Musik-Downloads MP3 for freeSeite 2/2

Bei der umworbenen Zielgruppe kam all dies offenbar nicht besonders gut an. Spiralfrogs Quartalsbilanz offenbart, dass die Firma in den vergangenen drei Monaten gerade mal 20.000 US-Dollar mit Werbung umgesetzt hat. Dem stehen Ausgaben in der Höhe von 3,4 Millionen US-Dollar gegenüber. Spiralfrogs Zukunft gilt seitdem als ungewiss.

Trotz derartiger Fehlschläge ist das Interesse an werbefinanzierter Musik weiter groß. So startete der bekannte US-Blogger Peter Rojas im November eine Website namens Rcrd Lbl , die sich ebenfalls an der Kombination von Musik und Werbung versucht.

Rcrd Lbl sieht auf den ersten Blick wie das typische Weblog eines Musik-Enthusiasten aus. Der Unterschied: Rojas beteiligt Bands wie Sigur Ros oder Maximo Park an seinen Werbeeinnahmen und bekommt dafür im Gegenzug exklusive Aufnahmen. Bisher handelt es sich dabei zumeist noch um einzelne MP3-Kostproben, doch im nächsten Jahr sollen auch ganze Alben folgen.

Peter Rojas glaubt jedoch nicht, dass Rcrd Lbl den Verkauf von CDs oder Downloads komplett ersetzen kann. „Die Musikwelt verändert sich“, erklärt er. „Musiker werden viele verschiedene Einnahmequellen besitzen. Unsere Lösung ist nur ein kleiner Teil eines sehr großen Puzzles.“

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Leser-Kommentare
    • ttob
    • 12.12.2007 um 20:50 Uhr

    ...ich kaufe immer noch gerne CD's, aber 10+ Euros gebe ich nur für Sachen aus, die ich wirklich unbedingt will und schonmal gehört habe. Da das Radio seine Aufgabe, neue Musik zu vermitteln, nicht mehr annähernd erfüllt, trifft das halt immer seltener zu. Bei Preisen unter 5 Euro kaufe ich dagegen auch mal einfach so, zum probieren. Zum Beispiel habe ich kürzlich für ca. 50 Euro 10 verschiedene CD's bei nixgut.de gekauft. Voller deftiger deutscher Punk, auch viel Schrott, aber es hat sich trotzdem gelohnt. Umso besser wenn die Bands oft sogar eine kurze Titelvorschau irgendwo haben.Interessante weitgehend unbekannte Bands findet man nämlich schwer bei p2p, außerdem unterstütze ich solche Bands lieber als einen Williams oder eine Spears.

  1. Als unmittelbar Betroffener (nämlich Musiker) möchte ich auch mal ein Statement zu diesem Thema abgeben:Sicherlich bringt es der Musikindustrie nichts, wenn sie jahrelang in Tränen ausbricht, weil illegal Songs downgeloaded werden, CDs kopiert werden usw. Das Problem ist als solches bereits seit der Kassette bekannt und wurde durch  die Einführung der CD nur verschoben anstatt beseitigt. Auf dem Klangart Kongreß '99 ist wurde dies bereits umfassend thematisiert - Lösungsstrategien existieren bisher nicht bzw. nur in einem Maße, der als Teststrategie zu werten ist.Prinzipiell läßt sich sicherlich wenig ausrichten "gegen" ein Publikum, welches ohne mit der Wimper zu zucken den Supermarkt nebenan ausräumt, weil es eben alle machen und weil es eben geht. Der Diebstahl von Musik ist ganz offensichtlich common sense. Ich bin mehrfach angefeindet worden, weil ich dafür eingetreten bin, für Musik Geld zu verlangen. Der Diebstahl wird IMMER günstiger sein, als der legale Download - unabhängig davon, was er kostet. Solange dies so bleibt, haben Musiker/Künstler/Labels schlechte Karten.Allerdings möchte ich auch meinem Vorredner in gewisser Weise beipflichten. Ich habe als Jugendlicher (1985) Schallplatten gekauft für zumeist 14-15 DM sprich 7-8 Euro. Ich empfand das damals als durchaus legitimen Preis, konnte ich mir doch hin und wieder eine neue Scheibe leisten. Manchmal mußte ich auch teurere Platten kaufen (für 20-22 DM), aber die meisten lagen in dem zuvor genannten Umfeld. Rechnet man eine Inflationsrate von durchschnittlich 2.5% in den Preis lägen wir jetzt bei ca. 12,90 Euro für eine CD bzw. pro Medium.Die CD wurde damals aufgrund der neuen Features (besserer Klang, direkte Titelanwahl) zu einem doppelt so hohen Preis eingeführt. Seitdem hat sich der Preis kaum erhöht, allerdings liegt der Preis - wie man sieht - für eine Neuveröffentlichung immer noch über dem, der damals genommen wurde. Das Medium spielt bei der Preisgestaltung eine sichtlich untergeordnete Rolle, denn das Teuerste ist sozusagen der Künstler und das mit ihm eingegangene Risiko.Es gibt jedoch auch etwas Positives zu vermelden: durch den direkten Weg, den Musiker heute bei der Veröffentlichung nehmen können, ist es ihnen möglich zu einem größeren Teil an der Veröffentlichung zu partizipieren. Dadurch kann aus Sicht des Musikers, das Album tatsächlich günstiger gemacht werden (solange es als .mp3 angeboten wird und die Produktionskosten somit mehr oder weniger entfallen (mal  von Gema und Transfergebühren abgesehen)). Es stellt sich eben nur die Frage, ob das Publikum diesen Preis bereit ist zu zahlen, oder ob Musik nicht gänzlich "wertlos" im kapitalistischen Sinne wird und einzig und allein das Live-Erlebnis (teuer) bezahlt wird. Dann wären wir meiner Meinung nach wieder im 19. Jahrhundert.Björn SchoepkeMusikwissenschaftler MAwww.sampleparkrecords.de

  2. Eigentlich sollte die MI aus den Erfahrungen anderer Unternehmen gelernt haben und verstehen, dass man mit viel Werbung - sei es im Bereich Musik oder TV - keine großen Erfolge erzielen kann. Der Kunde ist mehr als genervt von Dingen, die er wegklicken, leiser stellen oder gezwungenermassen anhören muss. Gibt es Alternativen, ist er weg.
    Das Verhalten der heutigen Generation von Musikkunden kann man nicht mehr mit dem der einstigen Platten und CD Käufer vergleichen. Musik ist heute nicht mehr eine neue Erfahrung, oder ein Ausdruck, sondern etwas, was alle hören und was man sofort haben muss. Die wollen nicht lange warten, weil die Titel Morgen schon wieder out sind. Das schnellste Medium ist also das Internet. Wer als erstes den Song hat, der ist angesagt. Er tauscht dann mit seinen "Freunden".
    Um die richtigen Songs zu hören, wollen die Kids testen. Empfehlungen von ihren Freunden bekommen und dann selbst weiterempfehlen. Früher hat man dazu sein LP verliehen, heute sagt man wo die Songs zu finden sind, oder schickt sie gleich selbst. Dann hat sie Jeder. Sie sind frei erhältlich und warum dann noch zahlen?
    Die Künstler haben das bereits verstanden. Sie schaffen ihren eigenen Vertriebsweg und den direkten Kontakt zu ihren Kunden. Sie gehen wieder auf Konzerte, denn das Einzige, wofür die Menschen richtig viel Geld zahlen, ist die Nähe zu ihren Idolen. Die Musikindustrie ist im Wandel, sie hat viel zu lange versucht an alten Methoden festzuhalen und wird dafür jetzt bestraft.
    Aber der Wandel bringt auch Neues. Wenn man bereit dafür ist.

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