Dass die Kinder erstickt wurden, sei allerdings erst das vorläufige Ergebnis der Obduktion, sagte Oberstaatsanwalt Uwe Wick am Donnerstag in Kiel. Wick ergänzte: "Eine Verabreichung von Schlafmitteln ist nicht auszuschließen." Die letzten toxikologischen Untersuchungen standen am Mittag noch aus.

Die 31 Jahre alte Mutter steht in dringendem Verdacht, ihre Söhne getötet zu haben. Das teilte die Polizei am Mittwochabend mit. Sie sei in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht worden. "Nach derzeitigem Erkenntnisstand dürfte das Motiv in einer psychischen Erkrankung der Frau zu suchen sein", hieß es. Die Mutter habe nach der Tat der Polizei selbst Hinweise gegeben.

Fälle getöteter Kinder wie in Schlewig-Holstein lassen sich nach Ansicht von Politikern auch durch staatliche Maßnahmen nicht völlig ausschließen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD), sagte am Donnerstag im ZDF- Morgenmagazin : "Politik wäre unehrlich, wenn wir sagen würden, solche Taten ließen sich mit absoluter Sicherheit verhindern." Er wies darauf hin, dass die Zahl der Morde in den vergangenen 100 Jahren etwa gleich geblieben sei.

Die Kinderbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Marlene Rupprecht, erklärte im RBB-Inforadio, gesetzlich gebe es keine Lücken. "Was wir brauchen, ist eine bessere Vernetzung vor Ort, des Gesundheitsdienstes, der Gesundheitsämter." Im Kinder- und Jugendhilfegesetz "steht ganz eindeutig drin, dass alle zusammenarbeiten müssen." Rupprecht räumte aber ein, dass man auch damit einen Fall wie den der möglicherweise psychisch gestörten Mutter in Darry in Schleswig-Holstein nicht ganz ausschließen könne.

Zum genauen Tathergang würden zunächst keine Angaben gemacht, sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Uwe Wick. Der NDR berichtete, nach ersten Informationen seien die Kinder mit Tabletten vergiftet und danach mit einer Plastiktüte erstickt worden. Polizei und Oberstaatsanwalt Wick wollten die Vergiftung noch nicht bestätigen.

Nach Medieninformationen soll Lehrern der örtlichen Grundschule ein verwahrloster Zustand der beiden älteren Kinder aufgefallen sein. So seien sie ohne Jacke oder mit alten Pausenbroten in der Schule aufgetaucht. Medienberichten zufolge war das Jugendamt informiert. Es habe die Familie am Mittwoch aufsuchen wollen, weil die Kinder nicht in die Schule gekommen waren.