Russland Putin sichert seine Macht
Die Partei des Präsidenten Wladimir Putin hat die Parlamentswahl in Russland haushoch gewonnen. OSZE und Europarat bezeichnen den Urnengang als "nicht fair", die Opposition berichtet von Manipulationen
Überwältigender Sieg der Partei "Einiges Russland" bei der Wahl zur russischen Staatsduma: den vorläufigen Ergebnissen zufolge erhielt die Regierungspartei 64,1 Prozent. Weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz landete die oppositionelle Kommunistische Partei mit 11,7 Prozent. Zwei weitere Parteien schafften ebenfalls den Sprung über die Sieben-Prozent-Hürde, darunter die Putin-treue Partei "Gerechtes Russland". Damit verfügt der Präsident weiterhin über eine Zweidrittelmehrheit im Parlament.
Putin hatte bei seiner Stimmabgabe gesagt, die Russen sollten die Menschen wählen, denen sie vertrauten. Der Kremlchef äußerte sich nicht zu der Frage, ob er noch vor Ablauf der Amtszeit als Präsident sein Abgeordnetenmandat wahrnehmen wolle. Erstmals wurden die 450 Sitze in der Duma nur über Parteilisten vergeben, zuvor war die Hälfte der Sitze an direkt gewählte Abgeordnete gegangen. Die Sperrklausel wurde von fünf auf sieben Prozent angehoben.
Das Wahlbeobachtungsbüro der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und der Europarat haben den Verlauf der Parlamentswahl in Russland scharf kritisiert. Die Wahl sei zwar gut organisiert gewesen. Es habe aber erhebliche Wettbewerbsbeschränkungen gegeben, teilte die gemeinsame Beobachtergruppe beider Organisationen am Montag in Moskau mit. Zudem sei die Wahl nicht fair gewesen und hätte vielen Standards und Vorgaben der OSZE und des Europarats für demokratische Wahlen nicht entsprochen.
Die OSZE hatte im Streit mit Russland auf die Entsendung von Vertretern verzichtet. Die Parlamentarische Versammlung der Organisation hatte jedoch eine Abordnung von rund 40 Beobachtern nach Russland geschickt.
Auch die russische Opposition hatte über massive Behinderungen geklagt. Die Kommunisten kündigten eine Anfechtung der Wahlergebnisse an. In einigen Regionen seien zusätzliche Wahlzettel in großer Zahl in die Urnen geschleust worden, berichtete der Parteivorstand. Zudem hätten Wahlbeobachter den massenhaften Missbrauch von Berechtigungsscheinen moniert, mit denen größere Gruppen von Wählern angeblich gleich in mehreren Wahllokalen ihre Stimme abgaben.
Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, Gordon Johndroe, forderte Russland auf, "diese Vorwürfe zu untersuchen". Die US-Regierung habe sich bereits vor der Abstimmung besorgt über Einschüchterung der Opposition, unfaire Berichterstattung in staatlichen Medien sowie über staatliche Hilfen für die Kremlpartei Geeintes Russland geäußert.
- Datum 03.12.2007 - 12:26 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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anstatt die Farce einer Wahl durch zu fuehren.Denn dass es bei dieser Wahl nicht unbedingt legal vorging ist wohl jedem klar.
Da hat sich wohl Putin den George W. als Vorbild genommen @ Vorkommentator?
"Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie." (Joh 8,7)
Schwierig war es für die Deutschen nach dem 1.WK eine demokratische Ordnung zu etablieren - wie soll es da den Russen gehen, mit einer diktatorischen Tradition, die sie über Jahrhunderte geprägt hat? Demokratie beginnt in den Köpfen, was wir noch gegenwärtig im eigenen Land spüren können - politische Kultur im Osten geht gen Kontinuität altbekannter Strukturen. Lösungen für manipulierte Wahlen zu finden, scheint mir nicht ausschließlich über deren Kontrolle zu funktionieren...
FREI
Kann mir jemand helfen ? Welches politische Programm hat Kasparow für Russland ? Warum hat ihn keine der Parteien der "wirklichen Oposition" in ihre Reihen aufgenommen ? Vielleicht hätte dann Jabloko doch statt 1,2 % 25 % der Stimmen bekommen. Mit den Bolschewisten war wohl nicht viel zu erreichen. Wie haben ja deshalb auch in den letzten Tagen vor dem 03.10. die Bilder, auf denen er unter wehenden Fahnen zu sehen war, nicht mehr zu sehen bekommen.
...irgendjemand noch an Florida 2000. Was hat die große Weltpolitik eigentlich dazu gesagt? Wurden bei der Wahl des US-Präsidenten nicht afroamerikanische Gruppen nachweislich unter Druck gesetzt? Wurden die Stimmzählungen nicht nachweislich 'unseriös' abgehalten? Wurde die Wahl gar gefälscht?Und schon kommt der böse 'Ivan' zurück auf die Weltbühne, ist alles falsch, alles undemokratisch und alles verlogen. Ich habe russische Verwandte, welche in der Wahlkabine die Wahl hatten. Keine Instanz hätte sie gehindert!
Der (offensichtlich redaktionelle, da ohne Unterschrift des Autors) Artikel rehit sich würdig ein in die Reihe der besserwisserischen Ergüsse der vergangenen Tage (auch in der ZEIT).Daß stets mit zweierlei Maß gemessen wird, sind wir schon gewohnt, aber hier wird aus ALLEM etwas Negatives gemacht: Putin fordert auf, Menschen zu wählen, denen man vertraue - was ist das anderes als die bei uns schon "normale" Personenwahl statt der Programmwahl?"Zwar" sei "die Wahl gut organisiert" gewesen, aber ... sie sei auch "nicht fair" gewesen und "hätte vielen Vorgaben ... nicht entsprochen" - könnte mir einer der Klugschnacker mal eine einzige Parlamentswahl hier im Westen zeigen, bei welcher die "vielen Standards
und Vorgaben der OSZE und des Europarats" eingehalten wurden?Warum hat die OSZE auf die Entsendung von Beobachtern verzichtet - damit man hinterher um so leichter über die angeblichen Unregelmäßigkeiten herziehen kann?Und gerade die US-Amerikaner wollen den Russen beibringen, wie richtige Wahlen aussehen? Schon vergessen, wie GWB zweimal an die Macht geschwindelt wurde?Daß die Wahl für Herrn Polenz keine"in unserem Sinne" gewesen sei, kann man sich lebhaft vorstellen, allein das Ergebnis muß ihm die Zornesröte ins Gesicht getrieben haben: wie kann man nur...!Und daß "der Westen bereits vor den Wahlen vor Unregelmäßigketien gewarnt" hat, sind wir ja aus den Zeiten des Kalten Krieges sattsam gewohnt: man warnt schon vorher, weil man weiß was passieren wird - aber man hat wenigstens gewarnt. Toll!Ich finde, der Tiefgang der ZEIT-Beiträge zum Thema Rußland läßt beängstigend nach - als ob zu diesem Thema nur eingefleischte Antikommunisten zu Wort kommen dürfen. Das ist niveaulos.
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