Rechtsextremismus Schluss mit Bagatellisierung!
Deutschland braucht einen nationalen Aktionsplan gegen den braunen Ungeist und die grassierende rechte Gewalt
Fast acht Jahre hatte das politische Brandenburg nach der Einheit gebraucht, um zu erkennen, dass das Land wachsender rechtsextremer Gewalt nicht länger tatenlos zusehen darf. Seit 1998 wird hier versucht, mit Einrichtungen wie „Tolerantes Brandenburg“, dem Institut für Gemeinwesenberatung und den ihm angeschlossenen mobilen Beratungsteams gesellschaftlichen Boden zurückzugewinnen, der bis dahin der rechten Szene kampflos preisgegeben war. Es war kurz vor zwölf, als das Ruder endlich herumgerissen wurde - gerade noch rechtzeitig, um zu verhindern, dass Brandenburg endgültig als Revier der Neonazis in Deutschland verrufen sein würde.
Wie viele abwiegelnde Äußerungen wären etwa dem brandenburgischen Innenminister Schönbohm (CDU) vorzuhalten, ehe er zur richtigen Einsicht fand: „Das Erstarken rechtsextremistischer Parteien und Vereinigungen stellt alle demokratischen Kräfte vor die schwierige Aufgabe, sich mit diesem Phänomen auseinander zu setzen und Stellung zu beziehen. Die konsequente Bekämpfung von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus ist daher mehr denn je zentrale Aufgabe von Staat und Zivilgesellschaft.“
Also Schluss mit Bagatellisierung! Wir müssen die kulturelle und demokratische Hegemonie in den zunehmend entvölkerten ländlichen Räumen des Landes zurückgewinnen. Brandenburg ist ein armes Land, doch es gibt Geld aus für diese harte, aber notwendige Auseinandersetzung. Es ist Vorreiter unter den ostdeutschen Bundesländern. Nur mühsam reift in den anderen Landesmetropolen die Bereitschaft zuzugeben, dass es auch dort ein rechtsextremes Problem gibt. Es lohnt für alle Länder, auf Brandenburg zu sehen und in die gleiche Richtung zu gehen.
Die Äußerungen Schönbohms stehen im Vorwort des Handbuches „Rechtsextremismus in Brandenburg“, in dem das Ergebnis einer einjährigen Forschungsarbeit zur Prävention von Rechtsradikalismus zusammengefasst ist. Es wurde vom Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam herausgegeben. Die Arbeit ist eine wichtige Basis dafür, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass das Land dabei nicht alleingelassen werden darf. Zu viel ist möglichst kurzfristig und möglichst gleichzeitig anzupacken.
So leidet Brandenburg wie andere Ost-Länder unter einem rapiden Bevölkerungsschwund, der in Zukunft noch zunehmen dürfte. Denn in der Folge des demografischen Wandels dünnen die Schülerjahrgänge drastisch aus. Bei gleichbleibender Ost-West-Wanderung wird die Bevölkerung in den ostdeutschen Ländern bis 2050 um rund ein Viertel sinken, die Zahl der Erwerbstätigen würde sich halbieren. Schon jetzt veröden ganze Stadtteile in vielen Städten, der Rückbau beginnt. Der Wohnungsleerstand wird mit der Abrissbirne beendet.
Mit der Schließung der Schulen, für die es zu wenig Schüler gibt, wächst die Bildungsferne für den Nachwuchs, der nicht selten eine bis anderthalb Stunden bis zum nächsten Schulzentrum unterwegs ist. Jedes Jahr verlassen einige Tausend Schulabgänger auch in den neuen Ländern die Schule ohne Abschluss. In ganz Deutschland summiert sich die Zahl derer, die ohne Chancen ins Berufsleben starten, auf mehr als 80.000. Viele von ihnen scheitern als halbe oder ganze Analphabeten gleich nach der Schule auf dem Arbeitsmarkt.
- Datum 14.12.2007 - 03:38 Uhr
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Nun beinahe schon wöchentlich Gesetze erlässt, die den demokratischen Rechtsstaat aushöhlen, in Heiligendamm dafür sorgt, dass friedliche Demonstranten in Stahlkäfige gesperrt und mit einem Zaun Kilometerweit vom Tagungsort ferngehalten werden, Polizeieinheiten als Randalierer unter die Menge gemischt werden um die Protestbewegung staatlicherseits zu diskreditieren, dann kann man wohl kaum erwarten, dass aus deren Hirnen ein demokratiepolitisch vertretbarer Umgang mit Rechtsextremisten rauskommt. Eher wird man noch mehr Gesetze zu Bespitzelung und Drangsalierung der Allgemeinheit beschliessen und sich freuen, dass man ein neues Argument - neben dem "Terroristen" nun eben auch den "Rechtsextremisten" - anführen kann.Die Rechtsextremisten - oder soll ich besser sagen - Faschisten und Demokratiefeinde - sitzen nicht in den Sozialwohnungen in Ostdeutschland sondern im Bundestag und in Brüssel.Rechtsextremismus wie im übrigen auch Fundamentalismus ist lediglich die unreflektierte Reaktion auf eine systematische Ungerechtigkeit.
Hi @ll
Ich wäre mit dem Autor dieses Artikels einverstanden, wenn er die braune Brille mal absetzen würde.
Das erstarken der "Rechten" ist eindeutig ein Ergebnis des restlosen Versagens der sogenenannten "Demokraten".
Oder was glauben sie (die "Demokraten") wie es bei Einheimischen
ankommt wenn ihnen auf der "Arbeitsagentur" gesagt wird, "Gehen Sie
doch ins Ausland" und gleichzeitig schwadronieren links/grüne
"Politiker" von noch mehr Einwanderung?
Oder eine Politikerin der "Grünen" imSuff unumwunden zugibt, "das sie seit 15 Jahren Politik für die Türkei macht"?
Bürgerprotest (Köln, Moscheebau) gnadenlos ignoriert wird, die
"Integrationsbeauftragte" auf einer Bürgerversammlung den Einheimischen
zuruft *wenn es ihnen nicht passt, dann müssen sie halt gehen*( die
Frau kommt aus dem Iran).
Solange jeder als Nazi abgewatscht wird der dem Multi-Kulti Wahn nicht
frönt, ist mir das Gequengel dieser Berufsbetroffen/empörten restlos
egal.
Gruss
Rene
All die gutgemeinten Aktionen werden sicher nicht viel ändern, auch wenn es wichtig ist überhaupt Alternativen aufzuzeigen.Das Problem ist doch, dass obrigkeitsinduzierte Aktionen, Organisationen, Werbung mit allzu klarer Message einfach ignoriert und als lästige Propaganda abgetan werden. Zumindest habe ich immer so gefühlt. Wenn man was erreichen will, muss man den braunen Parteien das Wasser abgraben und den Jugendlichen tatsächliche Alternativen anbieten. Auch eine bürgernahe Politik kann Misstrauen überwinden, leider nimmt diese Politik im selben Maße ab, wie man die Bevölkerung als rechts empfindet. Wahrscheinlich aus Angst und Vorurteilen, denn wer einmal als "rechts" eingestuft ist, wird automatisch dämonisiert und nicht mehr ernst genommen.
...doch letztendlich eine Strategie alte Feindbilder zu bestaetigen, um von den wirklichen Problemen abzulenken und zu polarisieren. Erinnert mich ein bisschen an das angestaubte Feindbild Atomkraft, dass immer wieder von den Gruenen und Greenpeace hervorgekramt wird. Ich hab das Gefuehl, das ist systematisch (gerade von Politkern aller Couleur) so gewollt, damit sich die Denkmuster in den Koepfen der Leute nur ja nicht aendern. Mit boesen Worten koennte man das auch Propaganda nennen. Also was Rechtsradikalismus erzeugt (oder zumindest viele zu Mitlaeufern macht) sind doch im Osten ganz klare Strukturprobleme oder nicht? Immer weniger Betriebe und Arbeitsplaetze, rasant sinkenden Geburtenraten und eine Homogenisierung der Bevoelkerung zur Unterschicht hin, die durch massive Abwanderung erzeugt wird. So natuerlich sehen das auch Politiker. Eine Antwort haben sie nicht also muss man ablenken. Ist doch ganz einfach oder nicht?Hannes
Man wird Herrn Heye kaum widersprechen können - es braucht selbstverständlich einen nationalen Aktionsplan gegen rechte Gewalt. An medialer Präsens fehlt es dem Thema ja wahrhaftig nicht. Dem müssen mehr konkrete Aktionen folgen. Das Abhalten von Kongressen, das ununterbrochene Dokumentationen Senden - schöne Worte, schockierende Bilder, aber am Thema vorbei. So wird man die Menschen, die bereits in dieses Milieu abgedriftet sind nie erreichen. Sie sehen sich durch diese - aus ihrer Sicht - Propaganda ja noch bestätigt in ihren antidemokratischen Ansichten.
Nein, es ist der direkte Kontakt, der gesucht werden muss und über den eine Aufklärung stattfinden kann. Aufklärung - als Ausgang aus einer selbst verschuldeten Unmündigkeit - ist hier bewusst gewählt, denn nichts anderes ist ein Mensch, der die Löchrigkeit rechter Ideologien nicht erkennt. Von "selbst verschuldet" zu sprechen wäre allerdings falsch, denn es ist die Aufgabe des sozialen Umfelds, der Schulen, der Gesellschaft an sich dem Menschen zum Ausgang aus seiner Unmündigkeit zu führen.
Bildung ist auch ein schönes Wort und zwar eines, dass wie kein anderes nach konkreten Aktionen ruft. Gerade wenn das soziale Umfeld zum sozialen Brennpunkt sind bildungstechnische Massnahmen nötig. Diese dürfen jedoch nicht isoliert auf eine "Problemgruppe" zielen, sondern müssen vielmehr das gesamt soziale Spektrum zusammenführen. Wie sonst einen der höchsten Werte der Bildung, die Toleranz, lehren? Es ist daher auch unsinnig die rechte Gewalt isoliert zu bekämpfen. Was ist mit der linken Gewalt? Mit der Gewalt von Ausländern gegen Ausländer? von Ausländern gegen Deutsche? von Deutschen gegen Deutsche? von Eltern gegen Kinder? Männer gegen Frauen?... All das findet sich doch - nicht nur, aber verstärkt - in den angesprochenen Brennpunkten wider. Man kommt nur miteinander zu einem friedlichen auf Toleranz fussenden Miteinander.
Man kann fehlende Bildung natürlich nicht per se zur einzigen Ursache von Intoleranz und Gewalt machen. Armut, Frustration, ein gewaltätiges Umfeld, Drogen etc. sind auch wichtige Faktoren. Jedoch erscheint mir Bildung ein richtiger Ansatz für die meisten dieser Faktoren zu sein.
Herr Heye erkennt doch selbst, daß es sich bei dem Problem extremistischer Gewalt um ein soziales Problem handelt. Wie passen in diese m.E. richtige Diagnose dann diese "mobilen Beratungsteams" usw. die ich eher als eine Ausgeburt des Aktionismus sehe? Was nützt auch so ein Verein wie "Gesicht zeigen" wenn er die eigentlichen Probleme nicht löst? Sollen soziale Verschiebungen und gesellschaftliche Entwicklungen, die solche Auswüchse überhaupt erst ermöglichen, dann in Zukunft mit Lichterketten wegdemonstriert werden?
Nach den letzten grausamen Ereignissen und der nun gelaufenen Gerichtsverhandlung mit den lächerlichen Strafmaßen, die sich z.T. unter denen eines Verkehrsdeliktes bewegen, vergeht einem das Interesse gegenüber diesen Kriminellen besondere Aufmerksamkeit walten zu lassen.
Nach den letzten grausamen Ereignissen und der nun gelaufenen Gerichtsverhandlung mit den lächerlichen Strafmaßen, die sich z.T. unter denen eines Verkehrsdeliktes bewegen, vergeht einem das Interesse gegenüber diesen Kriminellen besondere Aufmerksamkeit walten zu lassen.
Soll das jetzt ein Aufwärmen der No-Go-Area-Geschichte sein? Das wäre albern! Oder ein Zurückrudern bei gleichzeitigem Anbiedern. Die einst Geschmähten werden es wahrscheinlich nicht danken, Hr. Heye.Wissen Sie, Hr. Heye, es gibt sehr viele Menschen, die sich direkt auf der Straße, unter Einsatz ihrer Gesundheit, gegen Rechtsextremismus engagieren. Was meinen Sie, wie angenehm es ist, den Frust und die Aggressionen zu erleben, welche von Rechtsextremen immer dann ausgehen, wenn gut bezahlte, weltfremde Von-oben-herab-Gucker wie Sie mal wieder ihre Meinung zum Besten gegeben haben.
hoffentlich nicht!Wie konnte Hitler stark werden? Er unterstützte die Arbeitslosen, er gab Ihnen Arbeit, und damit die Würde zurück, die Menschen konnten ihre Familien ernähren und dankten es dem, der das ermöglicht hatte. Die anderen Parteien waren tatenlos. Wie heute. Und die Kassandrarufe? Die machen die Nationalisten nur noch stärker. Es gibt bereits genügend, die durch die Nationalisten wieder ihre Würde gefunden haben. Es geht dabei nicht darum, daß die Leute Geld geschenkt bekommen, wie kann jemand seine Würde wahren, wenn er seiner Familie sagt, der Lebensunterhalt wurde ihm geschenkt? Wenn man seinen Lebensunterhalt erarbeitet hat, nimmt man mit Stolz den Lohn. Das verstehen einige nicht. Andere Extremisten, welche lieber die Zustände von vor 1989 hätten. Brot für Arbeit, daß wäre Gebot der Stunde, rasch! Aber solange Arbeitsplätze abgesiedelt werden um des lieben Gelds wegen..... . Und gleichzeitig schreien Sanierer nach billigen Arbeitern aus dem Osten. Die Schreier sollten Geschichte lernen, so den Zeitraum von 1918 - 1939, da ist alles dabei, was heute abläuft. Des weiteren würde ich nicht so laut anprangern, und somit Gratiswerbung für Extremisten machen, sondern ihnen den Boden = Leute entziehen, Arbeit geben, Zukunftsaussichten. Das sollte vor allem den Politkern und Industriebossen&Aktiengesellschaftern einiges wert sein, sonst wird die Zeche in einigen wenigen Jahren gigantisch sein.
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