Russland Medwedew kandidiert für Putin-Nachfolge
Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich für Dimitri Medwedew als seinen Amtsnachfolger ausgesprochen. Dieser war bislang stellvertretender Ministerpräsident und Aufsichtsratsvorsitzender beim russischen Energieriesen Gasprom.
Der scheidende russische Präsident Wladimir Putin hat den Vize-Regierungschef Dmitri Medwedew als Nachfolge-Kandidat seiner Wahl benannt. "Seit mehr als 17 Jahren kenne ich ihn sehr gut, und ich unterstütze diesen Vorschlag", sagte Putin bei einem Treffen mit dem Chef seiner Partei Einiges Russland, Boris Grislow, und Vertretern dreier weiterer Parteien. Mit den vom Staatsfernsehen übertragenen Äußerungen beendete der Staatschef am Montag monatelange Spekulationen über seine Nachfolge. Putin darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr selbst antreten, will aber weiterhin eine wichtige innenpolitische Rolle spielen.
Formell soll der 42-Jährige Jurist Medwedew bei einem Parteitag am kommenden Montag zum Kandidaten von Einiges Russland bestimmt werden. Auch drei kleinere Parteien unterstützen den Kreml-Kandidaten. Der neue russische Staatschef wird am 2. März gewählt. Medwedew, der auch Aufsichtsratschef des staatlichen Energieriesen Gasprom ist, galt seit geraumer Zeit als einer der möglichen Kandidaten für die Nachfolge Putins. Der wie der Staatschef aus St. Petersburg kommende Politiker setzte sich nun gegen Sergej Iwanow durch, der wie er selbst Erster Vizeregierungschef ist.
Im Gegensatz zu Ex-Verteidigungsminister Iwanow gilt Medwedew als Vertreter einer eher liberalen Linie. Dies betonten in ersten Reaktionen Russlandexperten wie Tim Ash von der Investmentbank Bear Stearns. "Das ist eine gute Nachricht. Aus wirtschaftlicher Sicht vertritt er wahrscheinlich eine liberalere Position als Iwanow", sagte Ash. Dennoch werde Putin die beherrschende Figur der russischen Politik bleiben. "Putin wird über Medwedew thronen." Jewgeni Badowski vom Institut für Gesellschaftssysteme bezeichnete die Nominierung Medwedews als Signal, dass Russland keine konfrontative Außenpolitik verfolgen werde. Anders als Iwanow stamme er nicht aus dem im Sicherheitsapparat verwurzelten Teil der staatlichen Elite.
- Datum 10.12.2007 - 05:29 Uhr
- Quelle ZEIT online
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