Atomkraft Höheres Krebsrisiko?Seite 2/2

Der niedersächsische SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner verlangte: "Kommt eine Studie zu dem Ergebnis, dass Atomkraftwerke aufgrund ihrer Strahlung gesundheitsschädlich sind, müssen alle Atommeiler in Deutschland sofort abgeschaltet werden." Der frühere Landesumweltminister verwies im Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa auch auf die rätselhaften Leukämie-Fälle in der Elbmarsch in der Umgebung des Atomkraftwerks Krümmel und des Forschungskernreaktors in Geesthacht in Schleswig-Holstein.

Zurückhaltend äußerte sich die Unions-Fraktionsvize Katherina Reiche. Man werde sich die Studie genau ansehen müssen, sagte sie der Tagesschau . Sie äußerte jedoch auch den Eindruck, dass die Studie Antipathien gegen Kernkraft schüren solle. Angelika Brunkhorst, Sprecherin für Reaktorsicherheit der FDP-Bundestagsfraktion warnte davor, eine irrationale Debatte zur Kernenergie anzuheizen.

 
Leser-Kommentare
    • Crest
    • 10.12.2007 um 15:59 Uhr

    Inhaltlich ist der Inhalt der Studie nicht wirklich einen Kommentar
    wert. Die Reaktionen diverser Politiker machen aber deutlich, dass man
    nicht einmal vor nacktem Obskurantismus zurückschreckt.
     
    Man ist
    sich einig, dass die Radioaktivität bei weitem nicht ausreicht, den
    statistischen Ausreißer zu erklären. Etwas anderes aber kommt bei
    Kernkraftwerken einfach nicht in Frage. Dennoch heißt es: "Diese Studie
    muss Alarm auslösen und kann nicht ernst genug genommen werden."
    oder:  Schon jetzt sei aber klar: "Niemand kann Entwarnung geben
    zu den Risiken von Atomkraftwerken." und zuallerletzt:  "Kommt
    eine Studie zu dem Ergebnis, dass Atomkraftwerke aufgrund ihrer
    Strahlung gesundheitsschädlich sind, müssen alle Atommeiler in
    Deutschland sofort abgeschaltet werden."
     
    Schon toll, wie die
    Realitäten hier zurechtgebogen werden. In der Quintessenz: Von der
    Strahlung her kanns nicht kommen, aber von den Kernkarftwerken muss es
    dennoch kommen. Nach dem Balkan-Konflikt vor wenigen Jahren gab
    es schon einmal einen analogen Hype: die verwendete Uran-Munition
    sollte dort (ebenfalls) Krebs ausgelöst haben. Von allen Medien wurde
    diese Nachricht (gedankenlos) verbreitet. Warum sage ich
    gedankenlos?  Weil die Auslösung der Krankheit etliche Jahre
    Vorlaufzeit hat und hier schon wenige Monate nach dem Konflikt die
    durch die strahlende Munition ausgelösten Krebsfälle aufgetreten sein
    sollen. Dass auch hier kein Wirkungszusammenhang bestehen konnte, hat
    keinen interessiert.
     
    Herzlichst Crest

  1. Der "Crest"-Kommentar hat sozusagen Marlboro-Man Niveau vom Stand 1970 - inzwischen hat sich eigentlich schon herumgesprochen, dass statistische Untersuchungen zu Risikofaktoren bzgl. Krebs nicht einfach nur statistische Ausreisser sind. Dass Lungenkrebs "vom Rauchen her nicht kommen kann" galt dank finanzstarker Lobbyarbeit als Gemeinplatz, schliesslich kannte ja jeder den berühmten 80jährigen Kettenraucher, der nie Krebs bekommen hat. Hier sollen nun an allen 16 Standorten gleichzeitig "statistische Ausreisser" erfolgt sein? Da wäre ein Fünfer im Lotto noch um einiges wahrscheinlicher.
    Zum Thema Uranmunition: Die Krebsrate bei Kindern im Irak stieg seit 1994 an, also 3-4 Jahre nach dem 1. Golfkrieg und nicht nach einigen Monaten. Von den Teilnehmern der Operation "Desert Storm" waren nach 10 Jahren 30% entweder tot oder amtlich invalidisiert (Zahlen des US Department of Veterans Affairs).

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