Libanon Spur der Verwüstung
Mitten in der schweren Krise im Libanon wird ein hochrangiger Armeegeneral durch einen Bombenanschlag getötet. Wer steckt dahinter?
Wieder hat ein Attentat in dem fragilen Zedernstaat Verwüstungen hinterlassen. Schmerzlich erinnern die Bilder von brennenden Autos, Toten und Verletzten im christlichen Beiruter Vorort Baabda die Libanesen an vorangegangene Anschläge wie jenen auf den ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri im Februar 2005.
Am frühen Mittwochmorgen, mitten im Berufsverkehr, explodierte eine Bombe in der Nähe des Präsidentenpalastes und tötete den Brigadegeneral François al-Hadsch gemeinsam mit vier weiteren Soldaten. Al-Hadsch hatte das Oberkommando während des Sommerkrieges mit Israel im vergangenen Jahr und galt als möglicher Nachfolger von Armeechef Michel Sleiman, der für den seit Ende November unbesetzten Posten des Staatschefs vorgesehen war.
Seit knapp drei Jahren bereits erschüttert eine Serie von Anschlägen auf Politiker und Journalisten das Land. Viele Libanesen vermuten Syrien als Drahtzieher hinter den Anschlägen, und Indizien scheinen auch dafür zu sprechen. Die Attentate sind für die Libanesen eine stete Erinnerung daran, dass ihre Politik nicht nur in Beirut, sondern auch vom Nachbarland Syrien gemacht wird, das seine Truppen im Mai 2005 zurückziehen musste.
Da der Anschlag inmitten der schwersten Staatskrise seit dem offiziellen Ende des Bürgerkriegs 1990 fällt, stellen sich nun nicht nur die Libanesen die Frage, welche politische Botschaft hinter dem Anschlag steckt. Ist der Anschlag der Versuch einer weiteren Eskalation der Krise? Wie ist die Tatsache zu interpretieren, dass er in unmittelbarer Nähe zum Präsidentenpalast stattfand? Oder die, das sich in Baabda auch mehrere ausländische Botschaften befinden? Eine Warnung an die pro-westliche Regierung unter Führung des Ministerpräsidenten Fuad Siniora etwa?
Bislang gibt es nur Mutmaßungen. Der zum Großteil von Christen bewohnte Beiruter Vorort Baabda liegt leicht erhöht in den Bergen. Von hier aus lassen sich die Geschehnisse in der Hauptstadt Beirut überblicken. Und dort kriselt es gewaltig. Einen Tag nur vor dem Anschlag verpuffte die Hoffnung auf einen Kompromiss zwischen den beiden rivalisierenden politischen Lagern, zwischen der westlich-orientierten parlamentarischen Mehrheit und der von der schiitischen Hisbollah geführten pro-syrischen Opposition. Beide Seiten kehrten wieder zu ihren ursprünglichen Maximalpositionen zurück, eine Lösung scheint jetzt kaum noch denkbar.
- Datum 12.12.2007 - 07:21 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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Hi @ll
Es gibt zwei Nutznieser einer Katastrophe im Libanon.
1. Syrien
Es gibt dort mehr wie einen Politiker der der ehemaligen Kolonie Libanon nachtrauert.
2. Hisbollah
Sie nutzt das Chaos für ihre eigenen Ziele, langfristig wollen sie einen Gottesstaat nach dem Vorbild des Iran.
Beide haben nicht das geringste Interesse daran das der Libanon friedlich und selbstbestimmt seinen Weg geht.
Gruss
Rene
Sollte diese These stimmen, dann kann man den Westen nur verfluchen. Zwar ist bekannt, dass neben der offiziellen Haltung der USA und seiner Verbündeten gegenüber Syrien noch andere, sehr enge inoffizielle Kontakte zwischen diesen bestehen, wenn es darum geht, westliche "Terroristen" in syrischen Folterkammern zu verhören.Da der Libanon außer Menschen nicht viel zu bieten hat, kann man ihn leicht als Bauernopfer den Schlächtern hinwerfen. Doch ob mit dieser scheinheiligen Politik langfristig Freunde im Nahen Osten gewonnen werden können, damit dieser endlich zur Ruhe kommt, wage ich zu bezweifeln. Denn Opfer hat es in diesem schmutzigen Spiel schon bisher mehr als genug gegeben.
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