Der einschlägig vorbestrafte Jurist erschient am Freitag nicht zur Urteilsverkündung vor dem Cottbuser Amtsgericht. Zum Prozessauftakt im September hatte er zugegeben, beim Antritt einer neunmonatigen Haftstrafe wegen Volksverhetzung vor einem Jahr die Hand zum Hitler-Gruß erhoben zu haben. Er sieht die Tat als "Zeugnis seiner Weltanschauung" durch das Grundgesetz gedeckt.

Die Richter sprachen den 71-Jährigen schuldig, ein verbotenes nationalsozialistisches Symbol verwendet zu haben und verurteilten ihn zu sechs Monaten Gefängnis ohne Bewährung. Damit blieb die Kammer unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die neun Monate Haft verlangt hatte. Die Verteidigung hatte Freispruch beantragt.

Mahler gehörte zu den Begründern der linksterroristischen Rote Armee Fraktion (RAF) und war später zeitweilig Mitglied und Anwalt der rechtsextremistischen NPD.

Auch die Anwältin und Lebensgefährtin Mahlers muss sich seit dem 15. November wegen Volksverhetzung vor dem Landgericht Mannheim verantworten. Die 44-Jährige war Verteidigerin des im Frühjahr 2006 verurteilten Holocaust-Leugners Ernst Zündel. Sie hatte in dem Prozess die Judenvernichtung durch die Nationalsozialisten geleugnet.