Managergehälter "Das ist keine Neiddebatte"

Bundeskanzlerin Merkel hat die Wirtschaft aufgerufen, die Debatte über hohe Manager-Gehälter ernst zu nehmen. Die Arbeitgeber wollen das beherzigen

Auf dem Arbeitgebertag in Berlin rief Merkel die Führungskräfte auf, die Diskussion nicht unter den Tisch zu kehren. Es gebe ein großes Unwohlsein in der Gesellschaft, wenn Manager erhebliche Risiken heraufbeschwören und dann ohne persönliches Risiko davonkämen.

Die Kanzlerin machte jedoch klar, dass sie gesetzliche Obergrenzen für die Bezahlung von Managern ablehnt. Stattdessen empfahl sie, die Vorschläge der «Cromme-Komission», die Regeln für gute Unternehmensführung ausgearbeitet hat, weiterzuentwickeln. Sie laufen vor allem auf eine stärkere Transparenz hinaus.

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Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt versicherte, dass die Wirtschaft Fehlentwicklungen bei Gehältern und Abfindungen für Manager ernst nehme. Es stimme nachdenklich, wenn der Eindruck entstehe, dass die Mitarbeiter mehr am Wohl ihres Unternehmens interessiert seien als Vorstände oder mancher Betriebsratschef, merkte Hundt auf dem Arbeitgebertag kritisch an.

Fehlentscheidungen von Managern, die ein Unternehmen bedrohten, dürften nicht mit Millionen-Abfindungen abgegolten werden. Gesetzliche Regelungen seien aber falsch. «Wer glaubt, das per Gesetz regeln zu können, ist auf dem Holzweg», sagte Hundt. Insgesamt gehe die Wirtschaft verantwortungsvoll mit Managergehältern um. Im internationalen Vergleich seien sie nicht überhöht, betonte der Arbeitgeberpräsident.

Die Kanzlerin hatte die Debatte vergangene Woche auf dem CDU-Parteitag angestoßen. Bereits am Montag hatte sie jedoch klargestellt, dass die Regierung keine gesetzlichen Obergrenzen plant, wie sie aus den Reihen der SPD gefordert werden.

 
Leser-Kommentare
    • gquell
    • 11.12.2007 um 12:49 Uhr

    Wenn Frau Merkel die Höhe einiger Managergehälter stört, dann braucht sie doch nur für einen umfassendere Haftung der Manager sorgen. Andererseits sollten Manager, die ein Unternehmen aus einer Krise herausführen und wieder profitabel machen, auch entsprechend entlohnt werden.

  1. 2. Genau

    Genau. Das könnte viel bewirken. Im übrigen möchte ich, daß die alljährlich beanstandete Verschwendung öffentlicher Gelder auch geahndet wird. Und daß die Zweckentfremdung der Rentenbeiträge die anteilige Pfändung der Pensionen verantwortlicher Entscheider zur Folge hat.
    Es gibt schon noch Bereiche unserer Gesellschaft, wo verantwortliches Handeln angeregt werden sollte.

    • Herr-M
    • 11.12.2007 um 16:07 Uhr

    Vertrauen Sie darauf, dass die Manager selbst ein angemessenes Maß finden?
    Nein! Welchen Grund sollte es dafür geben? Die Manager finden ihr Gehalt doch nur gerecht, wenn nicht noch gar unterbezahlt, wie wohl der ständige Hinweis auf amerikanische Verhältnisse bedeuten soll.
    Die publizistische Gegenoffensive („Unser Gehalt ist gerecht“) ist ja nicht zu übersehen gewesen, auch wenn die Töne nun etwas leiser werden und aus den eigenen Reihen vielleicht auch 1, 2 (Alibi-) kritische Stimmen zu hören sind.
    Und es wird sich auch nichts ändern!

  2. der eindruck, manager bekommen die kohle für ihr können, ist leider eine pure illusion. viel eher trifft zu: für ihr kennen - nämlich der richtigen leute, die ihrerseits knete  einsacken für das kennen wichtiger leute, die wichtige entscheidungen fällen, die natürlich dann in die richtige richtung fallen ... - ob es uns gefällt oder nicht.
    www.amokwriter.com

  3. Das wissen alle, die mal in DAX-Betrieben auf hoehere Ebene mitgemacht haben. Die Arbeit und Verantwortung eines Vorstandes ist enorm und kann von normalen Buergern nicht nachvollzogen werden. Deshalb  natuerlich auch die Managergehaelter nicht.

    • micka
    • 11.12.2007 um 23:14 Uhr

    gehen hand in hand: wie könnte es denn sonst sein, dass sie ihre löhne in louxembourg oder caymanen "versteuern" lassen, aber ihre arbeiter (sklaven,-eigentlich) hier nicht mit mindestlohn besolden wollen?
    micka

  4. schon mal "in DAX-Betrieben auf hoeherer Ebene mitgemacht ?"schön für Sie. ich habs auf mittlerer Ebene mitgemacht und weiß gott von oben genügend Unfähigkeit erlitten. Diese Leute waren zumindest in meinem Fall nicht willens - oder nicht fähig - das Geschäft als solches zu optimieren, denn das hätte wirkliche arbeit bedeutet. Stattdessen haben sie einfach die bezüge der mitarbeiter reduziert. unter zuhilfenahme einer christlichen scheingewerkschaft namens cgm. die ist in sachsen mit  nach eigener aussage " evtl. 2000 mitgliedern" als tarifpartner anerkannt, das ist in deutschland möglich und kein mensch redet drüber. Daß Ackermänner und ihresgleichen das  1000-fache meiner Arbeitsleistung erbringen sollen, will mir rein technisch nicht einleuchten. Vielleicht können sie es mir ja erklären...

  5. "Die Arbeit und Verantwortung eines Vorstandes ist enorm und kann von normalen Buergern nicht nachvollzogen werden." Das ist doch wohl hoffentlich ein Witz, oder?
    Was ist denn der Unterschied zwischen einem "Vorstand" und einem "normalen Bürger"? Das klingt ja fast so, als sei der Vorstand kein normaler Bürger? Was ist er denn sonst?
    Naja, ich kann mir gut vorstellen, dass sich die entsprechenden Personen ungern auf diese niedere Ebene ("normaler Bürger") herablassen wollen und lieber in schwarzen Anzügen hinter schicken Glasfassaden sitzen. Mit den "normalen Bürgern" auf der Straße haben sie da wenig zu tun, das ist schon klar.
    Aber vielleicht kommt der "normale Bürger" dann irgendwann mal auf die Idee seine - im Gegensatz zur Vorstandsarbeit natürlich nur sehr wenig verantwortungsvollen - Tätigkeit nicht mehr auszuüben. Das dicke schwarze Vorstandsauto fährt den Vorstand dann nicht mehr zur Glasfassade, weil erstens: der Fahrer streikt - und zweitens: die Werkstatt das Auto nicht mehr repariert. Weil auch die U-Bahn-Fahrer keine Lust mehr haben und die völlig unterbezahlten und jegliche Sozialleistung entbehrenden Taxifahrer erst recht nicht, muß der arme Vorstand dann ins Büro laufen und ärgert sich über verdreckte Straßen, die nicht mehr sauber gemacht werden, weil Müllabfuhr und Straßenreinigung wegen nicht ausreichender Entlohnung unzuverlässig geworden sind. Auf der Bananenschale ausgerutscht und blutend am Kopf liegt der arme Manager dann im Krankenhaus, und wenn er Glück hat, findet sich vielleicht noch die eine oder andere Krankenschwester, die durchgehalten hat und ihm einen Verband um den Schädel wickelt.
    Zum Glück alles nicht so schlimm. Wirklich verantwortungsvoll ist ja nur die Arbeit der Vorstände.
     

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