Russland Kasparow "völlig isoliert" in Haft

Menschenrechtler sind besorgt: Die russische Führung hat am Wochenende Demonstrationen gewaltsam aufgelöst und Oppositionspolitiker festgenommen

Die USA äußerten sich beunruhigt über das Vorgehen des Kremls. "Wir sind besorgt über die Festnahme und Inhaftierung von Anführern der Opposition, darunter Garri Kasparow", sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Sie sollten ordentlichen Zugang zu Rechtsberatung sowie eine faire Behandlung erhalten.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), forderte die Freilassung des früheren Schachweltmeisters und Kremlkritikers Kasparow. Nach Nookes Angaben wird Kasparow "völlig isoliert" in Haft gehalten. Weder Verwandte noch Anwälte hätten bis Sonntagnachmittag Zugang zu dem im berüchtigten Moskauer Gefängnis "Petrowka 38" Einsitzenden bekommen, sagte Nooke nach Gesprächen mit Kasparows Familie. Auch er kritisierte das Verhalten der russischen Behörden scharf: "Man muss davon ausgehen, dass Russlands Präsident Wladimir Putin von der geplanten Verhaftung wusste und diese billigt."

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Eine Woche vor den Dumawahlen hatte die russische Staatsmacht am Wochenende mehrere nicht genehmigte Oppositionskundgebungen aufgelöst und mehrere Politiker festgenommen. Unter anderem wurde Kasparow, der das Oppositionsbündnis Das andere Russland anführt, wegen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht zu fünf Tagen Gefängnis verurteilt.

In St. Petersburg wurde der Vorsitzende der liberalen Partei SPS, Nikita Belych, am Sonntag festgenommen. Auch der liberale Politiker Boris Nemzow, den die SPS-Führung am Freitag als Einheitskandidat der Opposition für die Präsidentenwahl im kommenden März vorgeschlagen hatte, wurde zusammen mit mehreren Dutzend Regierungskritikern in Bussen der Polizei-Sondereinheiten abtransportiert. Die Opposition hatte mit ihren Kundgebungen in Moskau und St. Petersburg auf angebliche Manipulationen vor der Wahl aufmerksam machen wollen.

An den Kundgebungen in Moskau und St. Petersburg nahmen erstmals die beiden liberalen Oppositionsparteien SPS und Jabloko gemeinsam teil. Der Menschenrechtler Lew Ponomarew wertete das geeinte Auftreten der verschiedenen oppositionellen Kräfte als einen Fortschritt.

Gemäß Umfragen dürften bei der Wahl am Sonntag aber alle prowestlichen Oppositionsparteien deutlich an der Sieben-Prozent- Hürde scheitern.

 
Leser-Kommentare
    • Jahey
    • 26.11.2007 um 10:28 Uhr

    Die Zeit hat sich sehr offensichtlich aus der Debatte um die Maersche der Nichteinverstandenen rausgehalten. Schade wie ich finde. Es gibt hier eine gute Zusammenfassung mit Fotos von den Demonstrationen der Putingegner letztes Wochenende: www.dejarus.blogspot.comAuch wenn Kasparow selbst und sein Anhaenger Limonov recht radikale Figuren sind, so sollte man den gesamten Zusammenhang so kurz vor den Parlamentswahlen nicht vernachlaessigen.

    • Anonym
    • 26.11.2007 um 17:24 Uhr

    "Ein lupenreiner Demokrat", unter seiner Führung also eine lupenreine Demokratie: Wer hat das noch gesagt, vom lupenreinen Demokrat? War das nicht Herr Schröder?

    • Jahey
    • 26.11.2007 um 17:40 Uhr

    Nicht nur in Moskau wird demonstriert. Am vergangenen Wochenende wurde eine Antiregierungsdemostration in Inguschetien mit Feuerwaffen auseinander getrieben, wie hier berichtet wird gab es auch verletzte. Nun kommt es zur Verbrennung von Wahlplakaten in der gesamten Republik: http://dejarus.blogspot.c...

    Die Zeit hält sich raus...

  1. Aber unsere politiker werden weiterhinn die Posetiven Seiten von Russland sehen mit all den Wirtschaftlichen möglichkeiten und weiterhin von der Demokratie dort reden, gantz so wie sie es schon die jahre zufor gemacht haben in denen es ja nicht viel anders Aussah. villeicht wird man ml wieder ruslnd ermahnen sich doch zu ändern und sich anhören das man sich bitte nicht in Innerruschische angelegenheiten einzumischen hätte. auch Tescheneie war ja s eine angelegenheit in die Wir uns besser nicht eingemischt haben, weshalb sollten wir es jetzt tun. Und die jungent die grad Geschichts Unterricht hatte fragt : haben unsere politiker eigenlich irgentwasn aus den Jahren 1935- 1938 gelernt ? darüber das sich frühzeitig einmischen viel Leid ersparen könnte ? und darüber wie eine Republik auch durch Wahlen destürtzt werden kann wenn dein Anhänger einer Seite die Straße beherschen, und opportunisten um ihnre Freiheit und ihr Leben bangenmüssen ?

    • navy
    • 27.11.2007 um 19:43 Uhr

    Der Kerl heisst richtig: Weinstein und nicht KasparowSolche Artikel sind ziemlich erbärmlcih, wenn man CIA Provokateure hier  über die Medien überhaupt eine Stimme gibt. Kasparow ist einer der erbärmlichsten CIA Typen, welche dor tje angeheuert wurden. Bevor man solche Artikel verbreitet, sollte man sich einmal Gedanken machen, für wen man wie beim Irak und Kosovo Krieg die Stimme gibt und arbeitet! Kasparow ist Mentor der US Kreigs Treiber aus dem NeoCon Lager, denn er verbreitete auch zum Kosovo Krieg die identische Propaganda inklusive Friedbert Pflüger und seine damalige Ehefrau die CIA Agentin M.M:Gute Ausführungen findet man zum Thema hierhttp://balkanforum.org/th...was sagte Kasparow zum Thema Kosovo Krieg
    Ein russischer Schach Weltmeister, der längst für den CIA und Mossad arbeitet.
    Und hier ein Bericht vom 8. April 1999 über einen Kommentar zum Kosovo-Krieg, den Kasparow für das Wall Street Journal schrieb:
    Zitat:
    WALL STREET JOURMAL: We must first defeat the Serbian war machinehttp://balkanforum.org/th...Und Kasparow ist offizieller Partner sogar von Richard Perl: 4 Artikel bei Zeitfragen.chhttp://www.zeit-fragen.ch...Partner von Richard Perl und dann noch Menschrechtler, wenn man direkt beim "Fürst der Finsternis" (so nennt man Perl in den USA angesiedelt ist.

  2. Wenn sich der russische Staatsbürger Kasparov -- im Gegensatz zur Mehrheit seiner Landsleute -- für Demokratie in Rußland engagiert, so verdient das zweifellos Anerkennung.
    Wenn die US-Regierung und Günter Nooke so tun, als wollten sie sich ebenfalls für die Rechtsstaat und Demokratie einsetzen, so ist das einfach nur lächerlich.
    Erinnert sich noch jemand an den Namen Andrej Holm?
     

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