ihnen in den top x% des Weltrekords usw. Und ich bleibe auch dabei, dass eine besonders lange gehaltene Weltmeisterposition Ausdruck von vor allem 2 Konditionen sein kann: Entweder ein ueberlegenes Individuum und/oder eine geringe Konkurrenz. Aber es gilt, dass, je hoeher die Leistungsdichte, desto unwahrscheinlicher die Dominanz eines besonders begabten Individuums. Damit scheint mir in der ueberwaeltigenden Mehrheit der Faelle eine besonders starke Dominanz einer Mannschaft/einer Person eher Ausdruck mangelnder Leistungsdichte zu sein. Das gilt sogar dann, wenn die einzelnen Individuen tatsaechlich am Rande des machbaren agieren. Frau stelle sich nur mal vor, die Erde bestuende aus einem Land, das 99 % der Einwohner beherbergt, und 100 Laendern, die sich den Rest aufteilen. Weltmeisterschaften der Mannschaften wuerden dann (zumindest in der Spitze) wohl fast immer langweilig sein, obwohl jede einzelne Mannschaft auf allerhoechstem moeglichen Niveau spielt. Auch hier waere dann wieder die Dominanz einer Mannschaft Ausdruck geringerer Leistungsdichte und mithin uninteressanteren Sports. Im Fall vieler Sportlerinnen kommt aber noch eine gegenueber den Maennern geringere Professionlisierung dazu, die aus ganz objektiven Gruenden (ob man sie gut heisst oder oder nicht, ob man leidenschaftlich dabei ist oder nicht, ob die Frauen aus ihren beschraenkteren Moeglichkeiten alles herausgeholt haben oder nicht) in der Summe zu einem weniger vollendeten Sport fuehren. Immer im statistischen Sinne gesehen.

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