Klimaschutz Gehirn an!
Juchu! Ich kann das Klima retten, indem ich für fünf Minuten das Licht ausschalte. Wenn doch nur alles so einfach wäre...
Ich gestehe, ich bin ratlos. Soll ich am Samstagabend von 20.00 Uhr bis 20.05 Uhr alle Lichter löschen, wie mir eine ganz große Koalition von Greenpeace bis
Bild
ans Herz legt – als Botschaft an den Klimagipfel in Bali? Darf ich dann trotzdem
Tagesschau
gucken? Und ist es nicht für das Klima schädlicher, wenn ich stattdessen Kerzen anzünde?
Außerdem: Ich beziehe meinen Strom schon von einem Öko-Anbieter. Müsste ich da nicht sogar noch mehr Lampen anschalten, um den Verbrauch alternativer Energien zu fördern?
Vollends verwirrt mich, dass ein anderes, noch umweltbewegteres Bündnis dazu aufruft:
"Licht an - aber richtig!"
Ja, was denn nun? Abschalten oder anschalten?
Natürlich bin ich, wie inzwischen die meisten Deutschen und wahrscheinlich alle Menschen guten Willens, gerne dazu bereit, ja entschlossen, etwas gegen die Erderwärmung zu tun. Wenn die Fünf-Minuten-Lichtpause dazu beiträgt - bitteschön. Aber tut sie das wirklich? Wie viel Strom und vor allem: wie viel CO2 wird denn dadurch eingespart? Und wie viele werden mitmachen?
Nun muss ich sogar lesen
, dass die Stromversorgung durch die Aktion gefährdet ist und die Energiekonzerne eigens Kraftwerke vorhalten werden, damit, wenn die Lichter wieder angehen, sie nicht gleich alle wieder ausgehen. Wird also in Wahrheit gar kein Strom gespart, wenn er für fünf Minuten nicht gebraucht wird, sondern der elektrische Saft stattdessen in irgendwelchen Speicherseen geparkt, um dann hinterher wieder munter weiter zu fließen? Wenn das so wäre, würden ja womöglich meine bösen CO2-Emissionen nur ein winziges kleines bisschen verschoben...
Mmh. Ohnehin komme ich nicht umhin, dass mich das Ganze ein wenig an den mittelalterlichen Ablasshandel erinnert. Weil wir das ganze Jahr über umweltsündigen, gehen wir kurz vor Weihnachten in uns und tun für fünf Minuten mal etwas Gutes (aber ja nicht länger, sonst käme am Ende noch das ganze Samstagabend- Unterhaltungsprogramm durcheinander; schließlich ist auch
ProSieben
bei den Licht-aus-Klimarettern dabei!). Hinterher können wir dann mit besserem, beruhigtem Gewissen weiter die Erde aufheizen. Denn wir haben ja etwas GETAN!
Womöglich hat sich auch deshalb Greenpeace mal wieder an die Spitze der Bewegung gesetzt. Die verdienstvolle Organisation erfüllt seit vielen Jahren für uns eine zweifache bequeme Funktion: Stellvertretend für uns kämpft sie heroisch gegen die Meeres- und Umweltverschmutzung, und mit einer kleinen Spende kann ich das schöne Gefühl erwerben, dabei mitzukämpfen - ohne meinen Sessel verlassen zu müssen.
- Datum 08.12.2007 - 11:49 Uhr
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Ich frage mich auch, was das mit diesen 5 Minuten soll.Ich habe bis auf wenige Ausnahmen (Kühlschrank, Telefon) alle Elektrogeräte an Mehrfachsteckleisten mit Schaltern und bei mir ist tagsüber, wenn ich am Arbeitsplatz und nicht zu Hause bin, kein Fernseher, kein Computer, keine Stereoanlage, auf Standby - Alles ist ganz ausgeschaltet!Ist jetzt jemand, der in seinem Alltag nicht so verfährt aber die 5 Minuten total abschaltet, was ich nicht vorhabe, ein mehr klimabewusster Mensch als ich?
Aber diese Aktion ist auf bedauerliche Art lächerlich. Wer glaubt, die Leute durch "Sensibilisierungen" aufzurütteln, wird wohl enttäuscht werden. Denn dass heutzutage viele Europäer verstanden haben, dass Energiesparen zu einem neuen Lebensinhalt wird, scheint mir klar. Die relative Leere in ihren Portemonnaies macht es ihnen doch hinreichend deutlich. Das wahre Problem ist hingegen, dass es grundlegende Umwandlungen braucht, um die zukünftige Energie- und Klimakrise abzuwenden. So oder so wird es viel kosten und unsere Gewohnheiten in den kommenden Jahrzehnten sehr verändern. Die bevorstehenden, jetzt schon spürbaren Umwälzungen machen zuvielen Menschen hierzulande doch vor allem Angst. Fünf Minuten Licht ausschalten aber kostet nichts und beunruhigt auch niemanden wirklich. Zur Energiesparsamkeit ein leider sehr wenig zündender Beitrag!
Mir juckt die Faust, aber dicke, wenn ich unsere pomadigen, selbst
ernannten Luxus-Umweltschützer sehe. Wasser predigen, Wein saufen.Gucken
Sie Galileo für den Umweltschutz, kaufen sie einen Quadratmeter Wald,
rettet die Wale und die Kopfläuse, spült eure Joghurtbecher und
exportiert sie nach China, damit wir sie wieder zurückkaufen können,
und vor allem, esst weniger Fleisch, denn Schweinchen und Kühchen
pupsen viel und pupsen stinkt nicht nur, sondern macht auch viel CO2.
Und CO2 ist böse, weiß ja jedes Kind, sogar Verona Pups.Auch Sascha fährt Bahn, wenn er nicht gerade mal im Flugzeug oder Auto sitzt.Und
diese Politikerhorden, die wie Heuschrecken zu ihren Sitzungen fliegen,
aber bitte schön first class und vom Flughafen klimatisiert non-stop in
die schön kühlen Tagungsräume. Wie jetzt wieder auf Bali. Ausgerechnet
in Indonesien, dem größten Regenwald-Abholzerstaat weltweit.Und
was ist mit Travolta, Gates und Konsorten? Diese Reichen haben alle
einen Privatjet. Ich soll ein schlechtes Gewissen haben, weil ich
einmal im Jahr eingepfercht wie ein Legehuhn nach Mallorca fliege?
[...] (Bitte wahren Sie das Niveau. Die Redaktion / ft) Ich finde es nur schade, dass ich es mir nicht noch öfter leisten kann.Und
jetzt, die allerschlimmsten: dicke deutsche in dicken Autos, die
alleine schön im Stau stehen und sich noch aufregen, dass Sprit so
teuer ist. Warum soll die Allgemeinheit dafür büßen, dass Männer alle
eine fahrbare Penisverlängerung brauchen? Sollen sie sich doch einen
Kleinwagen kaufen. Aber nein, das hat zu wenig Fahrkomfort. Ja, klar,
und Arial wäscht jetzt noch reiner. Und der kleinste Golf hat mehr PS
als der erste GTI, von dem man Mitte der 70iger noch meinte, sowas
würde niemand brauchen. Tja, wie es ausschaut wird die Menschheit immer
dümmer.Aber ich gebe es ja zu, wenn ich das Geld hätte, ich
würde den dicksten Cayenne fahren, den ich bekommen könnte und an jeder
Ampel die Radfahrer mit meiner Nebelhupe zur Seite blasen, das Pack....
HUUUUUUUUUUUUUP! hahahahaUnd alle machen mit, auch Pro7, gestern
noch Red-Nose-Day gegen AIDS, heute für den Klimaschutz, morgen gegen
Hunger, dann wieder von vorn. Und immer schön Charity machenDabei
ist der Zug längst abgefahren. Der Klimawandel lässt sich nicht mehr
aufhalten, egal ob vom Menschen gemacht oder nicht. Also, lieber mit
den Wölfen heulen, sollen sich die nachfolgenden Generationen darum
kümmern, unsere Vorfahren hat das auch nicht groß gejuckt.In diesem Sinne, Guten Appetit and eat like a man, man!
Was für ein Schwachsinn. 5 min Licht aus. Das ist doch selbst von der PR-Seite her betrachtet Quatsch.Alle bitte am Samstag um 14 Uhr nach Berlin zur Demo für Klimaschutz ohne Wenn und Aber!Treffpunkt 14 Uhr Am Lustgarten (Berliner Dom)Weitere Infos: www.die-klima-allianz.de
Super geschrieben, habe mich köstlich amüsiert. Erinnert mich vom Stil her ein bisschen an Ginsberg´s Howl oder an Jack Kerouac.^^
Sehr schön geschrieben und sehr wahr. Ich werde meine 7(?) Watt-Energiesparlampe auch nicht aus machen, damit ich mich besser fühle. Es ist sehr bezeichnend, dass gerade die B-Zeitung an dieser Aktion mit macht. Genau die, die nichts machen will, nichts glauben will (nur mal dasd Dieckmann-Buch lesen), aber immer schön mit schwimmt. Allein um denen keinen Gefallen zu tun, werde ich eventuell sogar alle Lampen im Haus anmachen, auch die im Kühlschrank ;-)
Zur Zeit sind ja viele Shopping-Hopper auf den Weg nach New York,weil der Dollar so billig ist kann man so auf die schnelle mal für drei Tage zum Weihnachtsbummel dahin.Vielleicht geht diesen Klimakillern ein Licht auf wärend hier Umweltbewusste im Dunkeln munkeln.Frage:wie weit ist Mensch bereit sich selbst zu belügen ?
Ich glaube nicht, dass es wirklich hilft fünf Minuten das Licht aus zu machen, wie die Meisten hier. Dennoch denke ich, dass es hilft solche Aktionen zu starten so Sinnlos sie auch sein mögen. Ich mein auch der Autofreie Sonntag 1973 hat nicht wirklich das Problem gelöst aber der Bevölkerung klar gemacht das es ein Problem gab und das reicht eben schon. Also lasst doch die B.-Zeitung ihr Gewissen beruhigen und Greenpeace ein paar Spendengelder verschwenden. Wenn bei Pro7 fünf Minuten die Lichter ausgehen, dann produzieren die wenigstens 5 Minuten weniger, Sie entschuldigen die Ausdrucksweise, pseudo wissenschaftlichen Dreck. Also ich befürworte die Aktion auch wenn ich mich nicht beteiligen werde, weil ich Samstag um 20 Uhr nicht daheim bin und Straßenlaternen austreten eine Straftat ist.Wenn die Menschen in Deutschland (vor allem die Bild-Leser) dadurch auf das Problem aufmerksam werden dann ist das ein großer Fortschritt.
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