Familie Ein WeihnachtsmannSeite 4/4
Herr L. findet allmählich Gefallen an der Idee und will sogar Geschäftsfreunde fragen, ob sie mitmachen. Ich selbst bin noch etwas unsicher, ob dieses Vorhaben mit unserem „Hilfe zur Selbsthilfe“- Prinzip kollidiert, entschließe mich dann aber, mich zu freuen, weil es den Familien nutzt.
Da kommt Jule wieder, bringt Zimtstangen, die Herr L. nun geschickt befestigt. „Hat ja doch geklappt“, brummt er nicht ohne Stolz. Jule nimmt froh ihr Gesteck entgegen. „Wenn einer wirklich was will, dann kann er das auch!“, sagt sie, und ich finde, damit hat sie doppelt recht.
Elisabet Cantero arbeitet in einem Familienzentrum in einem sozialen Brennpunkt einer Großstadt. In der Serie Vater, Mutter, Kind auf ZEIT online erzählt sie regelmäßig von der Not vieler Mütter, Väter und Kinder in Deutschland.
- Datum 03.12.2007 - 05:57 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT online
- Kommentare 4
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Alle Jahre wieder, in der dunklen Jahreszeit, wird das schlechte Gewissen beruhigt. Die armen Armen. Da muß man doch was tun!Den Rest des Jahres dagegen verbringt man damit über zu hohe Steuern zu jammern (die armen Reichen!), den wirklich Armen die zu hohen Hartz- Sätze zu neiden (9€ Regelsatz pro Kind und Jahr für Spielzeug sind auch wirklich zu viel!), das Kastensystem im Schulwesen mit Zähnen und Klauen zu verteidigen (mein Kind soll nicht mit den Versagern in eine Klasse!), gegen auskömmliche Löhne zu wettern (Mindestlöhne, das ist der Untergang!) und sich in jeder Form immer mehr abzugrenzen.Dieses Land ist um diese Zeit ganz besonders unerträglich.
Naja, besser so als gar nichts, oder? Vom Schwadronieren wurde auch noch niemandem geholfen.
vielleicht könnten menschen wie herr l. und seine geschäftskollegen ja den finanzschwachen eltern mit einem (neben)job unter die arme greifen - das wäre zumindest eine etwas nachhaltigere hilfe zur selbsthilfe. so muss sich niemand beschämen lassen
Die Diskussion hier ist schon wieder irgendwie bezeichnend. Anstatt das man sich einfach mal freut, dass ein Mann, der scheinbar Unternehmer ist und somit den Mut hatte auf eigenes Risiko ein Unternehmen zu gründen, armen Kindern etwas zu Weihnachten schenken möchte, wird er direkt dafür verurteilt, dass sein Unternehmen nicht die Caritas ist und allen armen Leuten einen Job gibt. Bertolt Brecht hat mal in "Der gute Mensch von Sezuan" geschrieben, dass wenn man dem armen Mann den kleinen Finger reicht er einem gleich die ganze Hand abreißt. Dabei war Brecht ja nicht gerade als Freund des Kapitalismus bekannt.
Ich finde die Lösung die in diesem Artikel gefunden wurde wirklich mal gut und sinnvoll. Des Weiteren ist, meiner Meinung nach, auch am Verhalten des L nichts auszusetzen. Was ist so schlimm daran Geschenke zu verteilen?
Gruß
Mephisto77
____________________________________________________________ Mitleid gibt es umsonst, Neid muss man sich verdienen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren